(Anzeige weil Markennennung)
Ich war wieder auf dem Jakobsweg in Portugal unterwegs und nun ist es endlich an der Zeit auch meine Erfahrungen mit dir zu teilen. Im Jahr 2025 stand der Camino Portugues Central ab Porto und am Ende die Variante Camino Espiritual auf dem Programm und was soll ich sagen, es war wieder ein wundervollen Erlebnis und in diesem Erfahrungsbericht nehme ich dich mit auf meine Pilgerreise. Des Weiteren führte mich der Jakobsweg nicht nur von Porto bis nach Santiago de Compostela, sondern auch weiter bis ans sogenannte Ende der Welt. Finisterre und Muxia waren der krönende Abschluss meines Jakobswegs. Sowohl über den spanischen Teil des Camino Portugues Central + Variante Espiritual und auch dem Weiteren Weg nach Finisterre und Muxia werde ich nochmal je einen gesonderten Erfahrungsbericht schreiben.
Jakobsweg Vlog 2025
Diesmal konntest du mich auch virtuell begleiten, denn ich habe meinen Pilgerweg mit der GoPro gefilmt und die Videos findest du bereits auf YouTube in meinem Jakobswegvlog. Über jede Tagesetappe meines Camino de Santiago gibt es ein separates Video und ich nehme dich mit auf all die Höhen und Tiefen des Pilgerns. Mein Ziel war es, die Videos so authentisch wie möglich zu gestalten und einige meiner Zuschauer, haben mir bestätigt, dass mir dies gut gelungen sein. Wenn du also nicht nur eine Leseratte bist, sondern dir auch gerne Videos zum Jakobsweg anschaust, dann schau gerne vorbei.

Warum habe ich mich wieder für einen Jakobsweg in Portugal entschieden?
Ich war ja 2023 bereits auf dem Küstenweg unterwegs und schon seit ich das erste Mal in Portugal war eine Liebe zu diesem wundervollen Land entwickelt. Portugal ist in meinen Augen ein kleines Paradies in Europa und die Aussicht wieder in Porto zu starten (eine Stadt in die ich mich absolut verliebt habe) hatte es mir total angetan. Des Weiteren wollte ich herausfinden, ob der Caminho Portugues Central wirklich so wundervoll grün ist wie mir berichtet wurde. Ich hatte zwar schon Erfahrungsberichte und Videos dazu verschlungen, aber es mit eigenen Augen zu sehen ist nochmal etwas ganz anderes.
Der Camino del Norte würde mich zwar auch einmal reizen, aber die 800 km waren mir zu lang. Des Weiteren kämpfe ich ja schon seit Jahren mit schweren Depressionen und ich war unsicher, wie es mir auf dem Jakobsweg gehen würde. Jedoch habe ich es auch als Chance gesehen, aus den Depressionen auszubrechen…
Fakten Camino Portugues:
Seit Jahren erfreut sich der Camino Portugues mit Start in Porto zweifellos großer Beliebtheit als einer der bekanntesten Jakobswege – nicht nur bei Anfängern. Mittlerweile wählt etwa jeder vierte Jakobswegpilger diesen Weg, um die Pilgerhauptstadt Santiago de Compostela zu erreichen, und die Tendenz ist steigend. Doch was sind die Gründe für diese wachsende Popularität?
- Zweitbeliebtester Jakobsweg
- Ca. 15 % aller Pilger wählen diesen Weg
- Inlandsroute 240 Kilometer / Küstenroute 280 Kilometer Länge bei Start in Porto
- Durchquert 2 Länder: Portugal & Spanien
- Ideale Reisezeit: Frühjahr bis Herbst
- Reisedauer: ca. 2 Wochen
Wie habe ich meine Etappen auf dem Jakobsweg Caminho Portugues Central + Variante Espiritual geplant?
Als Grundlage für meine Planung habe ich die Website von Gronze.com herangezogen. Die Website ist zwar in Spanisch, kann jedoch im Browser übersetzt werden. Sie schlägt bereits Tagesetappen vor und ich habe diese Etappen dann an meine Bedürfnisse angepasst. Du siehst bei den vorgeschlagenen Etappen immer die Distanzen zwischen den einzelnen Orten. Bei meinem ersten Jakobsweg in Portugal, hatte ich diese Distanzen noch dazu gerechnet oder abgezogen, inzwischen habe ich hier jedoch eine bessere Lösung gefunden…
Mit der kostenlosen Camino Ninja App, habe ich meinen Startpunkt ausgewählt und dann zeigt es mir ab diesem Punkt die Distanzen zu den einzelnen Orten an. So konnte ich die mühselige Rechnerei umgehen…
Sowohl auf der Website von Gronze (die gibt es auch als App, aber ich bevorzuge die Website), als auch in der Camino Ninja App, findest du Informationen zu Unterkünften und sonstiger Verpflegung.
Navigation auf dem portugiesischem Jakobsweg
Sowohl die App von Gronze, als auch die Camino Ninja App bieten Hilfe bei der Navigation. Für mich die bessere Variante war jedoch die kostenlose Version der App Mapy.com. Hier sind ALLE Jakobswege eingezeichnet und irgendwann auf dem Weg habe ich auch herausgefunden, dass wenn ich die Adresse einer Unterkunft eingebe, sich die Route meist an dem Jakobsweg ausrichtet und ich somit die genauen Kilometer bis zu Unterkunft und auch die verbleibenden Höhenmeter habe.
Tagesetappen auf dem Jakobsweg Portugal:
Ich habe bereits einen Blogbeitrag verfasst in dem ich meine Etappenlängen und Unterkünfte tabellarisch ausgearbeitet habe um dir eine kleine Hilfestellung zu bieten:
Camino Portugues Central + Camino Espiritual: Etappen inkl. Übernachtungskosten und Etappenplanung
Übrigens, wenn du eine der Unterkünfte (die mit Anzeige versehen sind) über meinen Link buchst, erhalte ich eine kleine Provision, mit der ich die Kosten meines Reiseblogs finanzieren kann. Du zahlst dafür nicht mehr, aber mir würde es sehr helfen.
Die von Gronze vorgeschlagenen Etappen findest du hier.
Wenn du weitere Fragen zur Planung oder dem Jakobsweg im allgemeinen hast, kannst du gerne am Ende des Beitrags einen Kommentar verfassen und ich helfe dir gerne weiter.
Informationen und Reiseführer zum Portugiesischen Jakobsweg:
Wenn du dich jedoch sicherer fühlst, wenn du ein bisschen mehr Informationen vorliegen hast und auch nachlesen kannst, kann ich dir nachfolgende Reiseführer zum Jakobsweg von Porto nach Santiago de Compostela empfehlen:
Fan-Artikel zum Jakobsweg:
Ich habe einige Fanartikel für Jakobswegbegeisterte erstellt. Du kannst aus den nachfolgenden Designs wählen und dir ein T-Shirt, eine Tasse, Turnbeutel, Hoodies, Taschen und vieles mehr damit bedrucken lassen. Mit einem Klick auf das Bild, kannst du auswählen, welchen der Artikel du mit diesem Motiv bedrucken lassen möchtest. Viel Spaß beim Shopping. 😉
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Erfahrungsbericht zum Jakobsweg in Portugal: Camino Portugues Central von Porto bis Tui (Teil 1)
Nachfolgend führe ich meine einzelnen Tagesetappen auf:
Anreise nach Porto für den Jakobsweg Portugal
Für die Anreise nach Porto hatte ich mich für einen Flug ab Nürnberg entschieden, da dies der nächstgelegene Flughafen für mich ist. Mit nur ca. 100km Entfernung von meinem Heimatort, dachte ich das sei ein Heimspiel, dennoch war natürlich einmal wieder ein bisschen Chaos bei der Bahn. Ich hatte zwar (so dachte ich) großzügig gerechnet und ca. 1,5 Stunden Puffer eingebaut für eine Bahnfahrt die ca. 1 Stunde dauert. Des Weiteren musste ich in Bamberg den Zug wechseln und würde ich den Anschlusszug verpassen, gab es eine Alternative ca. 20 Minuten später… Ich fahre diese Strecke sehr regelmäßig und meistens sind die Verspätungen maximal 10 Minuten, aber an diesem Tag sollte es natürlich anders sein…

