Camino del Norte – Der Küstenweg an der Nordküste Spaniens

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Der Camino del Norte wird auch Küstenweg genannt, weil er an der Nordküste Spaniens verläuft. Vereinzelt wird er auch Camino de la Costa genannt, darf aber nicht mit dem Camino Portugués da Costa verwechselt werden, der an der Küste Portugals verläuft. In der Regel wird der Camino del Norte mit einer Länge von etwa 850 km angegeben. Die meisten Pilger starten ihn in Irun an der spanisch-französischen Grenze, wobei du den Camino del Norte bereits in Bayonne in Frankreich beginnen kannst. Da ich einen Flug nach Biarritz in Frankreich gebucht hatte, bin ich ebenfalls direkt dort gestartet.

Fakten zum Jakobsweg Camino del Norte

  • Geheimtipp: unter den Jakobswegen, wenn du eine etwas ruhigere Alternative zum Camino Francés suchst
  • Länge: ca. 850 km ab Irun laut meiner Routenplanung, 899 km ab Bayonne laut Camino-Ninja-App
  • Wegprofil: mittel bis schwer – er gilt als einer der anspruchsvolleren Jakobswege
  • Ideale Reisezeit: Frühjahr bis Herbst
  • Reisedauer: häufig werden 5–6 Wochen angegeben. Aufgrund des Höhenprofils und meiner kürzeren Etappen habe ich 46 Tage gebraucht, also etwa 6,5 Wochen.

Wie verläuft der Camino del Norte?

Der Camino del Norte, auch Küstenweg genannt, verläuft an der Nordküste Spaniens und ist eine gute Alternative zum stärker frequentierten Camino Francés. Wenn du etwas mehr Ruhe möchtest und Küstenlandschaften liebst, ist dieser Jakobsweg genau das Richtige für dich.

Immer wieder gelangst du an Strände, an denen du im Sommer auch baden oder einfach die Schuhe ausziehen und deine Füße im kühlen Atlantik abkühlen kannst. Oftmals pilgerst du auch an der Steilküste entlang und kannst dabei atemberaubende Aussichten genießen.

Aufgrund der Steilküste hast du viele Höhenmeter zu überwinden, aber die Anstrengungen sind es definitiv wert.

Wichtige Zwischenstationen auf dem Camino del Norte

Für die meisten Pilger beginnt der Weg, wie bereits erwähnt, in Irun. Von dort sind es etwa 850 km bis nach Santiago de Compostela.

Ähnlich wie der Camino Francés hat auch dieser Jakobsweg landschaftlich viel Abwechslung zu bieten. Du pilgerst nicht nur an der atemberaubenden Küste entlang, sondern wanderst auch durch Wälder, über Wiesen, auf denen du häufig Kühen, Pferden und Eseln begegnest, über Berge und durch kleine Dörfer oder Hafenstädte.

Immer wieder musst du auch eine Fähre nehmen, um das Meer oder Flüsse zu überqueren. Außerdem passierst du die bekannten Großstädte San Sebastián, Bilbao, Santander und Gijón, die du gut für Pausentage nutzen kannst. Denn auf einer so langen Strecke sind auch Pausentage wichtig.

Höhenmeter auf dem spanischen Küstenweg – Camino del Norte

Besonders auf der Strecke zwischen Irun und Bilbao erwarten dich unzählige Höhenmeter. Du wirst ordentlich ins Schwitzen kommen und auch ganz schön aus der Puste geraten. Dennoch sind die Anstrengungen es wert.

Dieser Streckenabschnitt gilt als einer der anspruchsvollsten auf dem Camino del Norte. Aber auch danach warten noch ausreichend Anstiege mit tollen Aussichten auf dich. Deshalb kann der Camino del Norte körperlich anspruchsvoller sein als viele Etappen auf dem Camino Francés oder dem Camino Portugués.

Dennoch war der Weg für mich auch ohne besonders gute Fitness gut zu schaffen, da ich vor allem auf der Strecke zwischen Irun und Bilbao kürzere Etappen gewählt habe.

Weitere Informationen hierzu findest du in meinem Blogbeitrag: Camino del Norte – Wie fit muss ich wirklich sein?
Interessant könnte auch meine Packliste für dich sein. Mit leichtem Gepäck pilgert es sich einfacher.

Die letzten 200 Kilometer bis Santiago de Compostela

Auf den letzten etwa 200 km bis Santiago de Compostela verlässt der Camino del Norte die unmittelbare Küstenregion und führt ins Landesinnere, da Santiago de Compostela nicht am Meer liegt.

Der Camino del Norte wird auch Nordweg genannt, weil er zu den nördlichsten Jakobswegen gehört. In Arzúa trifft er auf den Camino Francés. Von dort geht es gemeinsam weiter bis nach Santiago de Compostela.

Vorteile des Camino del Norte

Als größten Vorteil sehe ich die atemberaubende Landschaft an der Nordküste Spaniens. Die Aussichten sind wirklich jede Anstrengung wert. Es ist wunderschön, immer wieder auf das Meer zu blicken und die Küste zu bewundern.

