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Der Jakobsweg Erfahrungsbericht vom Camino Espiritual ist der 3. Teil bei dem ich von meinem Jakobsweg 2025 berichte. In diesem Blogbeitrag nehme ich dich von Pontevedra mit bis zur Ankunft in Santiago de Compostela. Wenn du überlegst die Wegvariante Espiritual auf dem Portugiesischen Jakobsweg zu wählen, kann ich sie dir wirklich ans Herz legen. Für mich persönlich war es der schönste Abschnitt auf dem Camino Portugues.

Was vorher geschah – Erfahrungsberichte zu meinem Jakobsweg 2025
Da mein Erfahrungsbericht zu meinem Jakobsweg in einem einzigen Blogbeitrag zu lang werden würde, musste ich ihn aufteilen. Der erste Teil meines Erfahrungsberichts führt durch Portual, der zweite Teil auf der spanischen Seite des Camino Portugues Central, bis zum Start des Camino Espiritual:
Erfahrungsbericht zum Jakobsweg in Portugal: Camino Portugues Central von Porto bis Tui (Teil 1)
Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg von Tui bis Pontevedra (Teil 2)
Jakobsweg Vlog 2025
Diesmal konntest du mich auch virtuell begleiten, denn ich habe meinen Pilgerweg mit der GoPro gefilmt und die Videos findest du bereits auf YouTube in meinem Jakobswegvlog. Über jede Tagesetappe meines Camino de Santiago gibt es ein separates Video und ich nehme dich mit auf all die Höhen und Tiefen des Pilgerns. Mein Ziel war es, die Videos so authentisch wie möglich zu gestalten und einige meiner Zuschauer, haben mir bestätigt, dass mir dies gut gelungen sein. Wenn du also nicht nur eine Leseratte bist, sondern dir auch gerne Videos zum Jakobsweg anschaust, dann schau gerne vorbei.
Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual und Ankunft in Santiago
Nachfolgend berichte ich über die einzelnen Tagesetappen auf dem Camino Espiritual von Pontevedra bis zur Ankunft in Santiago. Da ich bereits 2 weitere Erfahrungsberichte von meinem Jakobsweg 2025 veröffentlicht habe, starte ich nun mit dem 11. Tag auf dem Jakobsweg. Übrigens findest du hier alle meine Blogbeiträge zum Thema Jakobsweg. Für viele ist besonders die Packliste interessant, denn leicht gepackt erleichtert das Pilgern. 😉
Jakobsweg Erfahrungsbericht Tag 11: Ich wechsle bei Pontevedra auf den Camino Espiritual – Von Pontevedra bis A Armenteira 23,2km (Höhenmeter 610 / 390)
Da mir Gronze und die Camino Ninja App unterschiedliche Daten bezüglich der Versorgung auf der Variante Espiritual auf dem Camino Portugues ausgespuckt haben und ich nicht sicher war, ob ich dort Cafes oder Restaurants finde, hatte ich mir am Vortag im Supermarkt noch Wegproviant besorgt. So war ich sicher, dass ich als hungriger Pilger nicht verhungere. Des Weiteren habe ich natürlich auch ausreichend Wasser mit eingepackt.
Angst die Abzweigung zu verpassen – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual

Das erste Stück musste ich dann dem normalen Camino Portugues folgen und dann wusste ich, dass es irgendwann eine Abzweigung auf den Camino Espiritual geben soll. Jedoch hatte ich ein bisschen Bammel, diese Abzweigung zu verpassen. Ich kann dich doch beruhigen, diese ist nämlich sehr gut markiert und kaum zu verpassen.
Auf dem Weg raus aus Pontevedra kam ich auch an der Kathedrale vorbei und ich hatte Glück, dass diese sogar geöffnet war. Es gab dort sogar einen Stempel für die Pilger und somit habe ich die Chance genutzt meinen Pilgerausweis zu verschönern.
Generell muss ich sagen, dass Pontevedra ein echt schönes Städtchen ist und ich es gar nicht so schön in Erinnerung hatte. Es gab sogar ein bisschen Streetart zu sehen.
Typische Pilgerprobleme: Wäsche nicht getrocknet und Blasen
Aufgrund des Regens und der damit einhergehenden hohen Luftfeuchtigkeit ist meine Wäsche mal wieder nicht getrocknet und ich trage sie am Rucksack spazieren. Bei Regentagen taucht dieses Problem häufiger auf, weshalb ich 2 Ersatz-T-Shirts und Unterwäsche in meinem Rucksack habe. Ich hätte die Wäsche auch in der Maschine in der Albergue waschen können, aber die 8 Euro für die Wäsche waren mir dann zu teuer, weshalb ich nur Handwäsche gemacht habe.
Des Weiteren hat sich meine Blasenfamilie nochmal vergrößert und ich habe zusätzlich eine Blase am kleinen Fußzeh bekommen. Die hat am Vorabend ganz schön gebrannt und da sie sich nicht aufstechen ließ, habe ich sie mit Blasenpflaster verbunden. Durch das Blasenpflaster habe ich sie beim Laufen dann gar nicht mehr gespürt.
Vorfreude auf den ruhigeren Camino Espiritual – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
Während ich die ersten 3 Kilometer noch dem normalen Camino Portugues folgte, freute ich mich bereits auf die Variante Espiritual, da dort nicht so viele Pilger unterwegs sind. Aus Zeitgründen und weil der Weg länger ist, bleiben nämlich die meisten Pilger auf dem normalen Jakobsweg. Da es nun auch die letzten 100km bis Santiago sind, waren viele Pilger unterwegs. Ich persönlich mag es eher etwas ruhiger und entsprechend freute ich mich schon darauf den Pilgermassen zu entfliehen.
Glücklicherweise habe ich die Abzweigung nicht verpasst und die Camino Portugues Variante Espirital startet
Ich hatte mir umsonst Sorgen gemacht die Abzweigung auf den Camino Espiritual zu verpassen, denn sie war mit einer Hinweistafel bestens ausgeschildert. Nachdem ich einen Bachlauf überquert habe ging es auch schon los und ich kam an einem interessanten Lost Place vorbei, in dem ich so gerne einmal reingeschaut hätte…

Danach führte der Weg immer leicht bergauf weiter durch meist besiedelte Gebiete. Zwar auf der Straße, aber hier war kaum Verkehr und somit fühlte ich mich sehr wohl. Ein Highlicht war auch ein Hahn am Wegesrand. Ich wollte ihn beim Krähen filmen, da er so schön gekräht hat, aber er war wohl Kamerascheu und hat während meiner Anwesenheit nur fleißig vor sich hin gepickt. Ich kam auch immer höher und hatte wundervolle Aussichten über die herrliche Landschaft in Galizien.

Fast verlaufen auf dem Camino Espiritual
Fast hätte ich doch auf dem spirituellen Weg eine Abzweigung verpasst. Die Wegmarkierungen sind hier ein bisschen anders. Meistens sind es so Stickel auf denen das Camino Espiritual Zeichen ist und die kann man schnell mal übersehen. Glücklicherweise kam da gerade ein Anwohner vorbei der mir auf Spanisch zugerufen hat, dass der Camino dort weiter geht und nicht auf dem Weg auf dem ich mich befand. Wie süß von ihm, dass er mich vom Verlaufen abgehalten hat.
Schöner Abenteuerpfad auf dem Camino Espiritual
Der Weg führte weiter auf schmalen Straßen durch Wohngebiete oder geteerten Wegen. Besonders gefallen haben mir die Weinreben am Wegesrand und plötzlich gab es eine Wegkennzeichnung die mich in einen Wald lotste. Voller Vorfreude folgte ich diesem Jakobsweg. Umgeben von riesigen Farnen und Bäumen folgte ich der Route und es ließ mein Abenteuerherz höher schlagen. Solche Streckenabschnitte liebe ich ja und ich war begeistert. Später wurden die Farne dann kleiner, aber die beeindruckende grüne Natur Galiziens zeigte sich wirklich von ihrer schönsten Seite. Einzig hatte ich ein bisschen Angst mich zu verlaufen – es gab nur einen schmalen Pfad, ohne weitere Markierungen und ich hatte Angst wieder eine Abzweigung zu verpassen, dennoch ist alles gut gegangen.
Der malerische Weg endete dann an einer wunderschönen Steinkapelle. Diese wäre ein guter Platz für meine Mate-Pause gewesen, doch leider wurden dort gerade lautstarke Gartenarbeiten gemacht, weshalb ich beschloss weiter zu ziehen.