Die Bahn kommt und kommt nicht
Am Bahnhof angekommen, zeigte mir die App dann 5 Minuten Verspätung an. Dann kann eine Durchsage, dass es 10 Minuten sind. Und dieses Spiel wiederholte sich, bis es 35 Minuten waren. So langsam wurde ich hibbelig. Es sah inzwischen Schlecht aus, dass ich meine Alternative bekomme und die nächste Bahn ist eine S-Bahn die ewig braucht. Während des Wartens, hatte ich auch einen Facebook-Post veröffentlicht in dem ich meine Vorfreude auf die anstehende Pilgerreise und auch mein Dilemma mit der Bahn teilte. Lustigerweise, hat mir hier eine Followerin geantwortet, die bei der Bahn arbeitet und hatte sich sogar nach meinem Zug erkundigt und mir Infos gegeben. Vielen Dank liebe Christina.
Endlich kommt ein Zug nach Bamberg, aber soll ich da einsteigen?
Endlich kam dann ein Zug, allerdings die Bummelbahn, die in jeder Station hält. Dieser Zug braucht ca. 5 Minuten länger, als der Regionalexpress – der aber noch nicht da war. Nun wusste ich nicht, soll ich ihn nehmen oder auf den schnellen Zug, der auch gleich kommen soll warten. Oftmals lassen die Bummelbahnen, die schnelleren Züge überholen und stehen dann manchmal ein paar Minuten im Nirgendwo. Was ist nun wohl die richtige Entscheidung? Werde ich meinen Anschluss bekommen? Ich hatte nur noch voraussichtlich 2 Minuten in Bamberg um umzusteigen.
Ich hatte mich letztendlich für die Bummelbahn entschieden, immerhin war sie bereits da und bei dem anderen Zug kam es ja immer wieder erneut zu Verzögerungen. Meine Anspannung während der Fahrt nach Bamberg war groß, hoffentlich klappt alles und ich bekomme meinen Anschluss. Letztendlich hatte ich Glück, bin von einem Bahnsteig zum anderen gerannt und habe meinen Zug bekommen. Der Regionalexpress kam kurz darauf an, aber in dem Moment sind wir schon fast abgefahren. Ich glaube nicht, dass ich mit diesem Zug noch hätte rechtzeitig umsteigen können.
Die weitere Fahrt verlief ohne Probleme
Die weitere Fahrt nach Nürnberg verlief ohne Probleme. Am Bahnhof, habe ich mir noch mein Abendessen geholt und bin dann mit der U-Bahn zum Flughafen gefahren. Dort konnte ich noch gemütlich Essen, bevor ich dann meinen Rucksack aufgegeben habe. Übrigens findest du hier meine Packliste. Aufgrund meines Selfiesticks den ich zum Filmen meiner Videos benötige und der Sonnencreme, hatte ich mich nämlich entschieden meinen Rucksack aufzugeben. Außerdem ist die Ryanair ja mit den Gepäckbestimmungen und -abmessungen ziemlich kompliziert und ich wollte mir Ärger ersparen.
Übrigens, als ich mein Aufgabegepäck vorab gebucht habe, hatte ich mich auch ein bisschen geärgert. Man hat die Möglichkeit zwischen einem Gepäckstück mit 10 kg und 20 kg zu wählen und mein Rucksack hatte ca. 7 kg. Jedoch MUSS das 10kg Gepäckstück Rollen haben und somit musste ich die 20 kg Variante wählen. Warum macht man das so doof? Um die günstigens Flüge zu finden, nutze ich immer Skyskanner*(Anzeige). Dort hast du einen guten Preisvergleich für die unterschiedlichen Flugdaten.
Entspannter Flug und Ankunft in Porto
Mein Flug war pünktlich und ich hatte einen entspannten Flug. Die Zeit habe ich genutzt um meine Portugiesisch-Kenntnisse ein bisschen aufzubessern. Mein Plan war, Kleinigkeiten wieder in der Landessprache erledigen zu können. Im Weiteren Verlauf meiner Pilgerreise stellte ich jedoch fest, dass es gar nicht so einfach war. Zum einen beherrsche ich nur die brasilianische Aussprache und habe von der Aussprache in Portugal keine Ahnung und zum anderen verfiel ich dabei immer wieder ins Spanisch, sodass die Leute mich dann teilweise trotzdem nicht verstanden haben. Aber zumindest habe ich es versucht und ich kann darüber lachen…
Nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug, habe ich dann meinen Rucksack abgeholt und den Nachtbus ins Zentrum genommen. Für die Busfahrt habe ich 2,50 Euro gezahlt. Direkt neben meinem bereits vor gebuchten Hostel – Nice Way Hostel (Anzeige) – habe ich mir noch ein kühles Bierchen gegönnt und dann eingecheckt.

Pausentag in Porto bevor mein Caminho Portugues Central startet

Da mein Flug erst in der Nacht (gegen 23:00 Uhr) gelandet ist, hatte ich beschlossen mir einen Tag Pause zu gönnen und Porto zu genießen. Ich war ja schön öfters in dieser wundervollen Stadt und liebe sie einfach.
Was habe ich in Porto so gemacht?
Nach einem gemütlichen Start in den Tag Mate trinken und Wäsche waschen, bin ich Frühstücken gegangen. Natürlich gab es Pasteis de Nata. Danach bin ich zur Kathedrale, habe meinen Pilgerausweis geholt und die Kathedrale besichtigt. Daraufhin bin ich durch die malerischen Gassen durch die der Camino Portugues da Costa führt, hinunter zum Fluss Rio Douro geschlendert. Entlang der Riberia do Porto ging es weiter in Richtung der berühmte Brücke Ponte Louis II. Das war ein richtig schöner Spaziergang und gehört zu meinen Lieblingsrouten von Porto. Ich werde übrigens auch meinen Blogbeitrag über die Sehenswürdigkeiten von Porto nochmal überarbeiten und alle meinen Lieblingsplätze mit aufnehmen.
Zum Essen bin ich dann zum Mercado Bolhao – die große Markthalle – gegangen. Dort habe ich mir eine schöne Auswahl an Leckereien (Austern, Jakobsmuscheln, Tapas und Vinho Porto) gegönnt.
Zum Abschluss des Tages habe ich dann noch den Sonnenuntergang im Jardim do Morro genossen. Es war ein wundervoll entspannter Tag und ich war schon in großer Vorfreude auf meinen Jakobsweg in Portugal der am nächsten Tag starten soll.
Unterkunft: Nice Way Hostel (Anzeige)
Kosten: 60,40 Euro für 2 Nächte
YouTubeVideo: Jakobsweg Vlog 2025: Stressige Anreise, Porto Highlights & Pilgerausweis holen
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Erfahrungsbericht: Tag 1 auf dem Camino Portugues Central – Von Porto nach Mosteiro – 19,6km
Mein Wecker klingelte am frühen Morgen und es fiel mir nicht schwer aufzustehen. Denn ich war voller Vorfreude und Aufregung. Heute startet mein 2. Jakobsweg! Werde ich wieder so unter Blasen leiden, werden mich meine Depressionen auch hier auf dem Jakobsweg in Portugal ärgern, werde ich heute Nacht ein Bett finden? So viele Fragen.
Doch dann machte sich Ernüchterung breit / Start vom Jakobsweg Portugal
Ich war schon mitten in den Vorbereitungen auf meinen Camino Portugues Central, als ich aus dem Fenster blickte und feststellte das es nieselte. Das kann doch nicht sein! Sollte mein Jakobsweg wirklich im Regen starten? Die Wettervorhersage, hatte keinen Regen angekündigt. Plötzlich war die Motivation nicht mehr so groß. Ich mag es nicht im Regen draußen zu sein. Ich beschloss gemütlich in den Tag zu starten, erst mal in Ruhe meinen Mate zu trinken und auf Besserung des Wetters zu hoffen. Meine Mate Ausstattung ist mein persönlicher Luxusartikel auf dem Jakobsweg, da ich es sehr genieße mir einen schönen Ort in der Natur zu suchen und dort meine Teepausen zu genießen. Das Mate trinken, habe ich aus meiner Reise durch Argentinien irgendwie beibehalten und ich liebe diese Zeremonie.
Später Start und langer Weg aus der Stadt raus / Jakobsweg in Portugal
So kam es dazu, dass ich ungeplant später gestartet bin. Eigentlich wollte ich bei Zeiten los, da ich kein Bett reserviert habe und noch nicht abschätzen konnte wie voll der Caminho so ist. Aus diesem Grund wollte ich baldmöglichst bei der Unterkunft sein, um sicher zu stellen, dass ich auch ein Bett bekomme. Letztendlich bin ich dann um ca. 9 Uhr an der Kathedrale gestartet. Der Anfang des Camino Portugues Central ist identisch mit dem Camino Portugues da Costa, aber schon bald trennen sich die Wege. Es war ein bisschen mühselig den Weg aus der Stadt zu finden. Zum einen, gab es wenige Markierungen und ich war, wenn ich eine gesichtet habe, nicht sicher ob es sich um den Küstenweg oder den Zentralen Weg handelt und zum anderen gab es teilweise auch Baustellen, bei denen man auf alternative Straßen ausweichen musste. Zur Navigation nutzte ich eine vorab heruntergeladene Komoot-Route parallel zur App Mapy.com. So fand ich meinen Weg aus dem Zentrum.
Highlights auf dem Weg raus aus der Stadt
Viele überspringen die erste Etappe auf dem Caminho Portugues Central und fahren mit den öffentlichen raus aus der Stadt. Ich hatte jedoch für mich beschlossen, dass ich den kompletten Weg zu Fuß gehen möchte, auch wenn manche Etappen nicht so toll sind. Das ist in meinen Augen eine Entscheidung, die jeder Pilger für sich treffen sollte. Es geht nun einmal jeder SEINEN eigenen Camino. Meinen 1. Stempel hatte ich übrigens im Cafe direkt neben der Kathedrale gesammelt.
Meine persönlichen Highlights aus der Stadt raus waren:
- Die malerischen Gassen, direkt nach der Kathedrale
- Der Park Joao Chagas mit seinen tollen Bäumen
- Die Straße Rua de Cedofeita, die in einem trendigen Künstlerviertel liegt mit Galerien, Cafes und einer kreativen Atmosphäre und schönen alten Gebäuden
Ansonsten war nicht viel spannendes zu entdecken. Die Route führte auf Gehsteigen an der Straße entlang durch verschiedene Wohngebiete und später auch Industriegebiete. Wenigstens wurde die Wegmarkierung dann auch bald besser. Je weiter ich aus der Stadt raus kam und je ländlicher die Gegend wurde, trat dann jedoch noch ein anderes Problem auf. Es gab keine Gehsteige mehr und die Autos sind in einem Affenzahn an einem vorbei gerauscht. Das war schon ein bisschen gefährlich und so richtig wohl fühlte ich mich da nicht.

