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Portugiesischer Jakobsweg – dies ist der 2. Teil meines Erfahrungsberichts. Im ersten Teil ging es von Porto bis Tui, nun nehme ich dich mit auf die nächste Etappe von Tui bis Pontevedra auf dem Camino Portugues Central. Da der Erfahrungsbericht sonst zu umfangreich wäre, habe ich ihn aufgeteilt. Im nächsten Teil begleite ich dich dann weiter auf den Camino Espiritual. Der portugiesische Jakobsweg in Portugal war traumhaft schön – und jetzt erzähle ich von meinen persönlichen Erlebnissen auf der spanischen Seite des Camino Portugues.
Jakobsweg Vlog 2025
Diesmal konntest du mich auch virtuell begleiten, denn ich habe meinen Pilgerweg mit der GoPro gefilmt und die Videos findest du bereits auf YouTube in meinem Jakobswegvlog. Über jede Tagesetappe meines Camino de Santiago gibt es ein separates Video und ich nehme dich mit auf all die Höhen und Tiefen des Pilgerns. Mein Ziel war es, die Videos so authentisch wie möglich zu gestalten und einige meiner Zuschauer, haben mir bestätigt, dass mir dies gut gelungen sein. Wenn du also nicht nur eine Leseratte bist, sondern dir auch gerne Videos zum Jakobsweg anschaust, dann schau gerne vorbei.
Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg ab Tui
Nachfolgend berichte ich von meinen einzelnen Etappen auf dem portugiesischen Jakobsweg ab Tui auf dem Camino Portugues Central. Ich starte bei Etappe 8, da ich in meinem ersten Teil schon 7 Tage gepilgert bin. Zusammen mit der Variante Espiritual habe ich 14 Tage bis Santiago de Compostela gebraucht.
Erfahrungsbericht: Tag 8 Portugiesischer Jakobsweg – Von Tui bis O Porrino 17,3km (Höhenmeter 220 / 210)
Am Morgen auf der 8. Etappe des Camino Portugues Central, wurde mir bewusst, dass ich bereits rund 125 km gegangen bin. Dies hat meine Füße ganz schön in Mitleidenschaft gezogen, aber dennoch war ich guter Dinge, dass ich weiter laufen kann. Die Blasen an den Füßen waren kein Vergleich zu meinem 1. Jakobsweg…
Vorplanung für den Camino Espiritual
Ich hatte auch von einem anderen Pilger (Danke Armin), der mir ein paar Tage vorraus war den Hinweis bekommen, dass der Camino Espiritual sowohl die Unterkünfte, als auch die Bootsfahrten schon ein paar Tage im Voraus ausgebucht seien, weshalb ich mich dazu entschieden hatte beides schon vorzubuchen. Meine Etappenlängen standen sowieso schon für mich fest. Glücklicherweise hat mit der Buchung alles bestens geklappt und ich konnte mich schon auf die Wegvariante Espiritual freuen. Von diesem Jakobsweg hatte ich schon so viel gutes gehört und ich war gespannt, was der Weg so für mich bereit hält.
Portugiesischer Jakobsweg und seine herrlich grüne Natur
Schon bald hatte ich Tui hinter mir gelassen und die heute Etappe führte mich erstmal durch die herrlich grüne Natur Galiziens. Auch wenn es weitgehend auf geteerten Wegen war, bei solchen Etappen macht das Pilgern wirklich Spaß. Später führte der Jakobsweg an einer Straße entlang, die jedoch einen breiten Seitenstreifen für die Pilger hatte. Kein Vergleich zu meinen ersten Etappen raus aus Porto, bei denen ich teilweise wirklich Angst hatte überfahren zu werden.
Es war auch der erste Etappe auf die der Jakobsweg etwas voller wurde. Dies ist mir besonders bei meiner Matepause am Wegesrand aufgefallen, als unzählige Pilger an mir vorbei zogen. Eigentlich war das auch kein Wunder, da ich mich der 100km Marke des portugiesischen Jakobswegs näherte und einige Pilger ja nur die letzten 100km bis Santiago gehen.