Nach ca. 7 km gibt es die ersten Cafes und Restaurants – keine Probleme mit der Versorgung auf dem Jakobsweg Camino Espiritutal
Nach der Kapelle war ich für kurze Zeit wieder in der Zivilisation angelangt und entdeckte die ersten Cafes und Restaurants. Ich hätte mir also nichts zu essen einpacken müssen, aber dennoch bin ich lieber auf Nummer sicher gegangen. Hungrig Pilgern, macht bestimmt keinen Spaß. 😉
Toller Waldweg – Finde ich hier meinen Platz für meine Mate-Pause?
Kurz darauf gelangte ich wieder in einen Wald. Hohe Bäume ragen herauf und es ging einen schmalen Weg. Obwohl es die letzten Tage viel geregnet hatte, war der Weg zum Glück nicht matschig und ließ sich gut gehen. Ich hielt Ausschau nach einem Stein zum Setzen und um meine Mate-Pause zu machen, aber leider vergeblich. Dafür hatte ich den Weg weiterhin ganz für mich alleine, was ich sehr genossen habe.

Monasterio de San Juan de Poio — historischer Zwischenstopp – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
Das Monasterio de San Juan de Poio ist eines der bedeutendsten Klöster in Galicien und bietet neben der Kirche, die man besichtigen kann, auch Bänke bei denen man eine Pilgerpause einlegen kann. Nachdem ich das Gebäude bestaunt habe, habe ich meine Frühstücks und Mate-Pause hier eingelegt und kam dort mit einer Gruppe polnischer Pilger ins Gespräch. Diese sind in einer Reisegruppe den Camino Espiritual und danach weiter bis nach Finisterre gelaufen.

Fußpflege auf dem Jakobsweg – Blasen vermeiden
Des Weiteren habe ich die Pause für meine Fußpflege genutzt. Der Camino machte sich ja mit Blasen an den Füßen ganz schön bemerkbar, also habe ich die Schuhe ausgezogen und die Füße ein bisschen Lüften lassen und sie danach noch einmal mit der Hirschtalgcreme (Anzeige) eingeschmiert. Diesen Tipp auch zwischendurch immer wieder einzucremen hatte ich ein paar Tage vorher von einem deutschen Pilger erhalten. Er ist schon den Camino Frances, blasenfrei gelaufen und hatte ein paar Tipps auf Lager, die ich nicht kannte. Dummerweise hatte ich bis dahin die Hirschtalgcreme immer nur Abends nach dem Duschen verwendet, was jedoch falsch ist. Man soll auch morgens, bevor man los geht nochmal schmieren. Ich hatte das nicht gemacht, weil die Creme so lange braucht bis sie einzieht und meine Gedanke war, dann schmiere ich doch alles wieder an den Socken ab. Des Weiteren meinte er, bei jeder längeren Pause, die Schuhe und Socken ausziehen und den Füßen Luft zum Atmen geben und bevor man in die Schuhe geht, nochmal schmieren.
Ich bin für seine Tipps sehr dankbar und meine Füße wurden danach auch besser. Ob es daran lag, dass ich seine Tipps danach befolgt hatte oder daran, dass sich meine Füße an die Strapazen gewohnt hatten weiß ich nicht, aber ich gebe seine Technik hier gerne weiter und werde es auch auf meinen nächsten Jakobswegen beherzigen.
Ankunft in A Seca – Autotreffen
Bis A Seca waren es noch ca. 2 Kilometer und der Jakobsweg führte durch kleine malerische Gassen und abwechslungsreiche Landschaften. Bei meiner Ankunft am Strand von A Seca hatte wurde ich davon überrascht, dass dort anscheinend gerade ein Autotreffen mit Rennfahrzeugen stattfand. Auch wenn ich mich nicht sonderlich für Autos interessiere, war es sehr interessant die bunten Fahrzeuge anzusehen.


Pause in A Seca mit Blick aufs Meer – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
Generell hatte ich die Ankunft in A Seca sehr genossen, da es bedeutete für kurze Zeit am Meer zu sein. Ich liebe das Meer und allein der Geruch des Meeres dort hob meine Stimmung zusätzlich. Ich fand eine schöne Strandbar, mit Blick aufs Meer und bestellte mir erst einmal ein schönes kaltes Alkoholfreies Bier und genoß einfach die Aussicht.

Alternative Route nach Combarro
Ich hatte mich dann auf dem Weg nach Combarro dafür entschieden, nicht auf dem normalen Camino zu bleiben, sondern einfach an der Küste entlang zu gehen. Der original Jakobsweg verläuft parallel, jedoch ist dann der Blick auf die traumhafte Küste leider verdeckt. Ich wollte so viel Meerblick genießen wie nur möglich, auch wenn ich dafür auf der Hauptstraße (mit Gehweg) bleiben musste.

Endlos steiler Aufstieg in Combarro – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
In Combarro fand ich dann schnell wieder auf den eigentlichen Jakobsweg Camino Espiritual und war einfach hin und weg, wie schön es hier ist. Direkt unten am Meer stehen Horreos und dort beginnt der endlose und sehr steile Anstieg in Richtung A Armenteira. Zunächst führ der Weg durch schmale malerische Gässchen in denen immer wieder Horreos oder steinerne Kreuze zu finden sind. Man gewinnt schnell an Höhe und wird immer wieder von tollen Aussichten auf das Meer überrascht. In diesem Moment war ich so froh, dass ich mich für das letzte Stück für die Jakobsweg Variante Espiritual entschieden hatte. Es war einfach traumhaft. Mit einem zügigen Tempo, trotz der warmen Temperaturen, kam ich schnell voran und immer weiter hoch. Auch wenn ich aus der Puste kam, war ich hochmotiviert den Anstieg von 400 Höhenmeter auf den letzten 9-10 Kilometern zu meistern.


Weiter Bergauf und zwischen Weinreben auf dem Weg nach A Armenteira
Nachdem ich den Ort hinter mir gelassen hatte, ging der Anstieg weiter. Nicht mehr ganz so steil, aber stetig bergauf. Zwischenzeitlich war ich schweißgebadet, durch die warmen Temperaturen (ca. 23°), den Anstieg und mein zügiges Tempo. Dennoch spürte ich in dem Moment noch viel Energie und das Pilgern machte Spaß. Der Weg führte über eine schmale Straße und zwischen Weinreben durch und war wirklich malerisch. Ich war so schnell unterwegs, dass ich die anderen wenigen Pilger alle hinter mir ließ.

Waldweg spendet ein bisschen Schatten – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
Später komme ich in einem Wald an, der ein bisschen Schatten spendet. Der Weg führt weiter auf geteerten Wegen. Ich habe immer noch ein großes Stück vor mir, aber es geht auch weiter bergauf – bei weitem nicht mehr so steil, aber stetig. Die Landschaft hier im Wald ist schön, aber verändert sich kaum.

Miradoiro do Loureiro — grandiose Aussicht & Fotospot
Irgendwann komme ich dann an einem Aussichtspunkt an, an dem es eine wunderbare Aussicht gibt. Dennoch ist die Freude etwas betrübt, da ich mich über nachlässige – vermutlich – Pilger ärgere. Hier oben gibt es einen Abfalleimer, der Maßlos überfüllt ist über überall drumherum liegt Abfall. Ich verstehe nicht, warum man bei einem Überfüllten Abfalleimer trotzdem seinen Müll noch oben drauf platziert, sodass es vom Wind dann überall verteilt wird. Ein echtes Schlachtfeld und eine Schattenseite des Jakobswegs.