Versorgung auf dem Weg und Versteckte Preise im Restaurant / Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Nach ca. 4 Kilometern kam ich an einem großen Continente Supermarkt vorbei und dort habe ich die Chance für eine kleine Pinkelpause genutzt. Des Weiteren gibt es dort in der Nähe auch einen Lidl. Wenn du also noch Verpflegung für den Weg benötigst, hast du hier die Möglichkeit. Hier bin ich dann auch auf die ersten Pilger gestoßen.
In einem Industriegebiet hatte ich dann auch ein gut besuchtes portugiesisches Restaurant gefunden, dass sehr günstige Preise hatte. Für Geschnetzeltes mit Reis hatte ich lediglich 7,20 Euro bezahlt. Jedoch kam beim Bezahlen der Rechnung der Schock. Mir wurde ungefragt Brot, Oliven und Butter auf den Tisch gestellt und somit dachte ich, es sei eine kleine Aufmerksamkeit aus der Küche. In vielen südlichen Ländern ist das ja so üblich. Diese Dinge wurden jedoch abgerechnet und im Vergleich zum Mittagessen mit horrenden Preisen. Für Oliven hatte ich 1,50 Euro, für Brot 1,90 Euro und für die Butter 0,85 Euro auf der Rechnung. Im Vergleich zum Geschnetzelten wirklich hohe Preise. Daher gebe ich dir den Tipp, frage vorab lieber nach, ob es extra kostet.

Wo habe ich dann letztendlich übernachtet?
Auf Gronze wurde mir hier eine Etappenlänge von 26,5 Kilometern bis nach Vilarinho empfohlen. Diese Etappe schien mir jedoch etwas lang, da ich mich erst einlaufen wollte und es nicht gleich am ersten Tag übertreiben. Bei meinem 1. Jakobsweg bin ich am Anfang immer sehr lange Etappen gelaufen und hatte dann mit schlimmen Blasen zu kämpfen. Diesen Fehler wollte ich nicht wiederholen. Alternativ gab es nach ca. 20 Kilometern in Mosteiro auch eine Unterkunft. Für diese hatte ich mich dann entschieden, da es eine gute Etappenlänge war.
Ich war aber auf dem Weg dorthin ein bisschen unschlüssig, ob ich wirklich diese Herberge wählen soll. Auf Google, war sie sehr schlecht bewertet. Dort beklagte man sich über Palettenbetten und Schimmel im Bad. Ich kann hier jedoch Entwarnung geben. Es handelt sich um eine süße kleine Herberge mit einem Garten. Ich hatte ein ganz normales Bett und der sogenannte Schimmel im Bad war kein Schimmel. An der Decke gab es eine Stelle die einmal feucht war, was man noch sieht aber sich kein Schimmel gebildet hatte. Im Preis enthalten waren sogar Duschgel und Shampoo und ich habe dort auch ein leckeres Abendessen bekommen. Dort übernachtet haben weitere Pilgerinnen und wir hatten einen schönen Abend in einer Frauenrunde.
Unterkunft in Mosteiro: Casa dos Caminhos (Anzeige)
Kosten: 25,- Euro
YouTube Video: Tag 1 Camino Portugues Central ab Porto: Kein schöner Weg, aber echte Erfahrungen

Erfahrungsbericht: Tag 2 auf dem Jakobsweg Portugal – Von Mosteiro bis São Pedro de Rates – 21,3km
An meinem 2. Tag auf dem portugiesischen Jakobsweg im Landesinneren hatte ich ebenfalls keine Unterkunft vor gebucht. Ich hatte zwei Orte für die Übernachtung ins Auge gefasst. Entweder geht es bis São Pedro de Rates oder ins knapp 7 Kilometer weiter entfernte Pedra Furada und ich war gespannt, was der Camino an diesem Tag für mich bereit hält. Schon bald hatte ich meine ersten Stempel gesammelt, doch das gehen in den ersten Kilometern war sehr nervenaufreibend, denn…
Gefährliche Straßen auf dem Jakobsweg in Portugal
Oftmals musste ich entlang der teils vielbefahrenen Straßen laufen, die keinen Gehweg hatten. Die Autos schossen an mir vorbei und öfters war mir ganz schön mulmig. Im Vergleich zum Pilgern an der Küste, konnte mich bei diesem Abschnitt der Jakobsweg noch nicht so richtig überzeugen, da mir diese Etappe schon etwas gefährlich schien. Einmal kam an der vielbefahrenen Straße ein Bus auf meiner Seite vorbei und ich konnte zum Glück in die Einfahrt eines Hauses ausweichen. Da hier beidseitig viel Verkehr war, konnten die Autos auch mir nicht wirklich ausweichen. Zum Glück wurde es dann aber irgendwann besser und wenn keine Gehwege vorhanden waren, waren die Straßen dann nicht mehr so viel befahren.
Wenn mich jemand in diesem Moment jemand gefragt hat, ob der Jakobsweg gefährlich ist, hätte ich wohl gesagt – an manchen Straßen schon. Auf dem Rest des Weges war es aber viel besser und ich hatte keine Angst mehr. Es war halt immer noch der Randbereich von Porto und vermutlich war ich auch zum Berufsverkehr unterwegs…