Portugiesischer Jakobsweg: Vandalismus
Der Weg führte von der Straße dann in einen Wald. Am Anfang des Waldes war ein Schild, das leider gar nicht mehr gut aussah. Unzählige Aufkleber und Beschmierungen waren darauf angebracht und ich finde es echt nicht schön, warum manche Leute Schilder so verunstalten müssen. Bereits in meinem ersten Teil, habe ich vom Willkommenschschild in Spanien berichtet, das so zugeklebt wurde (innerhalb von 2 Jahren, weil als Benny vor 2 Jahren dort gelaufen ist war das Schild noch wie neu). Ich Verstehe nicht, warum man Schilder so verunstalten muss…

Traumhafte Wälder und getrübte Stimmung durch Hass im Netz
Der Waldweg auf den ich abgebogen bin, war traumhaft schön. Endlich wieder so richtig in der Natur und das freute mich. Dennoch war meine Stimmung an diesem Tag etwas getrübt. Wenn man, so wie ich, einen Reiseblog betreibt stößt man leider immer wieder auf Hass im Netz. Es mögen Neider sein und / oder Menschen die mit ihrem Leben selbst unzufrieden sind, aber es trifft einen halt trotzdem. Ich hatte mir die Mühe gemacht, jeden Tag eine kurze Zusammenfassung meines Tages zu Posten und in diversen Facebook Gruppen zu teilen. Da ich aufgrund meines Vlogs die ganze Zeit mit Filmen beschäftigt bin, habe ich auf dem Weg nur wenige Fotos mit dem Handy gemacht und wenn, dann meistens Erinnerungsfotos für mich – also Selfies. Nun wurde mir deshalb vorgeworfen Narzistisch zu sein und nur Aufmerksamkeit zu wollen.
Mit meinen Beiträgen und Zusammenfassungen des Tages wollte ich eigentlich nur anderen eine Freude machen, die den Weg selbst schon gegangen sind oder noch gehen wollen. Es sollte einfach eine Inspiration sein, sich selbst auf den Weg zu machen und die Höhen und Tiefen des Pilgerns widerspiegeln. Hier in meinem Blogbeitrag kann ich Fotos aus meinen Videos verwenden und so mehr den eigentlichen Weg darstellen, aber auf dem Weg hatte ich halt nur die Möglichkeit die paar Handybilder die ich gemacht hatte zu verwenden.

Hass im Netz – Warum Hater Hass verbreiten
Auch wenn ich schon früher negative Erfahrungen in den sozialen Medien gemacht hatte, wirft mich so etwas immer noch aus der Bahn. Ich bin ja wegen meinen Depressionen in Therapie und auch dort war es schon Thema. Ich hatte mit meinem Therapeuten schon ausführlich über das Thema Hass im Netz gesprochen und er meinte, dass Leute die so etwas machen selbst mit ihrem Leben nicht zufrieden sind. Diese Unzufriedenheit veranlasst sie dazu, andere nieder zu machen. Sie fühlen sich dann stark. Auch mir gefällt nicht alles, was ich online so sehe, aber mein Gott, dann scrolle ich halt weiter und beschimpfe die Person nicht. Sowohl mit meinen Blogbeiträgen, als auch mit meinem Jakobsweg Vlog ist meine Intention anderen zu helfen. Ihnen den Mut zu geben, das Abenteuer Jakobsweg selbst anzugehen oder sich an ihren Jakobsweg zu erinnern. Bevor ich das erste Mal selbst auf dem Jakobsweg war, habe ich auch alle Blogbeiträge und YouTube Videos zum Thema verschlungen, weil ich von dieser Art vom Reisen so fasziniert war.
Ob es nun Neid oder Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben ist, dass Leute zum Hass im Netz veranlasst. Ich lasse mich davon nicht unterkriegen, denn es macht mir Spaß von meinem Reiseerlebnissen zu berichten und von anderen habe ich auch die Rückmeldung erhalten, dass ich ihnen damit einen Mehrwert gebe. Auf diese Leute werde ich mich fokussieren, denn für die mache ich das.

Diese Etappe laufe ich bewusst alleine
Aufgrund des Ärgers, habe ich es sehr genossen diese Etappe auf dem Camino Portugues Central alleine zu laufen. So konnte ich einfach meinen Gedanken nachhängen. Nach dem traumhaftem Wald, habe ich ein Cafe gefunden, in dem ich mir einen Tortilla mit Chorizo gegönnt habe und danach ging es weiter. Ich wusste schon, dass es auf dieser Etappe auf dem portugiesischen Jakobsweg eine Abzweigung geben wird, bei der ich weiße wählen muss. Der eine Weg führt durch herrliche Natur und der andere durch ein tristes Industriegebiet und ich hatte ein bisschen Angst, diese Abzweigung zu verpassen.
Galizien ist sooo schön… Erfahrungsbericht – Camino Portugues Central
Die Natur Galiziens steht der in Portugal um nichts nach. Es ist einfach traumhaft schön und ich genieße es alleine zu gehen und die herrliche Natur in mich aufzusaugen und dem Vogelgezwitscher zu lauschen… Bei Gesprächen mit anderen Pilgern ist man ja doch häufig ein bisschen abgelenkt und kann die Natur nicht ganz so genießen, wie alleine.