Ernüchterung über falsche Kilometerangaben – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
An diesem Aussichtspunkt habe ich auf festgestellt, dass ich noch viel mehr vor mir habe als gedacht. Anstatt auf die angegebenen 20,5 Kilometern, werde ich auf ca. 23 Kilometer kommen und mein Körper ist von dem viel zu zügigen Aufstieg schon recht erschöpft. Dass bei den angegebenen Kilometerangaben oft Abweichungen sind, hatte ich ja schon häufiger festgestellt, aber dass es so stark abweicht, war das erste mal.
Mit schweren Beinen geht der Jakobsweg weiteren
Ich habe dann den geteerten Weg verlassen und es geht weiter durch den Wald. Durch den langen steilen Anstieg sind meine Bein ganz schön schwer, aber auch das gehört an manchen Tagen zum Pilgern dazu. Man muss sich dann einfach weiter durchkämpfen. Immerhin kann die immer wieder wechselnde Landschaft mich ein bisschen von meinem Leiden ablenken und ich lasse mich nicht unterkriegen.
Um mich ein bisschen zu erholen, mache ich eine kurze Pause auf einem Stein, aber der sah bequemer aus, als er war. Zum Glück habe ich den Anstieg fast geschafft. Es fehlen noch 39 Höhenmeter bis zum höchsten Punkt und dann, geht es nur noch bergab. Dennoch fehlen noch knapp 4 Kilometer bis zur Unterkunft.
Knieschmerzen, müde Beine – Ablenkung mit Musik
Der Weg wurde dann weniger Abwechslungsreich – ein breiter Weg führte durch den Wald, der sich kaum noch verändert. Meine müden und schmerzenden Beine machen sich stärker bemerkbar und zudem bekam ich auch noch schmerzen in meinem linken Knie. Um mich von meinem ermüdeten Körper abzulenken, beschließe ich das letzte Stück mit Musik zu gehen. Mir hilft das immer, um mich nicht zu sehr auf die schmerzen zu konzentrieren sondern durch die Musik abgelenkt zu werden. Des Weiteren höre ich dann gerne schnelle Musik, die mir ebenfalls einen Energieschub verpasst.

Das letzte Stück hat es nochmal in sich – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
Mit meinen total übermüdeten Beinen, wurde das letzte Stück ganz schön knifflig. Es ging steiler über einen felsigen und sehr unebenen Abschnitt hinunter und ich hatte Angst umzuknicken, da einfach die Kraft in den Beinen nicht mehr da war. Ich hätte mich wohl beim Aufstieg nicht so sehr verausgaben sollen und wie Speedy Gonzales den Berg hinaufflitzen. Manchmal ist es besser gemütlich zu machen, aber bei dem Aufstieg war ich so energiegeladen, dass ich das nicht so recht bedachte. Ich kam nur sehr langsam voran, aber auch diese schwierige Etappe habe ich letztendlich gemeistert.


Wohlverdientes spätes Mittagessen und Ankunft in der Albergue
Das letzte Stück vor A Armenteira führte dann noch an einem märchenhaften Bachlauf entlang. Ich war total begeistert, aber mein Fokus lag trotzdem auf dem Ankommen. Ich wollte einfach nicht mehr gehen und meine Füße hochlegen. In A Armenteira stoß ich dann auf ein Restaurant in dem ich mir ein spätes Mittagessen und ein Gläschen Wein gegönnt habe. Danach machte ich mich auf die letzten 800 Meter zu meiner Unterkunft. Diese legte ich fast humpelnd zurück, da meine Beine absolut erschöpft waren. An diesem Tag nutzte ich auch das erste Mal meine Schmerzsalbe, weil die schmerzen in meinen Beinen kaum aus haltbar waren.

Unterkunft: Albergue de peregrinos San Ero de Armenteira
Kosten: 10,00 Euro
YouTube Video: Tag 11 Ich wechsle den Jakobsweg – Camino Espiritual fordert mich
Jakobsweg Erfahrungsbericht Tag 12: Camino Espiritual – Von A Armenteira bis Vilanova de Arousa 24,8km (Höhenmeter 160 / 420)
Mir hing der Vortag noch ziemlich in den Knochen, als ich gestartet bin. Die vielen Höhenmeter und mein schneller Schritt haben ihre Spuren hinterlassen, aber auch solche Tage gibt es beim Pilgern. Das gehört einfach dazu…
Ruta da Pedra e da Auga – Wandern am Rego da Armenteira
Schon nach einer sehr kurzen Distanz komme ich am schönsten Abschnitt des Camino Espiritual an – die Ruta da Pedra e da Auga. Hierbei handelt es sich um einen Bachlauf mit unzähligen kleinen Kaskaden und Wasserfällen. Das ist genau mein Geschmack und diese märchenhafte Strecke zieht sich über eine Länge von ca. 4 Kilometern und für mich der schönste Abschnitt auf dem Camino Portugues. Ich komme aus dem Staunen nicht mehr raus und filme unzählig viel. Bevor ich jedoch richtig in die Ruta da Pedra e da Auga starte genieße ich meine Matepause an einem wunderschönen Wasserfall.

Camino Espiritual und achtlose Pilger
Während ich am ersten Wasserfall der Ruta da Pedra e da Auga bei A Armenteira sitze ziehen unzählige Pilger an mir vorbei. Ich genieße am Wasserfall einen Moment der Ruhe und der Achtsamkeit und freue mich über seine Schönheit. Die meisten Pilger ziehen an diesem Wasserfall jedoch fast achtlos vorbei, was mir gar nicht in den Kopf geht. Der Jakobsweg hat doch nicht das Ziel schnellstmöglich anzukommen, sondern auch den Weg zu genießen. Oder sehe ich das falsch? Hinterlasse mir hierzu gerne einen Kommentar.
Camino Espiritual – Märchenhafter Bachlauf mit unzähligen Kaskaden
Meistens führt der Weg direkt am Bachlauf mit seinen Kaskaden entlang. Der Bachlauf ist gesäumt von grün, das Wasser rauscht und die Vögel zwitschern. Der Weg geht teilweise über Stock und Stein und immer leicht bergab. Es gibt hier keine schwierigen Abstiege, aber für meine vom Vortag geschundenen Beine ist es trotzdem hart. Da ich diese Etappe so traumhaft schön finde, lasse ich mir viel Zeit. Bestaune die Natur, filme alles in Ruhe und genieße diesen traumhaften Abschnitt…

Wackelige Beine – Mein Körper braucht Energie – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
Ich merke jedoch schon bald, dass meine Beine nicht fit sind. Teilweise bin ich sehr wackelig unterwegs und habe zittrige Beine. Am Vorabend habe ich meinen Körper zwar noch mit Elektrolyten und Magnesium versorgt, aber irgendwie fehlt es an Energie. Ich hatte mich wohl am Vortag zu sehr verausgabt und gönne mir erst mal ein paar Müsliriegel um einen Energieschub zu bekommen. Des Weiteren mache ich mir ein bisschen Sorgen, denn heute wartet eine sehr lange Etappe bis Villanova de Arousa auf mich. Die Kilometerangaben sind mal wieder sehr unterschiedlich. Ich erwarte eine Etappe zwischen 22 und 25 Kilometern und bin mir aufgrund der schwachen Beine unsicher, ob ich das heute wirklich schaffe… Das war ein weiterer Grund gemütlich zu laufen um meine Kräfte bestmöglich einzuteilen.
Tipps zum Jakobsweg: Schnelle Energiespender für Unterwegs
Ich kann dir für solche Situationen empfehlen immer ein paar Müsliriegel, Nüsse oder Datteln in deinem Pilgerrucksack zu haben. Oder auch allgemein bei längeren Wanderungen. Wenn du in einem Energietief bist, liefern sie schnelle Energie und du kannst weiter gehen. Des Weiteren ist es natürlich auf dem Jakobsweg oder bei Langstreckenwanderungen wichtig den Körper ausreichend mit Mineralien zu versorgen. Magnesium habe ich täglich zu mir genommen und alle paar Tage nochmal zusätzlich Elektrolyte. Magnesium beugt Muskelkrämpfen vor und die Elektrolyte helfen dabei den Mineralienhaushalt auszugleichen, da man durch das Schwitzen Mineralien ausscheidet.

Der Camino Espiritual ist eine absolute Empfehlung
Wenn du den Camino Portugues gehst und genug Zeit hast, kann ich die wirklich empfehlen, die Variante Espiritual zu nehmen. Es ist einfach so schön, dass ich trotz der wackeligen Beine aus dem Staunen nicht mehr heraus komme. Es ist definitiv der schönste Abschnitt auf dem Camino Portugues. Hin und wieder kommt man auch an so alten Mühlenhäuschen vorbei, die von der Natur zurück erobert wurden und die Ruta da Pedra e da Auga ist auch ein beliebtes Ausflugsziel bei den Spaniern. Mir kommen immer wieder spanische Tagestouristen entgegen, die hier einen Ausflug machen. Ich bin diesen Abschnitt an einem Wochenende gelaufen und da waren einige Wanderer unterwegs, um sich ein bisschen in der traumhaften Natur zu erholen.