Süße Begegnung mit einem Portugiesischen Opi
Später bin ich dann auf einen Portugiesen getroffen, der super freundlich war. Er erklärte mir, obwohl der Jakobsweg gut markiert war, wo ich lang müsse und gab mir eine Unterkunftsempfehlung . Bis zu seiner empfohlenen Unterkunft, hätte ich aber nur noch eine Stunde gebraucht, was mir für ein Etappenziel zu nah war. Ich bin ja gerade mal ein paar Kilometer gelaufen. Dennoch bedankte ich mich und wir verabschiedeten uns. Das ist eine Sache, die ich am Jakobsweg so liebe. Man hat immer wieder Begegnungen mit netten Menschen und realisiert, dass diese doch viel häufiger existieren als man in manchen Momenten glaubt…
Darum bin ich froh, am Vortag nicht weiter gepilgert zu sein…
Es stellte sich auf heraus, dass der komplette Weg zu der Unterkunft in Vilarinho (die ich am Vortag ebenfalls ins Auge gefasst hatte) mit diesem gemeinen portugiesischen Pflastersteinen ist, die ich noch von meinem ersten Camino kannte und hasste. Durch die unebene Fläche, fangen die Füße schnell das Schmerzen an und ich vermute, dass sie bei mir auch die Blasen verursachen. Hätte ich diese 6 Kilometer am Vortag noch gehen müssen, hätte sich das bestimmt gerächt und ich hätte wieder so schlimme Blasen bekommen. Des Weiteren waren meine Füße am Morgen ja noch erholt und konnten so die Strapazen besser weg stecken.
Pause im Park und Aussichtspunkt mit Kapelle – Capela de Santo Vidio – Vairão
Auf dem Weg hatte ich auch eine Bäckerei gefunden und suchte nun den geeigneten Ort für meine Frühstückspause. In Vairão wurde ich fündig. Dort gabe es eine wunderschöne Parkanlage mit richtig alten Bäumen und sogar steinerne Bänke und Tische. Ich genoss mein Frühstück und natürlich auch meinen Mate und zog dann weiter. Inmitten des Parks führte ein gepflasterter Weg den Hügel hinauf und oben auf dem Hügel gab es eine kleine Kapelle. Diese musste ich natürlich auch noch erkunden. Die Kapelle war zwar leider verschlossen, aber hier gab es noch zwei weitere Highligts – eine Schaukel und noch dazu eine tolle Aussicht. Spielkind wie ich bin, musste ich die Schaukel natürlich austesten. Wie oft hat man schon die Möglichkeit mit Aussicht zu schaukeln. In der Nähe des Parks gibt es übrigens auch einen Trinkbrunnen.

Die ersten Reflexionen auf dem Jakobsweg – Was habe ich aus meinem 1. Camino gelernt
Als ich dann weiter ging, bin ich erst mal in die falsche Richtung gelaufen, aber schnell war ich wieder auf dem richtigen Weg. In mir kamen die ersten Reflexionen hoch. Es ist doch gar nicht wichtig, wie viele Kilometer am Tag man schafft und wie schnell man sein Pilgerziel erreicht. Wichtiger ist es auf den Körper zu hören, um beispielsweise Blasen zu vermeiden. Der erste Abschnitt heute, hatte mir ja bereits gezeigt, dass es gut war am Vortag nicht weiter gelaufen zu sein und ich war ja auch in der glücklichen Situation genug Zeit zur Verfügung zu haben. Ich beschloss, dass bei diesem Jakobsweg in Portugal mein Ziel ist, den Weg zu genießen und auch mal kürzere Etappen zu machen. Je nachdem wie es mir gut tut. Ich gehe den Jakobsweg nicht um sportliche Höchstleistungen an Kilometern an einem Tag zu absolvieren, sondern um bei mir anzukommen…
DER WEG IST DAS ZIEL!
Endlich führt der Camino Portugues Central in die Natur + Pilger in Sicht
Endlich, das erste Mal nach Porto kam ich in der Natur an. An wunderschöner Wald mit diesen alten bewachsenen Steinmauern, die mich weiter auf meinem Camino begleitet werden. Doch leider war dies nur ein sehr kurzer Abschnitt und noch dazu traf ich dort die ersten anderen Pilger für diesen Tag. Es war eine Gruppe Austauschstudentinnen aus den USA, die vor ihrem Semester noch einen Teil des Jakobswegs gehen wollten. Wir plauschten ein bisschen miteinander und trennten uns dann auch wieder.
Ponte D. Zameiro & Regenwetter auf dem Jakobsweg in Portugal
Bald fing es doch daraufhin das Regnen an und ich zog mir meinen super sexy Regenponcho an. Schön schaut man darin zwar nicht aus, aber man (und auch der Rucksack) bleibt zumindest von oben trocken. Ich schreibe bewusst von oben trocken, da ich unter dem Teil so geschwitzt habe, dass ich immer wieder Witze über meine Poncho-Sauna gemacht habe. Das ist Wahnsinn, was für eine Hitze sich darunter stauen kann und ich hatte an Regentagen immer so meine „Freude“ damit.
Kurz nach dem Einsetzen des Regens erreichte ich dann auch die Brücke Ponte D. Zameiro. Schon die Aussicht auf sie war beeindruckend. Dieses herrliche Grün rund um den Fluss und das Vogelgezwitscher waren einfach traumhaft schön und auf der Brücke dann noch das Rauschen des Baches.
Allerdings war das Pflaster aufgrund des Regens etwas rutschig. Also, musste ich ein bisschen vorsichtig sein. Außerdem haben meine Schuhe auf dem Pflaster gequietscht, worüber ich mich sehr amüsieren konnte.

Unklare Weggabelung auf dem Caminho Portugues
Dann kam ich an ein Schild, dass auf eine Weggabelung hinweist. Es waren zwei Wege markiert. Einer in gelb und der andere in orange, der etwas länger war. Aus dem Schild ging hervor, dass man bei dem orangen Weg zu einer Albergue kommt, zu der man über dem anderen Weg nicht kommt. Leider waren jedoch keine Ortsnamen oder ähnliches auf dem Schild vermerkt, was es sehr verwirrend macht. Ich habe dann mein Kartenmaterial überprüft und festgestellt, dass die eingezeichnete Albergue nicht die in Sao Pedro de Rates sein müsste (die nächstgelegene Unterkunft die für mich in Frage kommt) – also habe ich mich für den kürzeren Weg entschieden. Dieser kürzere Weg bot auch den Vorteil, dass ich nicht an der unübersichtlichen und vielbefahrenen Straße weiter laufen muss.

Sprachbarrieren auf dem Jakobsweg Portugal
Während ich rätselnd vor dem Wegweiser stand, war auch eine andere Pilgerin aus dem französischsprachigen Teil von Belgien am Schild und hat überlegt wie sie weiter gehen soll. Wir kannten uns schon aus der Unterkunft in der letzten Nacht. Leider war ihr Englisch jedoch sehr schlecht und mein Französisch ist quasi nicht existent, denn mehr als wie ich heiße oder dass ich nicht verstehe kann ich nicht sagen und verstehen tue ich die Sprache auch nicht.
Sie wollte auch in die Unterkunft von Sao Pedro de Rates, hat jedoch den anderen Weg eingeschlagen, weil sie Angst hatte, die Unterkunft zu verpassen. Ich hatte versucht ihr zu erklären, dass der kürzere Weg, der nicht an der Straße entlang führt auch da hin geht, aber leider hat sie mich nicht verstanden. Glücklicherweise ist sie trotz der gefährlichen Straße gut angekommen, da ich sie am Abend in der Unterkunft wieder getroffen habe.
Rastmöglichkeit – Von einem Pilger für müde Pilger – Jakobsweg Portugal
Der Weg führte weiter durch landwirtschaftlich geprägt Landschaft auf geteerten und geschotterten Wegen. Dann ging es bergauf und die ersten Häuser kamen in Sicht. Eines der Häuser hatte eine Rastmöglichkeit für Pilger eingerichtet. Dort standen zwei lila Bänke die mit Pilgersymbolen bemalt waren. An dem Haus stand auf Spanisch, dass hier ein Pilger wohnt und dieser Pilger sorgt offensichtlich für das Wohl der vorbeikommenden Pilger. Neben der Bänke hat er auch die Möglichkeit geschaffen Wasser aufzufüllen und für hungrige Pilger gab es sogar einen Apfel. Wie süß ist dass denn? Die Möglichkeit mich auf den Bänken auszuruhen habe ich natürlich für eine kleine Trinkpause genutzt und dann ging es weiter…