Weggabelung auf der 8. Etappe des portugiesischen Jakobswegs: Natur oder Industriegebiet
Die Weggabelung kannst du eigentlich nicht verpassen und hier fiel mir die Entscheidung leicht. Natürlich möchte ich lieber durch die traumhafte Natur Galiziens gehen, anstelle durch ein ödes Industriegebiet. Auch wenn der Weg vielleicht ein bisschen länger ist…
Der Weg durch die Natur war auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Den Pilgermassen bin ich tatsächlich irgendwie entflohen und ich konnte die Natur fast für mich alleine genießen. An einer Brücke über einen Bachlauf konnte ich einem Froschkonzert lauschen.

Blasen auf dem Jakobsweg – Erfahrungsbericht – Camino Portugues Central
Allerdings machte sich meine Blasen vorne rechts am Fußballen unschön bemerkbar. Dieses leidige Übel gehört für viele Pilger zum Jakobsweg leider dazu. Egal, wie gut die Schuhe eingelaufen sind, die Füße sind diese ständige Belastung einfach nicht gewohnt. Ich hab mir dann vorgenommen, die Blase nach der Ankunft noch einmal mit der Fadentechnik ausführlich zu verarzten und habe mich weiter durchgekämpft…
Wenigstens war auf dem Naturweg der Boden teilweise aus Sand und das tat den Füßen so gut. Der weiche Untergrund ist ein schöner Kontrast zu dem gemeinen Pflaster, dass in Portugal öfters vorzufinden war.

Magischer Bachlauf auf dem portugiesischen Jakobsweg – Camino Portugues Central kurz vor O Porrino
Schließlich kam ich wieder an so einem magischen Bachlauf, ähnlich wie dem kurz nach Ponte de Lima. Auf Steinblöcken führte der Weg direkt am Bach entlang und es war so schön.

Verstecktes authentisches Restaurant im Hinterhof – Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg
Als ich wieder in der Zivilisation ankam machte ich mich auf die Suche nach einem Restaurant. Das erste Restaurant, das ich gefunden hatte war leider geschlossen, aber ein bisschen Abseits des Caminos sollte noch etwas sein. Dieses Restaurant lag in einem Wohngebiet und ich musste ein bisschen suchen, da es in einem Hinterhof lag. Ich stand unschlüssig vor der Markierung auf Google Maps, denn von außen war nichts zu sehen. Kein Schild oder Hinweis, dass ich richtig war. Glücklicherweise war eine Nachbarin auf der Straße, die mich dann in den Hinterhof und da tatsächlich, da war ein kleines Restaurant mit einer gemütlichen Terrasse. Ich hatte mir dann sowohl einen Tortilla, als auch ein alkoholfreies Bier gegönnt und die Pause hat echt gut getan.
Endspurt zusammen mit Rick
Als ich wieder zurück auf dem Camino Portugues Central war, stieß ich dann auf Rick und wir sind das letzte Stück gemeinsam gegangen. Es war schön noch ein bisschen Unterhaltung auf den letzten Kilometern zu haben. Auf den ersten Blick hat mir O Porrino nicht besonders gut gefallen. Irgendwie hat die Stadt nicht so viel Flair, wobei es in der Altstadt dennoch ein paar schöne Gebäude gibt.
Hilfe unter Pilgern und gemütlicher Ausklang der Etappe – Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg
Nachdem ich dann eingecheckt bin und geduscht hatte, hatte ich noch eine andere Mission auf dem Plan. Und zwar hatte Armin, der mir ein paar Tage voraus war sein Hemd in der Unterkunft vergessen und er hat mich gebeten es abzuholen und ihm später zu schicken. Natürlich half ich ihm da gerne und habe es ihm dann als ich zurück in Deutschland war geschickt.
Ansonsten habe ich den Abend gemütlich mit den Pilgern Ernest und Rick aus den Niederlanden ausklingen lassen. Wir haben ein gemütliches Restaurant mit Terrasse gefunden und ich habe mir den leckeren Pulpo a Feira gegönnt, der mega lecker war. Auf dem Jakobsweg darf man ja schließlich auch genießen und nicht nur auf das günstige Pilgermenü zurückgreifen.
Unterkunft: Albergue Rincón del Peregrino Porriño (Anzeige)
Kosten: 16,49 Euro
YouTube Video: Camino Portugues Tag 8 – Wenn Blasen und Hater den Weg begleiten
Erfahrungsbericht: Tag 9 Portugiesischer Jakobsweg – Von O Porrino bis Redondela 17,1km (Höhenmeter 280 / 310)
An diesem Tag hatte es sowohl in der Nacht geregnet und zusätzlich war Regen vorausgesagt. Da sowieso alles nass war, beschloss ich kein Wasser für meine Matepause mitzunehmen, da mir klar war, dass ich mich sowieso nirgends hinsetzen kann. Mein Plan war bei der nächsten Pause im Cafe nach heißen Wasser zu fragen, wenn ich dort sowieso etwas esse. Die Spanier sind da in der Regel sehr gastfreundlich und so war ich guter Dinge, dass mein Plan auch aufgehen würde. Der Regen war für ca. 9 Uhr vorausgesagt, aber wie sich später herausstellen sollte, hieß es an diesem Tag pilgern im Regen.
Schöne Streetart und verschmuste Hunde am Wegesrand – Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg
Kurz nach O Porrino findest du tolle Streetart und das Highlight war das Bild eines Pilgers.