Frühstückspause nach 4 Kilometern – Ende der Ruta da Pedra e da Auga
Nach ca. 4 Kilometern kommst du zu einem Cafe und ich habe ich mir natürlich erst einmal ein Frühstück gegönnt. Es gab einen leckeren Empanada und für den Weg habe ich mir glücklicherweise noch eine Banane mitgenommen. Warum die Banane später wichtig sein wird, wirst du später noch erfahren. Manchmal trifft man gute Entscheidungen über die man nachher noch froh ist.
Allein dieser Abschnitt an der Ruta da Pedra e da Auga ist es das Wert, den längeren Camino Espiritual zu wählen. Die Höhenmeter und die Anstrengung ist es definitiv wert. Wenn ich diesen Jakobsweg nochmal gehen würde, würde ich aber eventuell bei den Unterkünften schauen, ob ich kürzere Etappen hinbekomme. Für mich persönlich waren die Kilometer in Kombination mit den Höhenmetern etwas zu viel.

Schlechte Wegmarkierung nach dem Ende der Ruta da Pedra e da Auga
Am Ende des Bachlaufs war die Wegmarkierung kurzzeitig schlecht oder ich hatte Tomaten auf den Augen. Jedenfalls habe ich mich dann mit der kostenlosen App Mapy.com navigiert bist ich wieder Wegmarkierungen gefunden habe.
Am Bachlauf entlang in Richtung Rio Umia – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
Der Jakobsweg führt weiter am Bach entlang, auch wenn es nicht mehr so wildromantisch ist wie davor. Man hat auch nur noch teilweise einen Blick auf den Bachlauf, da es ziemlich zugewachsen ist. Auf der anderen Seite des Weges befinden sich oft Weinreben und ab und an muss die Straße überquert werden. Zwischendurch gibt es ein paar Pausenmöglichkeiten und ich kam wieder mit ein paar Leuten von der Reisegruppe aus Polen ins Gespräch. Um 11:30 Uhr habe ich erst 7,5 Kilometer geschafft und ich befürchte, dass es ein langer Tag wird und ich später von der Sonne gegrillt werde. Wobei mir Pilgern bei 25° und Sonnenschein definitiv mehr Spaß macht, als bei kühleren Temperaturen und Regen.

Schmale Pfade und die Gefahr durch Radpilger
Manchmal sind die Pfade jedoch sehr schmal, was etwas gefährlich mit den Radpilgern ist, da es kaum Möglichkeiten gibt auszuweichen… Theoretisch sollte es hier eine alternative für die Radpilger geben, aber oftmals nutzen diese die leider nicht, da sie die schönen Wege gegenüber der Straße bevorzugen.


Angekommen am Fluss Rio Umia
Am Fluss Rio Umia angekommen, nutzte ich einen Pausenplatz um mich ein bisschen auszuruhen. Ich hatte noch gute 16 Kilometer vor mir und war schon ziemlich schlapp. Des Weiteren war es am Fluss recht windig. Der Weg führte dann weiter am Fluss entlang. Auf der einen Seite befand sich der Fluss und auf der anderen Seite von mir wechselte sich die Landschaft zwischen Weinreben, Wiesen und Feldern ab. Um besser voranzukommen, habe ich wieder Musik gehört. Auch wenn ich sehr gerne meine Gedanken beim Laufen einfach schweifen lasse und ich die Natur genieße, gibt es Momente, wenn der Körper nicht mehr so will, in denen Ablenkung gut tut und die einzige Möglichkeit ist nicht aufzugeben. Durch die Musik kam ich dann erst einmal ganz gut voran

Meine Beine Streiken – Ich mache erst einmal eine längere Pause
Ich kam gut voran bis meine Beine gestreikt haben. Plötzlich bekam ich beim Laufen Krämpfe in den Beinen und ich beschloss eine längere Pause einzulegen. Glücklicherweise fand ich in unmittelbarer Umgebung eine Steinbank. Da sie sehr kalt war, legte ich meine Jacke darunter, zog meine Schuhe aus und legte mich mit angewinkelten Beinen auf die Bank um diese zu entlasten. Glücklicherweise hatte ich mir ja bei der Frühstückspause noch eine Banane mitgenommen und ich hoffte, dass diese meinem Körper ein bisschen Energie gibt. Des Weiteren nahm ich nochmal Magnesium und hoffte, dass diese schnell gegen die Krämpfe wirken. Dort lag ich bestimmt 45 Minuten und hatte auch eine lustige Situation mit einem Hund. Ich – als Müder Pilger – war das gefundene Opfer für ihn und er wollte erst mein Gesicht ablecken und dann meine Füße. Des Weiteren wollte er mir meine Bananenschale klauen, aber die hat er natürlich nicht bekommen. Ich glaube nämlich nicht, dass Bananenschalen gesund für Hunde sind. Über diese Situation musste ich sehr lachen. Wie schön, dass mir auch an meinem härtesten Tag auf dem Jakobsweg das Lachen nicht verging.

Abkühlung im Fluss?
Während ich da so lag zog auch noch ein Pilger aus der polnischen Pilgergruppe an mir vorbei. Er war wohl in Unterwäsche im Fluss schwimmen und zeigte stolz auf seinen nassen Hintern in der Hose. Er war richtig erfreut und sah mit seiner nassen Hose ziemlich lustig aus. Aber warum nicht die Situation nutzen für eine Abkühlung..
Auf geht der Kampf um die letzten 12 Kilometer
Ich schätzte, dass ich nun noch ca. 12 Kilometer vor mir habe und hatte echt Zweifel, ob ich meine Etappe an diesem Tag schaffen werde. Dennoch wollte ich es einfach versuchen und mich durchkämpfen. So schnell gebe ich nicht auf und wenn ich da an meinen ersten Camino denke, da hatte ich jeden Tag aufgrund der Blasen einen harten Kampf um meine Etappen zu schaffen und dennoch habe ich mein Etappenziel jeden Tag erreicht.
Tolle Bar entdeckt – Ich gönne mir ein alkoholfreies Bier
Zufälligerweise kam ich an einer richtig idyllischen Taberne vorbei, von deren Terrasse man einen tollen Blick auf den Rio Umia hat. Hier kehrte ich dann ein und gönnte mir eine weitere Pause bei einem alkoholfreien Bier. Auch wenn ich erst eine Pause gemacht habe, tat die Erfrischung richtig gut und in so einer schönen Atmosphäre, war es ein gelungener Pausenstopp.

Der Jakobsweg führt weiter durch kleine Ortschaften…
Weiter führte der Weg oftmals an der Straße entlang durch kleine Ortschaften. Nicht besonders spannend, aber immerhin kam ich gut voran. Erwähnenswert ist hier eine kleine Kapelle. Zum einen weil sie geöffnet war und es dort einen Stempel gab und zum anderen weil es dort die Möglichkeit gibt seine Wasserflasche aufzufüllen.
Periode auf dem Jakobsweg – Bin ich an deshalb so schwach auf den Beinen?
Irgendwann dämmert es mir, dass ich ja am Morgen meine Periode bekommen hatte und ich fragte mich, ob ich deshalb so schwach auf den Beinen bin. Der Zyklus von uns Frauen hat einen starken Einfluss auf die Leistungsfähigkeit. Während des Eisprungs hat man in der Regel mehr Energie und während der Periode ein Energietief. Ob das wirklich der Grund war oder ob ich mich am Vortag einfach überanstrengt habe, werde ich wohl nie erfahren. Immerhin bin ich froh, dass die Periode direkt am Morgen eingesetzt hat und nicht irgendwann tagsüber beim Laufen. Denn ist keine Toilette in Reichweite, kann das schnell zum Problem auf dem Jakobsweg oder beim Reisen im allgemeinen werden. Des Weiteren war ich froh, dass ich dieses Mal weder Krämpfe noch Verdauungsprobleme hatte. Für die Periode nutze ich übrigens Periodenunterwäsche (Anzeige), die ich bis zu 12 Stunden tragen kann (trotz starker Periode) und somit hatte ich zwischendurch keine Probleme mit dem Wechseln der Periodenprodukte.
Wenn du eine Frau bist, würde mich interessieren, ob du auf dem Jakobsweg während deiner Periode auch einmal einen Durchhänger hattest oder ob du es allgemein im Alltag merkst, dass du nicht so Leistungsfähig bist. Hinterlasse mir hierzu gerne einen Kommentar.
Weiter geht’s in Richtung Küste – Camino Espiritual Erfahrungsbericht zum Jakobsweg
Glücklicherweise haben sich meine Beine durch die langen Pausen etwas erholt und ich komme gut voran. Weiter geht der Jakobsweg hauptsächlich durch kleine Ortschaften und vorbei an Weinreben. Eine Stelle fand ich besonders schön, da die Weinreben zusätzlich mit blühenden Blumen gesäumt waren. Kunterbunt blühte es.