Mittagspause in Arcos – Tag 2 auf dem Camino Portugues Central
Weiter führte der Weg dann nach Arcos. Auf dem Weg trag ich weitere Pilger aus England, mit denen ich mich kurz unterhalten hatte. Sie hatten eine private Unterkunft gebucht und da ich ansonsten keine weiteren Pilger getroffen hatte, war ich guter Dinge in Sao Pedro de Rates ein Bett in der öffentlichen Herberge zu bekommen. Bei meiner Rast hatte ich nämlich beschlossen, dass eine Etappenlänge von ca. 20 Kilometern absolut ausreichend ist und ich meinen Körper nicht in den ersten Tagen überlasten möchte. Mein Körper soll sich erst einmal an die Anstrengungen des Jakobswegs gewöhnen.
Arcos war dann ca. 3 Kilometer vor meinem Etappenziel und ich beschloss dort meine Mittagspause zu machen – vorausgesetzt ich finde etwas. Durch das Laufen war ich inzwischen ziemlich hungrig. Ja, Pilgern macht wirklich hungrig. Ich hatte Glück und fand in Arcos ein kleines Restaurant in dem ich mir dann einen Francesinha gönnte. Ein Nationalgericht aus Portugal. Preislich und geschmacklich absolut TOP, denn ich habe für das Francesinha mit Pommes und ein Bier nur 9,80 Euro gezahlt. Des Weiteren traf ich in der Bar auf viele andere Pilger. Auch wenn der Weg mir bisher sehr leer erschien, waren trotzdem viele Pilger auf dem Jakobsweg Portugal unterwegs.
Mein Stopp für die Mittagspause bot auch einen weiteren Vorteil. Die Herberge öffnet erst um 14 Uhr und ich hatte noch fast 1,5 Stunden Zeit bis dahin. So konnte ich die Zeit gut überbrücken.

Bekomme ich ein Bett in der öffentlichen Herberge in Sao Pedro de Rates?
Auf den letzten Metern zur Unterkunft bin ich dann mit Roy (aus England) und Mathis (aus Deutschland) in Kontakt gekommen. Sie sind vom Küstenweg auf dem Camino Portugues Central gewechselt und werden in den nachfolgenden Tagen Begleiter meines portugiesischem Jakobswegs sein. Die beiden wollten auch in die gleiche Unterkunft und wir gingen ein Stück gemeinsam. Da ich es gewohnt war schneller zu gehen, zog ich dann irgendwann davon und schaute ob ich ein Bett bekomme. Und ja, ich hatte Glück.
Pilgergemeinschaft in der öffentlichen Herberge von Sao Pedro de Rates / Jakobsweg in Portugal
Die Herberge war eine gute Wahl, denn dort kamen viele Pilger unter und die meisten sind vom Küstenweg auf dem Camino Portugues Central gewechselt. Wenn ich den zentralen portugiesischen Weg nochmal gehen würde, würde ich es genauso machen, da die ersten 1,5 Etappen nicht so schön waren und der Jakobsweg an der Küste traumhaft schön ist.
In der Herberge war eine tolle Gemeinschaft unter Pilgern. Man setzte sich zusammen, tauschte sich aus und wir ließen gemeinsam den Pilgertag gemütlich ausklingen. Bei ein bisschen Wein und auch einem Essen im benachbarten Restaurant.
Unterkunft: Öffentliche Herberge in Sao Pedro de Rates
Kosten: Auf Spendenbasis
YouTube Video zu dieser Etappe: Jakobsweg Portugal Tag 2 – Höhen und Tiefen des Pilgerns
Erfahrungsbericht: Tag 3 auf dem portugiesischen Jakobsweg von Porto nach Santiago – Sao Pedro de Rates – Barcelos 18,5km
Auch am Morgen herrschte eine gute Stimmung in der Herberge. Emsig suchte jeder seine sieben Sachen zusammen und es gab nette Gespräche. Meine Kleidung war in der Nacht aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit nicht getrocknet, also befestigte ich sie am Rucksack. Auch geschlafen habe ich nicht gut. Das lag jedoch nicht an der Herberge oder rücksichtslosen Pilgern, sondern, dass mein Kopf einfach viel zu voll war. Des Weiteren hatte ich beim liegen leichte Knieschmerzen und wusste nicht so recht, wie ich mich richtig positionieren sollte. Wir verabschiedeten uns und wünschten einander einen Bom Caminho…

Schöne Rastmöglichkeit kurz nach Sao Pedro de Rates / Jakobsweg in Portugal
Schon kurz nach Sao Pedro de Rates stellte ich fest, wie schön dieser Jakobsweg ist. Der Camino Portugues Central ist so herrlich grün. Wunderschöne Natur. Ich war noch gar nicht weit gelaufen und kam an einen liebevoll gestalteten Rastplatz. Diesen musste ich natürlich gleich für meine Mate Pause nutzen. Während ich meine Mate Pause machte, kamen die anderen Pilger vorbei und gesellten sich kurz dazu. Natürlich bot ich ihnen einen Schluck Mate an und Roy war mutig genug mein Zaubergetränk aus Südamerika zu probieren. Da meine Mate Pause noch länger dauerte, zogen sie dann weiter, aber mir war klar, dass ich sie schon bald einholen werde…
Da ich beschlossen hatte nur bis ins ca. 16 Kilometer bis Barcelos zu gehen, die Alternative Etappenlänge von 26 Kilometern war mir zu weit, hatte ich heute ja auch Zeit. Des Weiteren hatte ich mein Bett schon vor gebucht. Ich hatte am Vorabend mit den anderen Pilgern nämlich festgestellt, dass fast alle Pilger diesen Ort anstreben und die öffentliche Herberge dort ist sehr klein, Hostels waren keine mehr vorhanden und somit hatte ich mich für ein Zimmer in einem AirBNB für 35 Euro entschieden. Mal eine Nacht alleine Schlafen war natürlich auch schön und preislich war das vollkommen in Ordnung.


Gemeinsam Pilgern in Portugal – Erfahrungen auf dem Camino Portugues Central
Nach meiner Pause zog ich weiter und war begeistert von der Natur in Portugal. Es ist einfach traumhaft schön. Ein ganzes Stück wurde ich von einem Hund begleitet, der mir den Weg auf dem Camino wies und später stoß ich wieder auf die Gruppe aus der Herberge, Mathis, Roy, Benny und Paul begleiteten mich ein Stückchen und wir unterhielten uns gut. Es war für mich auch überraschend wie vielen unterschiedlichen Nationalitäten ich bereits begegnet war. Schottland, England, Belgien, Brasilien, Deutschland und Australien. Der Camino ist wirklich international beliebt. Auf meinem 1. Jakobsweg, dem Küstenweg von Porto, waren es viele Deutsche, aber diesmal waren viele unterschiedliche Länder vertreten. Später am Tag traf ich auch noch auf Pilger aus Singapur und Malaysia und Paraguay… Da mir die anderen jedoch zu langsam unterwegs waren, zog ich dann in meinem eigenen Tempo weiter…

Pause in Pedra Furada – Pilgern in Portugal
In der Herberge von Pedra Furada holte ich mir erst mal einen Stempel ab, man braucht ja mindestens 2 Stempel am Tag und setzte mich dann für eine kleine Pause auf eine Mauer an der Kirche. Es dauerte nicht lange und die anderen kamen wieder vorbei und wir unterhielten uns. Roy erzählte und zeigte in seinem Pilgerführer, dass es hier auch einen Alternativweg durch den Wald gibt. Das hört sich tolle an – besser als an der Straße laufen. Wir beschlossen gemeinsam nach einem Restaurant besuchen und ein bisschen abseits des Caminos wurden wir fündig.
Abkürzung auf den Waldweg – Mein größtes Abenteuer auf dem Camino beginnt
Aufgrund der kurzen Etappenlänge und weil ich ja die Nacht ein AirBNB hatte, bei dem ich die Ankunftszeit absprechen musste, hatte ich mich für 14 Uhr angekündigt und ich merkte, dass es knapp werden würde. Die Kilometerangaben für heute stimmten nämlich nicht so ganz. Als ich hochrechnete wie weit es noch bis Barcelos ist, kam ich plötzlich auf 18 anstelle von 16 Kilometern. In meiner Komoot-Route die ich heruntergeladen hatte, führte der Weg durch den Wald und da mir die Vorstellung einer Alternativroute gefiel, entschied ich mich, eine Abkürzung zu dem Weg zu nehmen und nicht zum letzten Camino Zeichen zurück zu laufen. Ich bog also ab in Richtung Waldweg und eine nette Portugiesin machte mich darauf aufmerksam, dass ich nicht auf dem Jakobsweg bin. Das wusste ich ja und ich zeigte ihr meine App und lief weiter, nichts ahnend, dass mich nun ein Abenteuer erwarten würde.