Des Weiteren kam ich an einem Grundstück mit zwei Hunden vorbei die es genossen sich Streicheleinheiten von Pilgern abzuholen. Natürlich konnte ich nicht widerstehen und schmuste ausgiebig mit ihnen. Als ich dann weiter gehen wollte, passte ihnen das gar nicht und sie beschwerten sich mit lautem bellen.

Regen, Ponchosauna und der Kampf mit der richtigen Kleidung
Bereits auf dem Weg raus aus O Porrino habe ich die ersten Tropfen abbekommen und entsprechend meinen Regenponcho angezogen. Mit meiner Trainingsjacke und dem Poncho war es dann wieder zu warm, also wechselte ich auf ein dünnes Langarmshirt, weil es im T-Shirt wiederum zu kalt war. Ich hasse es bei so einem Wetter draussen zu sein, da es so schwierig ist, sich richtig anzuziehen. Selbst im dünnen Langarmshirt kam ich beim Laufen ins Schwitzen, aber gleichzeitig habe ich gefroren, weil es recht frisch war…
Ich war froh, dass mir nur eine kurze Etappe bevorstand. Des Weiteren hatte ich mir einen leichten Schnupfen geholt und das nasskalte Wetter ist perfekt um daraus eine Erkältung zu machen… Der Tag war ein ständiger Wechsel zwischen Regenponcho anziehen und wieder ausziehen. Wodurch ich sehr genervt vom Wetter war.

Weniger als 100 Kilometer bis Santiago und schneller Schritt um dem Wetter zu entfliehen – Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg
Irgendwann erreichte ich den 100 Kilometerstein bis Santiago und ich freute mich dem Zwischenziel schon so nahe zu sein. Mein Plan war ja weiter bis nach Finisterre und Muxia zu pilgern, also war Santiago de Compostela nur eine Zwischenstation meiner Pilgerreise. Dennoch war ich in trüber Stimmung, da ich mit dem nasskalten Wetter und dem ständigen Regenponcho an- und wieder ausziehen so genervt war. Pilgern im Regen und der Kälte macht mir einfach keinen Spaß. Ich friere und schwitzte gleichzeitig. Des Weiteren ist durch die Ponchosauna meine Brille immer wieder beschlagen. Durch das imprägnieren der Schuhe behielt ich aber wenigstens trockene Füße.
Pause im Restaurant und Beschluss ein Rekordtempo aufzustellen
Ich fand dann ein Restaurant für mein Frühstück und bekam dort auch ohne Probleme Wasser für meinen Mate. Während der Pause beschloss ich dann mir Musik auf die Ohren zu machen und mal zu sehen, wie schnell ich eigentlich gehen kann. Ich wollte dem Mistwetter einfach nur entfliehen und auch wenn ich sonst den Weg genieße und die Schönheit der Landschaft in mich aufsage, war das für mich eine gute Strategie um baldmöglichst in Redondela anzukommen und ins Warme und trockene zu gelangen.