Ein weiterer Vorteil ist, dass weniger Pilger unterwegs sind als auf dem Camino Francés oder dem Camino Portugués. Keine Sorge: Du bist in der Regel nicht komplett allein unterwegs und findest immer wieder Gelegenheit für tolle Unterhaltungen mit anderen Pilgern. Der Weg ist aber nicht ganz so überlaufen.

Das liegt unter anderem daran, dass er weniger stark frequentiert ist als manche andere Jakobswege und körperlich anspruchsvoll sein kann.

Nachteile des Küstenwegs an der Nordküste Spaniens

Obwohl nicht ganz so viele Pilger unterwegs sind, kann dieser Jakobsweg im Sommer dennoch ziemlich voll werden. Da es weniger Unterkünfte gibt als auf stärker frequentierten Wegen, kann es dann doch zu einem Wettlauf um ein Bett kommen. Ich war im Juni und Juli unterwegs und hatte diesbezüglich jedoch keine Probleme.

Die Anstiege, besonders zwischen Irun und Bilbao, sind sehr anstrengend. Wie bereits geschrieben, entschädigen die Aussichten jedoch für die Strapazen. Teilweise kann es von Vorteil sein, einfach etwas kürzere Etappen zu wählen. Denn der Camino ist kein Sprint, sondern ein Dauerlauf, und man muss sich seine Kräfte gut einteilen.

Außerdem gibt es viele Asphaltpassagen. So schön der Weg ist, er führt häufig über Asphalt. Das solltest du bei deiner Planung bedenken.

Manche Pilger beklagen sich darüber, dass man mit Englisch nicht sehr weit kommt und Spanischkenntnisse von Vorteil sind. Da ich selbst ein bisschen Spanisch spreche, hatte ich keine Probleme. Auch Viola, die ich auf dem Weg kennengelernt habe und mit der ich anschließend fast den kompletten Weg gelaufen bin, ist mit ein paar Englisch-Grundkenntnissen gut zurechtgekommen.

Ich glaube allerdings, dass sich das inzwischen auch geändert hat und man mit Englisch mittlerweile schon ziemlich weit kommt.

Die beste Reisezeit – Wann sollte man auf dem Camino del Norte pilgern?

In meinen Augen ist die beste Reisezeit immer Geschmackssache. Ich persönlich komme mit heißen Temperaturen besser zurecht als mit Kälte, weshalb für mich die Sommermonate optimal sind. Ich schwitze einfach lieber, als dass ich friere.

Theoretisch ist der Camino del Norte ganzjährig begehbar. Bedenken solltest du jedoch, dass im Winter einige Herbergen geschlossen sind. Deshalb solltest du dich vorab gut über die Öffnungszeiten informieren.

In den Sommermonaten kann es hingegen vorkommen, dass so viel los ist, dass es zu Engpässen bei den Betten kommt. Da insgesamt weniger Pilger den Camino del Norte gehen als beispielsweise den Camino Francés, gibt es entlang der Strecke auch weniger Herbergen.

Für viele Pilger sind deshalb das Frühjahr und der Herbst optimal. Die Temperaturen sind häufig angenehmer als im Hochsommer, und das Pilgeraufkommen kann geringer sein. Allerdings solltest du beachten, dass nicht alle Herbergen zu jeder Jahreszeit geöffnet sind.

Ich hatte im Juni und Juli kaum Probleme, ein Bett zu bekommen. Schwierig war es nur in Bilbao und Santander, weil dort ausgerechnet Konzerte stattfanden und die Unterkünfte auch bei Nicht-Pilgern sehr gefragt waren.

Steile Felsküste mit Sandstrand an der Nordküste Spaniens entlang des Camino del Norte
Steilküsten und versteckte Strände prägen viele Abschnitte des spanischen Küstenwegs.

Fazit zum Camino del Norte

Für mich war der Camino del Norte einfach traumhaft schön. Ich habe es sehr genossen, durch diese wunderschöne Küstenlandschaft zu pilgern. Auch die Asphaltpassagen konnten der Schönheit des Weges nichts anhaben. Die Ausblicke haben mich für die Anstrengungen der Aufstiege mehr als entschädigt.

Besonders gut hat mir auch gefallen, dass ich so viele Tiere am Wegesrand gesehen habe. Die Kuhweiden, Pferde und Esel waren kleine persönliche Highlights für mich.

Wenn du überlegst, diesen Jakobsweg an der Nordküste Spaniens zu pilgern, glaube ich, dass du nicht enttäuscht sein wirst. Der Weg ist zwar anspruchsvoll und verlangt dir einiges ab, aber die wunderschöne Landschaft und die vielen besonderen Erlebnisse machen das für mich mehr als wett.

Für mich überwiegen die Vorteile des Camino del Norte eindeutig. Wenn du die Natur liebst, gerne an der Küste unterwegs bist und einen abwechslungsreichen Jakobsweg suchst, kann ich dir diesen Weg wirklich empfehlen.

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