5 Kilometer im Nirgendwo – Abenteuer pur abseits des Jakobsweg Portugal
Als ich im Wald ankam war ich absolut begeistert von der Schönheit der Natur. Es war der bisher schönste Abschnitt auf meinem Jakobsweg von Porto nach Santiago. Märchenhafte Wälder, die mich immer wieder aufs neue beeindruckt haben. Als ich dann auf die in Komoot eingezeichnete Route stoß stellte ich fest, dass es hier keinerlei Markierungen gab. Aber das stellte erst mal kein Problem dar. Für diesen Abschnitt wären jedoch richtige Wanderstiefel von Vorteil gewesen, da es sehr unwegsames Gelände mit vielen Steinen war. Es waren auch ordentlich Höhenmeter zu überwinden, aber das war mir aufgrund der Routenbeschreibung schon klar. Durch meine Eile, war der Aufstieg sehr schweißtreibend, aber da muss man beim Pilgern eben durch..
Doch irgendwann kamen die ersten Zweifel, denn mein GPS funktionierte nicht richtig und verlief parallel zum Weg. Ich ging nochmal zurück um zu schauen, ob ich eine Abzweigung verpasst hatte, aber es gab keine alternativen Wege. Also ging ich weiter und hoffte, dass der Weg nicht irgendwo im nirgendwo enden würde. Notfalls müsste ich dann alles nochmal zurück gehen. Darauf hatte ich so gar keine Lust, besonders wegen dem Zeitdruck. Ich hatte meine Unterkunft zwar schon informiert und meine Ankunftszeit um eine Stunde nach hinten geschoben, aber das würde dann auch nicht realisierbar sein. Alleine um diese Zeit zu erreichen, musste ich zügig gehen. Über Stock und Stein… Die Route durch den Wald verlief ca. 5 Kilometer im Nirgendwo märchenhafter Wälder…

Zurück auf dem offiziellen Jakobsweg Camino Portugues Central / Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Letztendlich fand ich aber dann wieder den Weg zurück in die Zivilisation. Mithilfe der App, fand ich einen Weg der zu einer Straße führte und diese war doch tatsächlich der offizielle Jakobsweg (wahrscheinlich die Waldroute). Dennoch war mein Waldabenteuer mit Sicherheit landschaftlich schöner, als dieser Weg auf der Straße und ich bin froh, dieses Abenteuer gehabt zu haben. Auch wenn mir ab und an ein bisschen mulmig war. Ich hatte ja zuhause bei meinem Jakobsweg Training mit vollem Gepäck schon Erfahrungen mit Sturmschäden oder gesperrten Wegen gemacht, bei denen ich mir alternative Wege suchen musste…

Schöne Aussichten am Santuario de Nossa Senhora da Franqueria
Die Straße bzw. der Jakobsweg führten dann zum Santuario de Nossa Senhora da Franqueria. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich dies auch ausführlicher erkundet. Es gab dort Pausenplätze und auch die Möglichkeit Wasser aufzufüllen. Dennoch musste ich weiter gehen, da ich nur noch 2,5 Stunden hatte um meine 8 Kilometer entfernte Unterkunft zu erreichen. Das Santuario de Nossa Senhora da Franqueria liegt oben auf einem Berg und von dort hat man eine herrliche Aussicht, die ich auch auf meinem weiteren Jakobsweg sehr genossen habe.

Zügiger Schritt, fehlende Markierungen und erste Blasen?
Zügigen Schrittes ging ich weiter meinem Etappenziel entgegen. Obwohl ich mich wieder auf dem portugiesischen Jakobsweg befand, gab es eine Stelle an der die Markierung fehlte. Glücklicherweise konnte ich mir hier mithilfe der App Mapy.com helfen und auch die Komoot-Route stimmte damit überein. Da ich so schnell unterwegs war und wahrscheinlich auch durch den steinigen Untergrund im Wald, hatte ich das Gefühl, dass sich da eine Blase gebildet hat. Es schmerzte ein bisschen, aber auch Blasen gehören ein Stück weit beim Jakobsweg dazu und davon ließ ich mich natürlich nicht unterkriegen. Der weitere Weg war landschaftlich nicht besonders spannend oder erwähnenswert und in einer guten Zeit traf ich dann in Barcelinhos, dem Nachbarort von Barcelos an.

Barcelinhos, Barcelos und meine Unterkunft – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Barcelinhos hat mir auf dem ersten Blick schon gut gefallen. Die Stadt hatte einen etwas morbiden Charme, aber genau das hat mir als Liebhaberin von Lost Places so gut gefallen. Solche Häuser haben bestimmt unglaubliche Geschichten zu erzählen. Die beiden Städte Barcelinhos und Barcelos werden durch den Fluss Cavado getrennt und die Gegend am Fluss war in beiden Städten Traumhaft angelegt. Auf der Seite von Barcelos machte ich nochmal eine Pause und genoss die traumhafte Aussicht auf den Fluss. Auch der Rest, den ich von der Stadt gesehen habe, war wunderschön. Da ich jedoch in der Unterkunft einchecken musste, hatte ich keine Zeit groß zu erkunden und nachdem ich in der Unterkunft festgestellt hatte, dass ich wirklich die erste Blase habe, bin ich nicht mehr auf Erkundungstour gegangen sondern habe meine geschundenen Pilgerfüße geschont. Den Abend habe ich dann damit verbracht mir etwas leckeres zu kochen und einfach zu entspannen und im Waschsaloon nebenan die Waschmaschine zu benutzen.
Unterkunft: Airbnb
Kosten: 35,- Euro
YouTube Video zu dieser Etappe: Jakobsweg Portugal Tag 3 – Mein größtes Camino Abenteuer

Erfahrungsbericht: Tag 4 auf dem Jakobsweg Portugal – Von Barcelos nach Vitorino dos Piães 21,7km
Da der Camino Portugues Central durch den Zulauf vom Küstenweg mir ziemlich voll erschien, hatte ich mich auch hier wieder dazu entschieden mein Bett vor zu buchen. Zuerst hatte ich es bei Casa Fernanda probiert, da mir die Unterkunft von Benny empfohlen wurde, aber diese war bereits ausgebucht. Die nächste Unterkunft hatte zwar keine Betten mehr im Schlafsaal, dafür eines im Doppelzimmer, das ich mir mit einer anderen Pilgerin teilte. Diese Option war für mich letztenldich auch in Ordnung, wobei das geteilte Doppelzimmer etwas teurer war. Aber immerhin hatte ich ein Bett.

Start alleine und bald Pilgern in Gemeinschaft
Ich trat also den Weg aus Barcelos an und da meine Unterkunft ziemlich am Ende der Stadt lag, hatte ich es bald hinter mir gelassen. Da die Mitpilger in anderen Unterkünften untergekommen waren und wir auch nichts ausgemacht hatten, startete ich alleine. Aber schon nach ein paar Kilometern stoß ich auf Benny, der ein Stückchen gemeinsam mit Ernesto aus den Niederlanden ging. Wir hatten schöne Gespräche und machten Halt in der nächsten Bar. Ernesto zog schon weiter und Benny und ich gönnten uns eine längere Frühstückspause.

Hilfsbereitschaft auf dem Camino – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
In der Bar beobachten wir einen Pilger der schmerzverzerrt seine Schuhe auszog und seine Füße hatten schon mehrere Blasen. Er hatte sie eher unprofessionell mit normalen Pflastern versorgt und blickte verzweifelt auf seine Füße. Benny hatte direkt Mitleid mit ihm und gab ihm Blasenpflaster. Das ist das schöne am Jakobsweg, die Pilger helfen sich gegenseitig. Auf dem Jakobsweg die Gemeinschaft ist wirklich etwas besonderes.
Wir hatten an diesem Tag auch eine sehr interessante Feststellung gemacht. Wenn die Leute im Alltag, alle so freundlich und hilfsbereit wären, wie der Umgang der Pilger Miteinander ist, dann wäre die Welt bestimmt eine bessere. Hast du auch diese Erfahrung gemacht? Wenn ja hinterlasse mir gerne einen Kommentar, wie du darüber denkst oder welche Erfahrungen du gemacht hast.