Schnelle Musik – schneller Schritt auf dem Camino Portugues Central – Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg
Ich machte mir also Hardtechno mit 160 bpm auf die Ohren und pilgerte los. Dabei kam ich, da es weitgehend bergauf ging zwar ganz schön aus der Puste, aber damit konnte ich leben. An diesem Tag stellte ich wirklich ein persönliches Rekordtempo auf. In 50 Minuten habe ich 5 Kilometer zurück gelegt und mein Etappenziel rückte immer näher.

Die letzten 3 Kilometer bis Redondela – Erfahrungsbericht – Camino Portugues Central
Nach dieser Rekordzeit legte ich eine kurze Pause ein und dann hieß es Endspurt. Es lagen nur noch 3 Kilometer bis Redondela vor mir und auch diese schaffte ich ungeplant in Rekordzeit. Um nach Redondella zu gelangen, muss man nämlich einen steilen Berg hinunter laufen. Der Weg ist geteert und da es so steil war, was mächtig auf die Knie geht, beschloss ich bergab zu joggen. Diese Technik habe ich von einem Wanderer in Patagonien gelernt und sie entlastet beim bergab laufen die Knie enorm. Natürlich muss man aufpassen nicht umzuknicken, aber auf geteerten Wegen klappt das super und in Windeseile kam ich dann auch tatsächlich schon in Redondela an.
Glück beim unglücklichen Wetter – Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg
Es war auch wirklich gut, dass ich mich so beeilt hatte. Ich war zwar nun in Redondela, hatte aber noch ein gutes Stück bis zu meiner Unterkunft und nun wurde der Regen stärker. Da ich sowieso hungrig war – Pilgern macht hungrig – flüchtete ich in das nächste Restaurant und gönnte mir ein Pilgermenü. Danach ging es frisch gestärkt weiter zur Unterkunft. Meine Blasen machten sich durch das zügige Laufen wieder unschön bemerkbar, aber das war es mir Wert um aus dem Mistwetter rauszukommen.
Gemütlicher Abend mit selbst gekochtem Essen in der Unterkunft
Aufgrund des Wetters wollte ich an diesem Abend nicht mehr raus gehen, so beschloss ich selbst zu kochen und gönnte mir ein üppiges Mahl mit Garnelen in Knoblauchöl, frischen Tomaten und Pimientos de Padron. So ließ ich den Pilgertag gemütlich ausklingen und hoffte, dass der nächste Tag mich mit besserem Wetter belohnt.
Unterkunft: Albergue Avoa Regina (Anzeige)
Kosten: 17,00 Euro
YouTube Vlog: Tag 9 – Camino Challenge im Regen: Mein Rekordtempo auf dem Jakobsweg
Erfahrungsbericht: Tag 10 Portugiesischer Jakobsweg – Von Redondela bis Pontevedra 19,9 km (Höhenmeter 380 / 370)
In Redondela laufen der Küstenweg und der Camino Portugues Central zusammen und entsprechend war an diesem Tag mit mehr Pilgern zu rechnen. Da ich den Camino Portugues da Costa ja bereits gegangen bin, kannte ich auch die Strecke schon. Dennoch war ich auch auf diesen Tag sehr gespannt. Das letzte Mal hatte ich bestes Pilgerwetter und diesmal war es ein trüber Tag. So wirkte die Landschaft ganz anders.
Später Start und muffige Kleidung – Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg
An diesem Tag bin ich ein bisschen später gestartet, da das Wetter wieder recht frisch werden sollte und ich der morgendlichen Kälte entfliehen wollte. Ich hatte wieder meinen dünnen Pulli an und fühlte mich darin ehrlich gesagt nicht so wohl, da mir klar war, dass er über Nacht nicht trocknen würde konnte ich ihn am Vortag nämlich nicht waschen und ich wusste schon, dass ich ihn wieder brauchen würde. Deswegen habe ich auf das Waschen verzichtet und war froh, dass ich mich zumindest an der frischen Luft bewegte und hoffentlich nicht so müffelte. Aber was will man machen, auf dem Jakobsweg ist die Packliste nun einmal auf ein Minimum beschränkt und wenn man nichts zum wechseln hat, muss man da leider durch.
Hórreos – die typischen Getreidespeicher Galiziens
Auf dem Weg durch Galizien begegnen dir immer wieder die sogenannten Hórreos. Das sind traditionelle Getreidespeicher aus Stein oder Holz, die auf Stelzen stehen und so vor Feuchtigkeit und Nagetieren schützen. Durch die schmalen Schlitze in den Wänden kann die Luft zirkulieren, damit Mais und Getreide gut trocknen. Hórreos gehören fest zur galicischen Kultur und sind ein echtes Wahrzeichen der Region, das dir auf dem Jakobsweg immer wieder begegnet.