Danach ging es weiter ein Stück durch die Natur. Ich hatte wieder Musik auf den Ohren um mich von meinen Schmerzen abzulenken. Mal geht es an einem Wald vorbei und mal an Weinreben.

Kurze Pause – Humpelnd geht der Jakobsweg weiter – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
In einem Dorf fand ich dann ein schattiges Plätzchen unter ein paar Bäumen. Ich ruhte mich kurz aus und danach ging es humpelnd weiter. Nur noch 5,4 Kilometer bis zur Unterkunft… Meine Beine schmerzten dermaßen, dass kann man sich kaum vorstellen. Gerade die ersten Meter nach einer Pause sind immer die schlimmsten. Ich brauche dann immer ein bisschen Zeit bis ich wieder warm gelaufen bin. Trotz der Schmerzen war ich aber motiviert weiter zu gehen, denn Aufgeben und ein Taxi oder den Bus zu nehmen stellte für mich keine Option dar. Ich würde mich dann nicht gut fühlen, wenn ich meine Pilgerurkunde erhalte. Wahrscheinlich hätte ich das Gefühl sie nicht verdient zu haben. Wobei ich dennoch niemanden verurteile, der aufgrund von Schmerzen oder sonstigen Gegebenheiten auf solche Mittel zurückgreift. Jeder geht seinen eigenen Jakobsweg und legt dafür seine Regeln selbst fest.
Meer in Sicht – Bald habe ich meine Etappe geschafft
Ich freute mich sehr, als ich das Meer erblickte. Das heißt, dass ich es bald geschafft habe. Ehrlich gesagt liebe ich das Meer und es machte dann Spaß an der Küste entlang zu laufen und ich bereute hier nicht einen Pausentag eingelegt zu haben. Für mich scheint Villanova de Arousa als der perfekte Ort für einen Pausentag von müden Pilgern. Gerade nach den Anstrengungen der letzten Tage. Des Weiteren beschloss ich in der nächsten Strandbar eine weitere Pause einzulegen. Ich wollte einfach noch ein bisschen genießen. Natürlich gönnte ich mir wieder ein alkoholfreies Bier und genoss den Vibe in der Beachbar.

Die letzten 2,5 Kilometer bis zur Unterkunft – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
In der Bar habe ich natürlich wieder nachgeschaut wie weit es noch ist. Nur noch 2,5 Kilometer bis zur Unterkunft. Das schaffe ich auch noch. Übrigens hatte ich festgestellt, dass die Routenplanung von der kostenlosen App Mapy.com sich weitgehend am Jakobsweg ausrichtet und man somit die genauen Kilometer bis zur Unterkunft herausfinden kann. Humpelnd ziehe ich los um das letzte Stück auch noch zu schaffen. Zwischendurch hatte ich echt Zweifel, ob ich diese Etappe wirklich schaffen werde und ich war so Stolz auf mich, es durchgezogen zu haben. Der Weg führte weiter am Strand entlang und ich bereute weiterhin hier keinen Pausentag eingelegt zu haben. Über eine Brücke erreichte ich dann Villanova de Arousa und war bald in meiner Unterkunft. Dann gönnte ich mir die wohlverdiente Dusche und ging am Abend mit anderen Pilgern aus der Unterkunft Burger essen. Voller Stolz blickte ich auf den Tag zurück und war froh, auch diese für mich sehr harte Etappe gemeistert zu haben.

Unterkunft: A Corticela (Anzeige)
Kosten: 20,00 Euro
YouTube Video: Tag 12: Camino Espiritual – Der schönste Abschnitt & härtester Kampf
Jakobsweg Erfahrungsbericht Tag 13: Camino Espiritual – Bootsfahrt von Villanova de Arousa Pontecesures + Pilgern bis O Areal 12,1 km (Höhenmeter 130 / 80)
Eines der größten Abenteuer meiner Camino Espiritual-Reise war die Bootsfahrt mit dem Speedboot von Vilanova de Arousa nach Pontecesures – Teil der Traslatio oder „Ruta do Mar de Arousa e Río Ulla“. Diese Route erinnert an die Reise, die der Überlieferung nach die Gebeine des Apostels Jakobus auf einem Boot hierher über das Wasser brachte.
Mit dem Speedboot nach Pontesecures
Ich hatte mich beim Bootfahren übrigens für ein Speedboot entschieden – eher aus Versehen, weil ich dachte, es wäre ein normales Boot. Das heißt: ja, man ist schnell unterwegs und spart Zeit – was gut war, da ich dazu neige, bei jeder Art von Bootsfahrt seekrank zu werden. Selbst bei einer ruhigen Bootsfahrt auf dem Rio Parnaiba in Brasilien fühlte ich mich hundeelend.
Muschelzucht bei Villanova de Arousa
An den Highlights der Route machten wir immer einen kurzen Stopp und alles wurde ausführlich erklärt. Der erste Stopp fand an den Bateas, das sind hölzerne Plattformen an denen Muscheln gezüchtet werden. Sie bedecken einen großteil der Wasserfläche der Ria de Arousa.

Warm einpacken für die Bootsfahrt – Erfahrungsbericht Camino Espiritual
Nach einer kurzen Pause ging der wilde Ritt dann weiter und wir nahmen ordentlich an Geschwindigkeit auf. Da es in den frühen Morgenstunden war und wir schnell unterwegs waren war es durch den Fahrtwind Eiskalt und auch sehr laut. Ich lasse dir in einer kurzen Frequenz einmal die Original Tonlaufnahme:
Aber: je schneller das Boot, desto schaukeliger war es, und mein Magen und Bauch haben das gespürt. Das war ambivalent – ich war froh, schnell anzukommen, aber der Weg war im Speedmodus eben noch härter.

Die historischen Stein-Kreuze auf der Bootsfahrt vom Camino Espiritual
Während der Bootsfahrt sah ich mehrere der historischen Stein-Kreuze (Cruceiros / Cruceiro Xacobeo). Insgesamt gibt es 17 solcher Kreuze entlang dieser Route von denen man bei der Bootstour etwa 12 sehen kann.
- Eines der bekannten ist das Kreuz „Punto Grandoiro“ (#5),
- dann kommt der Calvario von „Punto Patiño“ mit seinen drei Kreuzen (die an Jakobus und seine Jünger erinnern),
- weiter außen sind z. B. das Kreuz auf der Insel Cortegada oder die „Illota Telleira, Catoira“.
Auch wenn wir an an allen dieser Steinkreuze einen kurzen Stopp mit einer ausführlichen Erklärung gemacht haben. Kann ich mich an die Einzelheiten leider kaum Erinnern. Trotz der Traumlandschaft in der Aufgehenden Sonne konnte ich die Fahrt nicht wirklich genießen, da ich mich hundeelend fühlte und schon sehr darauf freute endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben.


Ruine Torres do Oeste – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
Zwischen den Kreuzen haben wir auch eine alte Ruine bzw. die „Torres do Oeste“ passiert, die Überreste von Wehrtürmen, die historisch als Verteidigungsanlagen galicischer Küste dienen. Leider kann man diese aufgrund der Gegenlichtaufnahmen gegen die Sonne nicht so gut erkennen. Diese Türme sind ein beliebtes Fotomotiv und haben eine markante Silhouette, besonders wenn man vom Boot herüber schaut – sie verstärken den Eindruck von Geschichte und mystischer Atmosphäre entlang der Wasserroute.