Wenn Fremde zu Freunden werden – Erfahrungsbericht Jakobsweg
Mit Benny zog ich dann gemeinsam weiter und bald stoßen wir auf weitere Bekannte Gesichter. Wir pilgerten gemeinsam weiter und hatten sehr viel Spaß zusammen. Es war eine Mischung aus Späßen, aber auch ernsten Gesprächen. Auch das macht den Camino besonders. Viele Pilger haben ein Päckchen zu tragen, dass sie auf dem Jakobsweg verarbeiten wollen und man führt ziemlich schnell sehr offene Gespräche über das Leben, die Probleme und Sorgen. So entstehen schnell Freundschaften und eine Camino Familie. Da die Gespräche natürlich privat bleiben und ich mehr in die Gespräche vertieft war, als auf die Landschaft gibt es von dieser Etappe nicht so viel zu berichten. Nur so viel, Fremde werden hier schnell zu Freunden und ein Jakobsweg kann wirklich helfen, seine Probleme im Alltag zu bewältigen. Vielleicht nicht direkt auf dem Weg, denn die richtige Arbeit beginnt erst in der Umsetzung danach, aber dennoch…

Langsames Pilgern in Gemeinschaft
Dadurch, dass ich in der Gruppe unterwegs war, später mit Benny alleine schon vor gelaufen bin und wir eine sehr lange Mittagspause bei einem leckeren Pilgermenü hatten, kam ich erst sehr spät in der Unterkunft an. Es war gegen 18 Uhr und mir war klar, dass meine Wäsche nicht mehr trocknen würde. Also verschob ich das Wäsche waschen auf den nächsten Tag und hoffte da ausreichend Zeit zu haben. Zum Glück hatte ich ja in weiser Voraussicht ein 3. T-Shirt und Unterwäsche dabei um für solche Situationen (oder auch wenn die Wäsche wg. der hohen Luftfeuchtigkeit nicht trocknet) gewappnet zu sein…

Gemeinsames Pilgeressen in der Unterkunft
Die Unterkunft in der ich war bot den Pilgern ein gemeinsames Abendessen an und das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Es war ein wundervoller Abend, mit tollen Gesprächen. In der Unterkunft war eine Gruppe Spanier, die ihren letzten Abend hatten und zur Feier des Tages luden sie mich ein, ein Gläschen Beirao (portugiesischer Likör) mit ihnen zu trinken. Ihre Englisch-Kenntnisse waren meist nicht so gut, aber das bot mir die Gelegenheit mein Spanisch ein bisschen aufzubessern. In der Unterkunft war auch Erika aus Brasilien und bei der Unterhaltung mit ihr stellte ich fest, dass ich das brasilianische Portugiesisch schon gut verstehe, aber nicht mehr sprechen kann. Sie sprach in portugiesisch mit mir und ich antwortete auf Spanisch und es war ein wirklich wundervoller Abend.
Unterkunft: Casa Sagres
Kosten: 30 Euro / geteiltes Doppelzimmer
YouTube Video: Jakobsweg Vlog: Camino Portugues Tag 4 – Camino-Glück in Gemeinschaft
Erfahrungsbericht Jakobsweg: Tag 5 auf dem Camino Portugues Central – Von Vitorino dos Piães nach Ponte de Lima 16,6km (Alternative Route)
Mit der Hoffnung einen schönen Platz für meine Mate Pause zu finden und um der Hitze zu entfliehen, bin ich für meine Verhältnisse sehr früh gestartet. Ich hatte erwartet nur eine kurze Etappe zu haben auf der ich mir Zeit lassen sollte, doch der Tag verlief ein bisschen anders. Mit einem Umweg zum Krankenhaus, hatte ich am Ende 16,6 Kilometer zu meiner Unterkunft. Vom Krankenhausbesuch berichte ich später noch ausführlich…
Einer der schönsten Plätze auf dem Jakobsweg für meine Matepause
Diesmal hatte ich echt Glück, denn bereits nach einer kurzen Gehzeit entdeckte ich den perfekten Platz für meine Matepause. Es war einer der schönsten Plätze auf dem ganzen Camino. Da ich am Vortag nichts gefunden hatte und meine kleine Teezeremonie ins Restaurant verlegen musste, war ich umso glücklicher so einen tollen Platz gefunden zu haben.
An einem mit Steinen durchzogenen Weg, blühten traumhaft schöne gelbe Engelstrompeten und von der Steintreppe auf der ich saß hatte ich einen herrlichen Blick in die wunderbar grüne Natur auf dem Jakobsweg in Portugal. Ich ließ mir viel Zeit, lauschte dem Vogelgezwitscher und sog die Natur in mich auf.


Kleines Zwischenfazit: Wie geht es mir mit meinen Depressionen auf dem Jakobsweg?
Ich war überrascht, wie gut es mir mit meinen Depressionen auf dem Jakobsweg ging. Natürlich bin ich durch sie nicht so Leistungsfähig, wie ein normaler Pilger. Aber die viele Bewegung in der Natur, die offenen und heilsamen Gespräche mit anderen Pilgern und auch die vielen neuen Eindrücke wirkten sich positiv aus. Durch die Depressionen kann ich im Alltag kaum Gefühle von Glück oder Zufriedenheit empfinden. Es ist alles in einen grauen Nebel gehüllt und durch all die positiven Erlebnisse beim Pilgern, konnte mein Körper tatsächlich mal Glückshormone produzieren.
Des Weiteren war der Tagesablauf auf dem Camino sehr einfach zu bewältigen, da für mich keine großen Herausforderungen warteten. Morgens aufstehen (um einen wunderschönen Tag zu haben = Motivation), die paar wenigen Sachen einpacken (alles ist minimalistisch) und dann einfach nur laufen. Der Weg ist vorgegeben, das Etappenziel lege ich selbst fest (ohne mich zu überfordern)… Ich wusste, dass jeder Tag mir neue schöne Erlebnisse bescheren wird. Könnte der Alltag, doch auch so einfach sein wie das Pilgern auf dem Jakobsweg. Im Alltag mit Depressionen können mich Kleinigkeiten teilweise schon überfordern und auf dem Camino de Santiago ging dann plötzlich alles recht leicht von der Hand, weil einfach das positive überwiegt.
Viele Menschen, die den Jakobsweg gehen, haben ihr eigenes Päckchen zu tragen, sie wissen wie es ist, wenn es einem mental nicht gut geht. Dadurch bekommt man auch mehr Verständnis als im Alltag für diese Situation. Menschen die keine Erfahrung mit mentalen Problemen haben, belächeln das gerne mal oder können sich nicht in einen hineinversetzen. Ich bin so dankbar, so tolle Menschen auf dem Jakobsweg getroffen zu haben.

Natur auf dem portugiesischen Jakobsweg – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Der Weg führte weiter durch wirklich traumhafte Natur. Mal Wälder, mal gab es blühende Blumen, viele dieser tollen Riesenfarne und mal Weinreben. Besonders schön fand ich den duftenden Jasmin. Diesen Abschnitt habe ich sehr genossen. Auch wenn es oftmals wieder über geteerte Wege ging, war es einfach traumhaft schön. Beklagen tun sich über die geteerten und teilweise mit dem bösen portugiesischen Pflaster versehenen Wege die Füße. Glücklicherweise ging es meiner Blase am Fuß weiterhin recht gut. Die ersten Kilometer merkte ich sie kaum, aber später tat es ein bisschen weh. Allerdings im gut aus haltbaren Bereich. Kein Vergleich zu meinem Küstenweg, bei dem ich teilweise nur noch gehumpelt bin und jeder Schritt eine Qual war und das obwohl ich sagen würde, dass ich was körperliche Schmerzen angeht, echt hart im nehmen bin.