Trübes Wetter mit schönen Wolkenformationen und Pferde am Wegesrand
Das trübe Wetter auf meiner 10. Etappe hatte auch seine Vorteile. Ich fand den wolkenverhangenen Himmel wunderschön anzusehen. Ich freue mich auch immer, wenn ich Tiere am Wegesrand treffe. Mal sind es Schafe, mal Ziegen, mal Kühe und heute begegne ich Pferden. Ich liebe alle Arten von Tieren und freue mich jedes Mal aufs neue. Bei den Pferden war sogar ein kleines Fohlen dabei.
Ich habe eine Bank für die Matepause gefunden – Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg
Als ich am Morgen gestartet bin hatte ich ein bisschen Angst kein Plätzchen für meine Mate Pause zu finden, aber auch hier hatte ich Glück. Ich fand eine Bank mit Aussicht ins Grüne und somit konnte ich mein Morgenritual genießen ohne einen feuchten Hintern zu bekommen und auch mein Rucksackgewicht zu erleichtern.
Schöner alter Baum am Wegesrand – Erfahrungsbericht – Camino Portugues Central
Den nachfolgenden Baum habe ich auf meinem letzten Camino auch fotografiert und ich bin immer noch begeistert von seiner Schönheit. Die Natur Galiziens hat wirklich einiges zu bieten.

Nieselregen, beschlagene Brille und schmerzende Beine – Erfahrungsbericht: Portugiesischer Jakobsweg
Auch an diesem Tag war ich wieder mit Nieselregen gestraft. Erst versuchte ich ohne die Ponchosauna weiter zu laufen, aber als es stärker wurde entschied ich mich dann doch für mein sexy Regenoutfit. Der Tag verlangte mir einiges ab. Nicht nur der nervige Regen, bei dem durch die Ponchosauna meine Brille beschlägt, sondern auch einige Höhenmeter bergauf. Durch mein Rekordtempo am Vortag schmerzten meine Beine dabei ziemlich und ich hatte ganz schön zu kämpfen. Wieder war ich sehr genervt vom Wetter. Regenponcho an, Regenponcho aus. Brille beschlägt… Unter dem Regenponcho staut sich die Wärme und mir lief das Wasser runter und dennoch frierte ich, weil die Temperaturen recht frisch waren. Noch dazu war ich ein bisschen erkältet. Ich hatte ja am Vortag schon ein bisschen Schnupfen und das nasskalte Wetter hat es natürlich nicht besser gemacht. Obwohl die Erkältung nicht so schlimm war, pfiff ich bergauf aus dem letzten Loch.
Geänderter Weg und schöne Aussichten – Erfahrungsbericht – Camino Portugues Central
Ich hatte während meiner Wanderung meine alte Komootroute von meinem letzten Camino mitlaufen und stellte fest, dass der Weg sich in den letzten zwei Jahren ein bisschen geändert hatte. Der Weg führte viel bergauf durch herrliche Natur und ab und an konnte ich herrliche Aussichten – wenn auch bei trüben Wetter – genießen.

Der Kampf mit den Pilgermassen und Vorfreude auf den Camino Espiritual
An diesem Tag war der Jakobsweg so voll, was mich zusätzlich nervte. Ich bin ein recht zügiger Läufer, das ist einfach meine Wohlfühlgeschwindigkeit, aber das bedeutete, dass ich mir meinen Weg durch die Massen bahnen musste, was gerade bei Pilgergruppen gar nicht so einfach war. Ich freute mich an diesem Tag schon darauf, dass ich am nächsten Tag auf die Wegvariante Espiritual starten werde und dort nicht solche Pilgermassen sein werden.
Lustiges Begrüßungsschild in Arcade und Frühstückspause
Am Eingang von Arcade ist ein Begrüßungsschild für die Pilger. Leider ist die deutsche Übersetzung etwas misslungen, da es anstelle einer „Guten Reise“ eine „Gute Rase wünscht“… Darüber musste ich wirklich schmunzeln. Arcade war dann auch der perfekte Ort für meine Frühstückspause und ich gönnte mir mal wieder einen leckeren Tortilla. Des weiteren wollte ich mich ein bisschen aufwärmen. Während des Essens zog ich mir dann meine Trainingsjacke über, da mein dünner Funktionspulli komplett nassgeschwitzt war.