Würde ich die Bootsfahrt noch einmal machen? Jakobsweg Erfahrungsbericht
Ich fand es beeindruckend, wie die Natur, das Wasser, die Kreuze und diese alte Steinruine zusammen eine Stimmung schaffen — schön, ehrfürchtig und herausfordernd zugleich. Ob ich jedoch die Bootstour aufgrund meinen Problemen mit der Seekrankheit jedoch nochmal machen würde, ist ungewiss.
Seekrank – Ich brauche erst einmal eine Pause
Mit wackeligen Beinen und total Seekrank stieg ich dann vom Boot. Über einen schwankenden Holzsteg – auf dem ich mich wie besoffen fühlte – gelangte ich an Land. Während die anderen Pilger sich auf dem Weg machten, setzte ich mich erst einmal auf die Steinmauer. Mir war hundeelend und ich brauchte erst einmal eine Pause. Das flaue Gefühl im Magen wollte einfach nicht verschwinden. War es eine gute Idee, versehentlich das Speedboot genommen zu haben? Ich weiß es nicht. Unabhängig wie schnell ein Boot fährt, habe ich immer mit Seekrankheit zu kämpfen. Die Überfahrt mit dem anderen Boot hat um ein vielfaches länger gedauert. Nach einer gefühlten halben Stunde machte ich mich auf dem Weg, aber kam nicht weit. Bei der nächsten Bank machte ich wieder Pause und versuchte mich zu sammeln. Die Übelkeit wollte einfach nicht weg gehen…
Das langsame Boot legt an und ich sehe bekannte Gesichter – Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual
Geschätzt 45 Minuten oder eine Stunde nach meinem Anlegen kam das andere Boot an und ich traf auf Irina. Ich hatte sie am Vorabend in der Küche der Unterkunft schon kennen gelernt und wir haben später in WhatsApp festgestellt, dass wir in der gleichen WhatsApp Pilgergruppe sind. Wir fingen eine Unterhaltung an und sie bot mir an sich anzuschließen. Sie und eine Pilgerin aus England wollten in Padron direkt zum Touristenbüro gehen um die Pilgerurkunde „Pedronia“ für den Camino Espiritual abholen. Ich hatte zwar immer noch ein flaues Gefühl im Magen, aber beschloss mich anzuschließen. Die Unterhaltung würde mir gut tun und mich ablenken.
Pedronia – Die Pilgerurkunde für den Camino Espiritual gibt es im Touristenbüro von Padron
Angekommen im Touristenbüro legten wir unsere Pilgerausweise vor und erhielten daraufhin die Pedrona. Das war meine erste Urkunde für diesen Jakobsweg und ich freute mich. Ich war Stolz den fordernden Camino Espiritual gemeistert zu haben. Nach dem Erhalt der Pilgerurkunde trennten sich unserre Wege, da wir unterschiedliche Pläne hatten… Die Pedronia hat übrigens 2,00 Euro gekostet.

Frühstückspause in Padron – Jakobsweg Erfahrungsbericht
Mein Plan war es in Padron noch gemütlich frühstücken zu gehen. Mein Magen hatte sich zwischenzeitlich erholt und ich wusste noch nicht, wie weit ich an diesem Tag laufen wollte. Für mich stand fest, bis Santiago laufe ich an diesem Tag nicht mehr und ich wollte während meines Frühstücks nach einer Unterkunft für die Nacht suchen.
Nach ein bisschen Suchen fand ich ein Cafe das Churros anbietet und da konnte ich natürlich nicht wiederstehen. Ich liebe Churros, aber nicht auf die traditionelle spanische Variante mit heißer Schokolade sondern einfach mit Zucker. Während ich mir die Churros schmecken ließ fand ich auch die Unterkunft für diese Nacht. Ich beschloss mir ausnahmsweise einmal ein Einzelzimmer zu gönnen. Das günstige Einzelzimmer lag in O Areal in etwa 10 Kilometern Entfernung.

Ich bin froh nur eine kurze Etappe vor mir zu haben – Jakobsweg Erfahrungsbericht
Nach den Anstrengungen der letzten Tage und meinen Problemen mit der Seekrankheit bin ich froh, nur eine kurze Etappe vor mir zu haben. Durch die Nähe zu Santiago und dem Wissen, dass ich am nächsten Tag ankommen werde, schwelge ich ein bisschen in Erinnerungen an meinem ersten Jakobsweg. Da bin ich die Strecke von Padron an einem Tag durchgelaufen und ich hatte eine rießige Pilgergruppe vor mir, durch die ich mich hindurchschlängeln musste. Es war eine Gruppe aus Schülern, die lautstark gesungen hatte. Des Weiteren erinnerte ich mich an den emotionalen Moment nach all den Mühen in Santiago anzukommen. Voller Vorfreude auf die morgige Ankunft ging ich weiter in Richtung Santiago de Compostela. Ich freute mich auch schon meine Pilgerfreunde Benny, Julia und Holly in Santiago de Compostela wieder zu sehen. Durch meine Alternative Route auf dem Camino Espiritual hatte ich sie dann nicht mehr gesehen, aber dadurch dass wir über Whatsapp in Kontakt waren, wusste ich, dass ich sie morgen wieder sehen würde.
Matepause am Wasserbecken
Da ich mich erst so um 12 Uhr auf den Weg machte, brannte die Sonne richtig runter. Es war wieder heiß geworden, so um die 30° und so beschloss ich an einem Wasserbecken im Schatten meine Matepause zu machen. Ich hatte an diesem Tag ja nicht weit zu gehen und konnte sowieso erst um 15 Uhr in der Unterkunft einchecken. Somit hatte ich genug Zeit, meinen Mate zu genießen. Währenddessen kamen ein paar Pilger vorbei, aber keine Pilgermassen. Durch den späten Start war es sehr ruhig auf dem Jakobsweg.

Weiter geht es Richtung Unterkunft für die Nacht
Der Jakobsweg führt weiter durch kleine Ortschaften. Dieses Stück der Etappe fand ich nicht so schön, da ich die Natur bevorzuge. Des Weiteren führte der Weg teilweise an einer vielbefahrenen Straße entlang. Meistens jedoch durch schmale Gassen.
Gemeinsames Pilgern, mit zwei Pilgern die ich heute auf dem Boot kennengelernt habe
Bald traf ich dann auf zwei deutsche Pilger, die ich schon von der spirituellen Bootsfahrt kannte und wir beschlossen gemeinsam weiter zu ziehen. Wir hatten tolle Gespräche über das Leben, wie es auf dem Jakobsweg so üblich ist. Viele Pilger sind sehr aufgeschlossen und man redet schnell über die eigenen Probleme, warum man den Weg geht und was man sich vom Jakobsweg so erhofft. Diese Unterhaltungen sind sehr wertvoll und ich würde mir wünschen, dass die Menschen im Alltag ebenso offen sind. Wir ließen es auch gemütlich angehen und machten immer wieder kleine Pausen. So macht der Camino wirklich Spaß.

Alleine die letzten Meter zur Unterkunft – Sengende Hitze – Jakobsweg Erfahrungsbericht
Als die zwei Pilger dann nochmal eine Pause machten und ich nur noch 2 Kilometer zur Unterkunft hatte beschloss ich alleine weiter zu ziehen. An diesem Tag war es richtig Heiß und ich wollte einfach nur noch ankommen. Ich freute mich schon darauf, zu Duschen, meine Wäsche mal wieder in der Maschine zu waschen und den Pilgertag gemütlich ausklingen zu lassen. Es gab hier auch noch einen besonders schönen Abschnitt der durch einen Gang aus Weinreben führte. Im allgemeinen war der Abschnitt den ich an diesem Tag gelaufen bin schöner als gedacht. Ich hatte die Etappe in nicht so schöner Erinnerung, was vielleicht auch daran lag, dass ich bei meinem letzten Jakobsweg die kompletten Kilometer von Padron bis Santiago de Compostela am Stück gegangen bin und der Fokus mehr auf der Ankunft in Santiago lag.