Schlechte Markierung und Frieren auf dem Jakobsweg
Nach der Frühstückspause musste ich erst einmal die Pfeile suchen. Es war gar nicht so einfach wieder auf den richtigen Weg zu kommen, aber letztendlich ist es mir dann doch gelungen. Des Weiteren fröstelte ich, da ich komplett nassgeschwitzt war und die Außentemperaturen für mich zu frisch waren. Ich versuchte das frieren durch zügiges gehen zu minimieren was mir nur bedingt gelang.
Ponte Sampiano und die malerischen Gassen – Erfahrungsbericht – Camino Portugues Central
Als nächstes passierte ich die Ponte Sampiano die wirklich schön ist. Sie läuft über den Fluss Verdugo und man hat wirklich herrliche Aussichten. Danach führt der Weg durch malerische schmale Gassen und für mich was das, das schönste Dorf auf dem Camino Portugues. Es zeigt Galizien in seiner Ursprünglichkeit. Einfach so schön.


Herrliche Natur und rutschige Steine
Danach führte der Weg durch eine traumhafte Landschaft. Durch den Regen leuchtete das grün noch mehr und ich habe es trotz der Pilgermassen auf den letzten 100 km nach Santiago de Compostela sehr genossen. Es gab auch einen Abschnitt bei dem der Weg aus Steinen bestand und da musste ich ein bisschen aufpassen, da sie vom Regen etwas rutschig waren. Es hatte glücklicherweise aufgehört zu Regnen, aber ich trug meinen Regenponcho weiter in der Hand mit mir herum, da es jederzeit wieder anfangen konnte. Mit dem Nieselregen war es an diesem Tag ein kommen und gehen.


Halbzeit und schon komplett K.O. – Erfahrungsbericht – Camino Portugues Central
Obwohl ich erst ca. die Hälfte der heutigen Etappe gemeistert hatte, war ich schon komplett K.O. Der Geschwindigkeitsrekord vom Vortag und die leichte Erkältung hingen mir in den Knochen, aber da musste ich durch. Dennoch habe ich die wunderschöne Natur sehr genossen. Hier auf der Strecke gibt es auch einen Verkaufsstand auf Spendenbasis und dort konnte ich eine kurze Pause einlegen, da es auch Sitzgelegenheiten gibt und noch dazu nette Unterhaltungen. Als ich später am Wegesrand einen Traktor mit einem Anhänger sah, dachte ich mir, dass wäre doch das perfekte Transportmittel für müde Pilger wie mich. Leider war jedoch kein Fahrer da.

Froschkonzert am Camino Portugues
Irgendwann kam ich dann an einem Teich vorbei indem die Frösche ein Konzert veranstaltet haben. Es war der Wahnsinn, wie laut die waren. Wenn du es dir anhören möchtest, dann schau dir unbedingt das Video zur Etappe an.

Alternativroute durch die Natur oder an der Straße entlang?
Kurz vor Pontevedra hat man dann die Möglichkeit eine alternative Route durch die Natur zu wählen oder an der Straße weiter zu gehen. Ich war unschlüssig was ich machen sollte, denn ich kannte die Route schon und beim letzten Mal waren dort trotz des sommerlichen Wetters einige Stellen sehr matschig. Wie schlimm ist der Weg dann nach dem Regen in den letzten Tagen? Mein Schuhwerk war nicht auf eine Schlammschlacht ausgelegt… Ich überlegte hin und her und entschloss mich letztendlich dazu, ein bisschen später zur Alternativroute zu wechseln um ein bisschen weniger Schlammschlacht zu haben und dir dann aber trotzdem noch die Schönheit dieses Weges zeigen zu können.