Gemütlicher Ausklang des Pilgertages
Ich habe es wirklich genossen einmal ein Zimmer für mich zu haben. Nach einer Dusche und dem Wäsche waschen in der Maschine gönnte ich mir ein leckeres Pilgermahl in der Unterkunft und entspannte in dem wunderschönen Garten. Diese Unterkunft kann ich dir wirklich empfehlen, da die Hausherren super herzlich waren und ich mich sehr wohlgefühlt habe.
Unterkunft: Einzelzimmer Pensión Rural para Peregrinos „AREAL“ (Anzeige)
Kosten: 40,00 Euro
YouTube Video: Camino Portugues Tag 13 – Die spirituelle Bootsfahrt nach Pontecesures
Jakobsweg Erfahrungsbericht Tag 14: Camino Portugues – Von O Areal bis Santiago de Compostela 16,6 km (Höhenmeter 370 / 170)
Nach einer erholsamen Nacht im Einzelzimmer startete ich auf meine letzte Etappe nach Santiago de Compostela. Ich war voller Vorfreude, da ich wusste, dass einige meiner Pilgerfreunde dort schon auf mich warten und wir uns endlich wiedersehen werden. Die Ankunft in Santiago de Compostela ist wirklich etwas besonderes, auch wenn Santiago für mich diesmal nur ein Zwischenziel darstellen sollte. Denn für mich stand fest, mein Jakobsweg wird weiter gehen bis nach Finisterre und Muxia. Natürlich wird es auch über meinen weiteren Camino Erfahrungsberichte geben.
Erinnerungen an die Ankunft in Santiago de Compostela bei meinem ersten Jakobsweg
Während ich so in Richtung Santiago de Compostela lief erinnerte ich mich an meinen ersten Jakobsweg. Ich hatte es in den ersten Tagen mit der Etappenlänge komplett übertrieben und hatte mit schlimmen Blasen zu kämpfen. Obwohl ich meine geplanten Etappenlängen immer geschafft hatte, war jeder Schritt eine Qual weil ich solche Schmerzen hatte. Die Ankunft in Santiago de Compostela und die Gewissheit, dass ich es tatsächlich geschafft hatte, war dann total überwältigend und ich war gespannt, ob es diesmal wieder so sein wird.
Überraschenderweise sehe ich nur wenige Pilger – Jakobsweg Erfahrungsbericht
Wahrscheinlich lag es daran, dass ich nicht in Padron gestartet bin, wie vermutlich die meisten Pilger, denn es waren nicht allzu viele Pilger unterwegs. Ich war überrascht wie leer zu diesem Zeitpunkt die letzte Etappe nach Santiago war.
Matepause am Wegesrand
Der Weg führte durch herrliche Wälder und als ich einen Stein zum Sitzen fand, beschloss ich meine Matepause einzulegen. Während ich meine Pause machte, stellte ich jedoch fest, dass doch ziemlich viele Pilger die letzte Etappe nach Santiago de Compostela angetreten haben. Viele Pilger zogen am mir vorbei und wir wünschten uns alle einen Buen Camino. Ich stellte fest, solange man am Laufen ist, verlaufen sich die Pilgermassen, da man meist ein ähnliches Tempo geht, aber wenn man dann einen Stopp einlegt, stellt man fest wie viele unterwegs sind.

Gefühlschaos über die Ankunft in Santiago de Compostela – Jakobsweg Erfahrungsbericht
Ich weiß nicht, wie es anderen Pilgern geht, aber bei mir herrschte über die Ankunft in Santiago de Compostela ein Gefühlschaos. Auf der einen Seite spürt man die Freude anzukommen und den Jakobsweg wirklich gemeistert zu haben und auf der anderen Seite ist man traurig, dass der Weg dann vorbei ist. Glücklicherweise endet mein Jakobsweg ja nicht in Santiago und somit überwiegt die Freude mein Zwischenziel auf dem Jakobsweg 2025 zu erreichen. Dennoch bin ich sehr in Gedanken versunken und gespannt wie die Ankunft dieses mal sein wird.
Mein emotionalster Moment auf dem Jakobsweg – Jakobsweg Erfahrungsbericht
Schon von weitem hörte ich die Klänge von traumhafter Klaviermusik, jedoch konnte ich nicht zuordnen woher das kommt. Letztendlich erblickte ich dann einen Klavierspieler am Wegesrand, der die Pilger mit seiner traumhafte Musik beglückt. In diesem Moment kamen bei mir so viele Emotionen hoch und ich war zu tränen gerührt und konnte ein paar Freudentränen nicht unterdrücken…

Pilgern in der Hitze – Erfahrungsbericht zum Jakobsweg
Am Tag meiner Ankunft sagte der Wetterbericht, dass es 34° werden soll. Bereits um 11 brannte die Sonne herunter, weshalb ich beschloss zugig und mit wenigen Pausen nach Santiago zu gehen. Zum Frühstück hatte ich noch einen Boxenstopp in einem Cafe gemacht und mit ein riesige Croissant geholt aber nun wollte ich bis zur letzten Bar kurz vor Santiago durchziehen. Inzwischen hatte sich der Jakobsweg in eine Pilgerautobahn verwandelt und alle strebten das gemeinsame Ziel die Kathedrale von Santiago de Compostela an. Als ich auf dem Weg jedoch eine süße Kathenfamilie mit Katzenbabies sah, habe ich mir trotzdem Zeit für die kleinen süßen Kätzchen genommen. So viel Zeit muss einfach sein. Im allgemeinen führt das letzte Stück nach Santiago durch überraschend viel Natur. Man würde erwarten, dass es viel Städtisches Gebiet ist, aber dem ist nicht so. Ich kam richtig gut voran und bald waren es nur noch 10 Kilometer bis Santiago und kurz darauf nur noch 8 Kilometer…

Die Sonne brennt und ich ziehe weiter durch
Da ich der Sonne und der Hitze entfliehen möchte zog ich weiter durch. Ich freute mich über jeden Schatten… Ich beschloss auch auf Pausen zu verzichten, da ich nach den Pausen immer ein bisschen Startschwierigkeiten hatte. Dann ging es immer erst einmal nur humpelnd voran und ich wollte ja so schnell wie Möglich aus der Sonne. Gerne hätte ich mir ein bisschen mehr Zeit gelassen um in Gedanken zu schwelgen, aber das Wetter spielte dafür nicht mit.
Santiago ist in Sichtweite und nette Begegnung mit ein paar Spaniern
Ich komme gut voran und kann Santiago schon sehen. Die Vorfreude steigt immer mehr. Neben mir hält ein Auto und zwei Spanier fragen mich, wo ich den gestartet sei. Ich erkläre ihnen, dass ich in Porto gestartet bin und dann noch weiter bis Finisterre und Muxia pilgern will. Sie sind erstaunt, ziehen den Hut vor mir und wünschen mir einen guten Weg. Es war wirklich eine nette Begegnung.


Letzter Boxenstopp vor der Kathedrale von Santiago de Compostela
Ca. 5 Kilometer entfernt von der Kathedrale von Santiago de Compostela auf dem Camino Portugues gibt es nochmal eine Bar und ich mache nochmal eine kurze Pause. Natürlich gönne ich mir ein alkoholfreies Bier und ich finde sogar ein Souvenir. Auf meinem letzten Camino hatte ich mri ein Armband gekauft, auf dem stand „No suenes tu vida, vive tus suenos“ was so viel bedeutet „Träume nicht dein Leben, sonder lebe deine Träume“ – dieses hatte ich dann leider jedoch verloren. In dem Souvenirshop fand ich gleiche Armband und kaufte es mir wieder um mich täglich daran zu erinnern, an meinen Träumen zu arbeiten. Während ich Pause machte, informierte ich auch meine Pilgerfreunde und zog dann weiter.