Malerischer Weg entlang am Bachlauf
Am Bachlauf war es super schön und es waren auch nicht allzu viele Pilger unterwegs. Ich habe diese malerische Natur wirklich sehr genossen und am Anfang des Weges war es auch nicht allzu matschig. Später kamen einige Stellen, die dann nicht so schön zu gehen waren. Ich bin zwar nicht tief im Matsch eingesunken, aber ein bisschen hin und her gerutscht und musste meine Konzentration auf jeden einzelnen Schritt lenken. Letztendlich hat sich dieser kleine Umweg dennoch gelohnt, da es so schön war und über die kleine Rutschpartie kann ich dann gut hinwegsehen… Auch wenn es mich einmal fast hingelegt hätte. 😉


Streetart auf den letzten Metern
Ein weiterer Vorteil dieser Route war, dass ich am Ende noch bei toller Streetart zum Thema Jakobsweg vorbeigekommen bin. Von dieser hatte ich auf meinem letzten Camino auch schon Bilder gemacht, da sie so schön ist. Des Weiteren läuft man durch einen total schönen Tunnel durch. Danach war ich auch schon bald bei meiner Unterkunft und konnte den Abend gemütlich ausklingen lassen…


Unterkunft: Nacama Hostel Pontevedra (Anzeige)
Kosten: 23,00 Euro
YouTube Vlog: Camino Portugues Tag 10 – Regen, Schmerzen & Pilgermassen
Wie geht es weiter mit meinem Jakobsweg?
In meinem nächsten Blogbeitrag nehme ich dich dann mit auf meine Etappen des Camino Espiritual, der kurz nach Pontevedra beginnt und es geht weiter bis Santiago. Danach folgen dann noch meine Blogbeiträg über den Weg nach Finisterre und Muxia. Wenn du dies nicht verpassen willst, abonniere meinen Newsletter, dann wirst du automatisch informiert, sobald mein nächster Blogbeitrag veröffentlicht ist.
Weiterlesen auf meinem Reiseblog:
Jakobsweg für Anfänger – Die häufigsten Fragen erklärt
Den Jakobsweg alleine gehen? 9 Gründe den Pilgerweg solo zu gehen
Erfahrungsbericht zum Jakobsweg: Camino Portugues de la Costa – Der Küstenweg in 13 Etappen
Übersicht Etappen auf dem Camino Portugues de la Costa inkl. Übernachtungskosten und Etappenplanung
Erfahrungsbericht zum Jakobsweg in Portugal: Camino Portugues Central von Porto bis Tui (Teil 1)
Jakobsweg Erfahrungsbericht: Camino Espiritual und Ankunft in Santiago (Teil 3)
7 Sehenswürdigkeiten in Muxia an der Costa da Morte / Spanien
Informationen und Reiseführer zum Portugiesischen Jakobsweg:
Wenn du dich jedoch sicherer fühlst, wenn du ein bisschen mehr Informationen vorliegen hast und auch nachlesen kannst, kann ich dir nachfolgende Reiseführer zum Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela empfehlen:
Fan-Artikel zum Jakobsweg:
Ich habe einige Fanartikel für Jakobswegbegeisterte erstellt. Du kannst aus den nachfolgenden Designs wählen und dir ein T-Shirt, eine Tasse, Turnbeutel, Hoodies, Taschen und vieles mehr damit bedrucken lassen. Mit einem Klick auf das Bild, kannst du auswählen, welchen der Artikel du mit diesem Motiv bedrucken lassen möchtest. Viel Spaß beim Shopping. 😉
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Hallo Jenny,
ich habe deinen Blogbeitrag über deinen Jakobsweg wieder regelrecht verschlungen. Ich bin total begeistert und freue mich jetzt schon auf Teil 3.
Zu diesen Neidern im Internet wollte ich dir noch sagen: Ich finde, Neid ist dort leider oft ein Zeichen dafür, dass man irgendetwas richtig macht. Menschen, die mit sich selbst zufrieden sind, haben selten das Bedürfnis, andere runterzuziehen. Lass dir von sowas auf keinen Fall dein Ding kaputtmachen.
Liebe Grüße
Hallo Rosi,
vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich zu lesen, dass du meinen Erfahrungsbericht zum portugiesischen Jakobsweg ebenfalls so spannend fandest. Zu den Hatern kann ich dir absolut zustimmen, dass es einfach Neider sind. Vielleicht mache ich ja wirklich etwas richtig 😉 Ich lasse mich von ihnen auf jeden Fall nicht runterziehen und mache weiter mein Ding, da es mir Spaß macht, meine Erfahrungen zu teilen und damit anderen zu helfen.
Liebe Grüße Jenny