Viele Wege führen in Santiago zu Kathedrale
In Santiago gibt es dann immer wieder Weggabelungen, bei denen man sich entscheiden muss, welchen Weg man zur Kathedrale einschlägt. Ich hatte in Erinnerung, dass mich diese das letzte Mal teilweise ganz schön außen herum geführt haben und dieses Mal wollte ich es besser machen. Aus diesem Grund beschloss ich hier die Navigation von Mapy.com mitzunutzen. Ich wollte einfach Umwege vermeiden und aus der Hitze raus.
Unerwartetes Wiedersehen kurz vor der Kathedrale von Santiago de Compostela
Ca. 3 Kilometer vor der Kathedrale traute ich meinen Augen nicht. Da saß tatsächlich Roy, der Pilger der sich die Nase gebrochen hatte und den ich seit Tag 6 auf dem Jakobsweg nicht mehr gesehen hatte. Was für ein Zufall und ich freute mich wirklich sehr ihn wieder zu sehen und mit ihm gemeinsam zur Kathedrale zu gehen. Er war in Begleitung von zwei jungen Frauen. Er hatte sich zwischenzeitlich auch am Knöchel verletzt und ein Band seines Rucksacks war gerissen, aber er hat es bis Santiago geschafft was mich wahnsinnig freute. Die letzten Meter zur Kathedrale bekam er von den zwei jungen Frauen, die er scherzhaft als Sherpas bezeichnete Hilfe. Eine davon trug seinen kaputten Rucksack, so dass sichergestellt war, dass er auch die letzten Meter noch schaffen würde. Auch ich bot meine Hilfe an. Wir waren vertieft in Gespräche, wie es uns zwischenzeitlich so ergangen war und liefen dann letztendlich die letzten Meter zur Kathedrale. Mit jedem Meter stieg die Spannung. Kurz vor der Kathedrale übernahm Roy seinen Rucksack wieder selbst. Er wollte es sich nicht nehmen lassen, mit Rucksack bei der Kathedrale anzukommen. Ich habe allergrößten Respekt vor diesem Mann, der trotz gebrochener Nase und anderen Leiden in seinen 70ern den Jakobsweg bewältigt hat. Ich bin wirklich stolz auf ihn.
Angekommen an der Kathedrale von Santiago de Compostela
Es war wieder ein ergreifendes Gefühl vor der Kathedrale zu stehen, jedoch nicht so ergreifend wie beim ersten Mal. Diesmal stellte Santiago ja nur ein Zwischenziel meiner Pilgerreise dar und außerdem war es an dem Tag einfach zu heiß. Bei meinem ersten Camino war ich lange Zeit ehrfürchtig vor der Kathedrale gesessen und konnte es kaum glauben angekommen zu sein. Dieses Mal brannte die Sonne und nach einem Blick auf die Kathedrale mussten wir auch schon in den Schatten flüchten. Es war in der prallen Sonne einfach nicht auszuhalten. Schon bald kamen auch Benny und Julia mit ihrer Hündin Athenea dazu und wir schlossen uns freudig über das Wiedersehen in die Arme. Ein bisschen später begrüßte ich auch Holly freudig. Es war so schön meine Pilgerfreunde wieder zu sehen und zu wissen, dass wir es alle gemeistert haben

Unterkunft: Blanco Albergue (Anzeige)
Kosten: 56,00 Euro für 2 Nächte
YouTube Video: Tag 14: Tränen, Freude & Wiedersehen: Ankunft in Santiago

Wie verbrachte ich dann meine Zeit in Santiago de Compostela?
Nach dem freudigen Wiedersehen ging ich mit Holly und Benny erst einmal lecker Essen. Danach holte ich meine Pilgerurkunde ab und checkte in meiner Unterkunft, die ich für zwei Tage gebucht hatte ein. Die Unterkunft hatte eine perfekte Lage, direkt um die Ecke vom Pilgerbüro. Auch dieses Mal habe ich es nicht geschafft, die Sehenswürdigkeiten von Santiago zu erkunden. Mir war es wichtiger die Zeit mit meinen Pilgerfreunden noch einmal ausgiebig zu genießen bevor wir uns verabschieden mussten. An den Abenden gab es feuchtfröhliche Treffen in Restaurants bei denen wir die Ankunft feierten. Aber auch tagsüber verbrachten wir gemeinsame Zeit in Cafes.
Tolle Idee – Postkarten mit lieben Worten
Bei einem Cafe-Besuch hatte Irina eine besonders tolle Idee. Sie besorgte Postkarten, von denen jeder eine erhalten sollte. Diese Postkarten füllten die Mitpilger mit lieben Worten über die Person, beziehungsweise mit tollen gemeinsamen Erlebnissen. So konnte jeder von uns eine einzigartige Erinnerung an den Jakobsweg mit nach Hause nehmen. Die lieben Worte der anderen rührten uns oftmals zu Freudentränen…
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Tolle Begegnung mit einem Erfahrenen Pilger und die franziskanische Compostela (Cotolaya)
Als ich an meinem Pausentag den Platz vor der Kathedrale passierte kam ich mit einem Pilger ins Gespräch. Er hatte einen wunderschönen Pilgerstock und einen riesigen Rucksack dabei. Roberto Antonio erzählte mir, dass er bereits 44 Caminos gegangen und in Rom gestartet ist und nun auch auf dem Weg nach Finisterre sei. Wir unterhielten uns ein bisschen und er fragte mich, ob ich mir auch die franziskanische Compostela geholt habe. Ich verneinte, da ich von dieser noch gar nichts gehört hatte. Er klärte mich auf, dass man in der nahegelegenen Franziskuskirche eine weitere Urkunde erhält – die Cotolaya. Er ging mit mir zur Kirche und wir holten die Urkunde ab. Daraufhin erklärte er, dass er selbst Wachsstempel macht und bot mir sowohl für meine Cotolaya, als auch für meinen Pilgerausweis nach Finisterre an, mir einen Wachsstempel zu machen. Dieses Angebot konnte ich nicht ausschlagen.

Wie war mein weiterer Jakobsweg nach Finisterre und Muxia?
Natürlich verfasse ich auch Erfahrungsberichte zu meinem weiteren Jakobsweg nach Finisterre und Muxia. Es werden außerdem noch die Etappenplanung für diese Strecke als auch ein Blogbeitrag über meine Kosten für den Jakobsweg folgen. Wenn du dies nicht verpassen willst, abonniere meinen Newsletter, dann wirst du automatisch informiert, sobald mein nächster Blogbeitrag veröffentlicht ist.
Weiterlesen auf meinem Reiseblog:
Alle meine Blogbeiträge zum Thema Jakobsweg findest du auch in der Kathegorie „Jakobsweg“.
Jakobsweg für Anfänger – Die häufigsten Fragen erklärt
Den Jakobsweg alleine gehen? 9 Gründe den Pilgerweg solo zu gehen
Erfahrungsbericht zum Jakobsweg: Camino Portugues de la Costa – Der Küstenweg in 13 Etappen
Übersicht Etappen auf dem Camino Portugues de la Costa inkl. Übernachtungskosten und Etappenplanung
Erfahrungsbericht zum Jakobsweg in Portugal: Camino Portugues Central von Porto bis Tui (Teil 1)
Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg von Tui bis Pontevedra (Teil 2)
7 Sehenswürdigkeiten in Muxia an der Costa da Morte / Spanien
Informationen und Reiseführer zum Portugiesischen Jakobsweg:
Wenn du dich jedoch sicherer fühlst, wenn du ein bisschen mehr Informationen vorliegen hast und auch nachlesen kannst, kann ich dir nachfolgende Reiseführer zum Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela empfehlen:
Fan-Artikel zum Jakobsweg:
Ich habe einige Fanartikel für Jakobswegbegeisterte erstellt. Du kannst aus den nachfolgenden Designs wählen und dir ein T-Shirt, eine Tasse, Turnbeutel, Hoodies, Taschen und vieles mehr damit bedrucken lassen. Mit einem Klick auf das Bild, kannst du auswählen, welchen der Artikel du mit diesem Motiv bedrucken lassen möchtest. Viel Spaß beim Shopping. 😉
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Hallo Jenny,
dein Erfahrungsbericht über den Camino Espiritual und deine Ankunft in Santiago hat mich richtig in seinen Bann gezogen – so lebendig und anschaulich hast du alles beschrieben.
Beim Betrachten deiner wunderschönen Bilder von dieser traumhaften Landschaft bekommt man sofort Fernweh.
Du kannst wirklich sehr stolz auf dich sein, diesen oft anstrengenden Weg mit all seinen Höhen und Tiefen so tapfer gemeistert zu haben – ich
bewundere dich sehr dafür!
Der „Lohn“ für all die Strapazen ist am Ende natürlich das Ankommen in Santiago de Compostela, und genau dieses Ziel treibt einen wahrscheinlich immer weiter voran.
Ich freue mich schon sehr auf deinen nächsten Erfahrungsbericht!
Hallo Rosi,
ich freue mich zu hören, dass dir auch dieser Erfahrungsbericht so gut gefallen hat. Vielen Dank auch für die Anerkennung meiner Leistung. Du hast Recht, in Santiago anzukommen und den Weg mit seinen Höhen und Tiefen zu meistern treibt einen voran, auch wenn manche Tage nicht einfach sind. Dennoch ist es die Mühen wert, da die schönen Momente definitiv bei weitem überwiegen.
Wenn du meinen Newsletter abonniert, wirst du automatisch informiert, wenn mein Erfahrungsbericht über die weitere Pilgerreise nach Finisterre veröffentlicht wird.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende Jenny