Liebevoll gestalteter Pausenplatz für Pilger – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Ich kam auch an einem liebevoll gestalteten Pausenplatz für Pilger vorbei. Da legte ich natürlich eine Trinkpause ein und gönnte mir einen Müsliriegel.
Das schöne an diesem Tag war auch, dass ich den Jakobsweg fast für mich alleine hatte. Bis zu diesem Moment bin ich noch kaum auf andere Pilger gestoßen, was auch einmal schön war. Dadurch dass es so viel durch die Natur ging, dauerte es allerdings eine Weile bis die erste Möglichkeit für ein Frühstück gegeben war. Noch dazu war es Sonntag und dadurch die Gelegenheiten ebenfalls eingeschränkt. Letztendlich habe ich dann aber doch eine Möglichkeit gefunden zu Frühstücken und siehe da, ich bin auf bekannte Gesichter gestoßen.

Gemeinsam Pilgern auf einer Alternativroute die am Fluss nach Ponte de Lima führt – Weg von der Straße
Der weitere Weg wäre ziemlich viel an der Straße entlang gegangen und meine Komoot-Route schlug eine alternative am Fluss vor, die sich für mich gut anhörte. In der Natur ist es doch immer schöner, als an der Straße. Als ich im Cafe auf Mathis, Roy, Maria und Julia mit ihrem Hund Athenea traf, habe ich ihnen von meinen Plänen erzählt und sie beschlossen sich anzuschließen. So machten wir uns gemeinsam auf den Weg in Richtung Fluss. Uns kam ein Mann mit einer Ziegenherde entgegen, was mir sehr gut gefallen hat. Wir zogen gemeinsam weiter und hatten viel Spaß mit unseren Unterhaltungen, doch dann geschah das Unglück…

Pilgerunfall auf dem Jakobsweg – Das letzte Einhorn vom Camino wurde geboren
Roy war gestürzt, vermutlich über seine Trekking-Stöcke und voll auf das Gesicht gefallen. Blut strömte aus seiner Nase, die Brille lag neben ihm auf dem Boden. Durch den Rucksack, war es schwer aufzustehen, wenn man auf dem Bauch liegt. Wir halfen ihm auf, reichten ihm Taschentücher und Feuchttücher um sich sauber zu machen. Ich reinigte mit einem Brillenputztuch seine Brille und mit einem Feuchttuch seine blutverschmierten Trekkingstöcke. Jeder versuchte zu helfen, soweit das eben in so einer Situation möglich war. Das macht eben die Pilgergemeinschaft aus, helfen wo man kann. Wir fragten ihn, wie es ihm geht und er meinte es sei alles okay. Aber bereits nach wenigen Minuten war ihm ein riesiges Horn an der Stirn gewachsen. Aus diesem Grund bekam er von mir einen Spitznamen – The last Unicorn of the Camino (=das letzte Einhorn des Jakobswegs) Wir hatten echte Sorge um ihn, fragten ihn ob wir zurück zum normalen Weg gehen sollten oder gar einen Krankenwagen rufen. Doch tapfer wie er war, wollte er weiter gehen. Ich bewundere ihn, für seinen Kampfgeist. Er war so tapfer in dieser Situation.

Brütende Sonne und verletzter Pilger – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Wir hatten noch ein Stückchen zu gehen um den Fluss zu erreichen und die Sonne brannte von oben herab. Auf dem Weg zum Fluss waren im letzten Abschnitt nur Felder und Wiesen und somit kein Schatten. Als wir den Fluss dann erreicht haben, ließen wir uns auf dem Schotterweg nieder und machten eine Pause im kühlen Schatten. Das tat gut. Roy’s Kopf schmerzte und ihm gab ihm meine Paracetamols. Er hatte nicht nur ein Horn an der Stirn, sondern auch um seine Nase und die Augen machten sich Blutergüsse breit, denn er war auch auf die Brille gefallen. Er tat uns allen so leid und wir fragten ihn wieder, ob wir einen Krankenwagen rufen sollten. Wir waren echt um Sorge um ihn. Doch tapfer wie er war, wollte er weiter gehen.
Der Weg am Fluss nach Ponte de Lima
Wenn ich mich richtig erinnere, hatten wir noch so 5 Kilometer am Fluss zu gehen. Mit Roy’s Verletzungen und der brütenden Sonne kein so einfaches Unterfangen. Immer wieder, wenn es Schatten gab, machten wir eine Pause. Das erste Stück am Fluss entlang, war ein bisschen enttäuschend, da am Ufer so viele Bäume waren, dass wir kaum einen Blick auf den Fluss erhaschen konnten. Auch war weniger Schatten als gedacht, doch wir kämpften uns Schritt für Schritt voran. Später gab es mehr Schatten und es wurde einfacher. Die Flusslandschaft war wunderschön und einmal gingen wir auch auf einer Brücke über einen reißenden Bachlauf.


Ankunft in Ponte de Lima – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Der Weg rein nach Ponte de Lima war einfach traumhaft. Wir waren ja direkt am Fluss und hier gab es künstlich angelegte Kaskaden die nur so rauschten. Was für ein schöner Anblick. Am Tag unserer Ankunft war Flohmarkt in Ponte de Lima und Verkäufer boten allerhand Dinge an. Teilweise Sachen, die etwas kurios wirkten und mich an meinen Flohmarktbesuch in Kiew erinnerten.
Roy hatte letztendlich auch eingewilligt, sich im Krankenhaus untersuchen zu lassen und so überlegten wir, wie wir das am besten anstellen.

Hilfe im Hotel – Pilger muss ins Krankenhaus
Wir gingen weiter an der Uferpromenade mit ihrem Flohmarkt entlang und entdeckten das Hotel Imperio do Norte (Anzeige), kurzerhand gingen wir rein um dort um Hilfe zu bitten, obwohl keiner von uns eine Reservierung für das Hotel hatte. Die Problematik war nämlich, dass Ponte de Lima über mehrere Krankenhäuser verfügt und wir nicht wussten, wo es eine Notaufnahme gibt. Des Weiteren wollten wir es Roy erleichtern und ein Taxi zum Krankenhaus nehmen. Meinen allergrößten Dank an die freundliche Rezeptionistin. Sie Verstand den Ernst der Lage und hat uns bestens geholfen. Es war zwar leider kein Taxi zu bekommen, aber sie nannte uns das Krankenhaus in dem es eine Notaufnahme gibt und es war auch nur 900 Meter entfernt. Des Weiteren durften wir, obwohl wir keine Gäste waren sowohl unsere Wasserflaschen auffüllen und auch die Toilette benutzen.
Der Krankenhausbesuch von Roy
Wir brachten Roy ins Krankenhaus und warten erst mal mit ihm gemeinsam. Als es aber hieß, dass aktuell nicht der notwendige Arzt verfügbar sei und es bestimmt 2 Stunden dauern würde, schickte Roy uns weg um schon mal einzuchecken. Nachdem ich eingecheckt hatte, meine Wäsche gemacht und geduscht habe, wartete ich auch den Anruf von Roy. Aber der ließ noch auf sich warten. Ich verabredete mich mit Mathis und Maria an der Uferpromenade, wir gönnten uns Churros und etwas leckeres zu trinken und warteten weiter auf den Anruf von Roy.
Endlich kam dann der Anruf, viele Stunden später war er im Krankenhaus fertig und wir holten ihn ab, trugen seinen Rucksack zur Unterkunft. Glücklicherweise hatte er keine Gehirnerschütterung, aber die Nase war gebrochen. Dennoch ließ er sich nicht unterkriegen und für ihn Stand fest, nach einem Tag Pause in Ponte de Lima (die er sowieso eingeplant hatte) geht der Jakobsweg für ihn weiter. Er ist so tapfer und hart im Nehmen. Für die Krankenhausbehandlung inkl. CT hat er lediglich 27 Euro zahlen müssen…

Gemeinsames Abendessen unter Pilgern – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Nachdem Roy frisch geduscht war, war es Zeit für das Abendessen. Über die Whatsapp Gruppe verabredeten wir uns mit Holly und Benny im Restaurant O Porao Limiano. Da dieses Restaurant meiner Meinung nach eine absolute Empfehlung ist, erwähne ich es. An diesem Abend hatte ich mir Picana gegönnt und es war das beste Picana, das ich je gegessen habe. Preislich etwas teurer, aber absolut lohnenswert. Ein aufregender Tag ging zu Ende und eine weitere Etappe auf dem portugiesischen Jakobsweg war geschafft.
Unterkunft: Old Village Hostel (Anzeige) – Hier gibt es einen tollen Wachsstempel
Kosten: 23 Euro
YouTube Video: Von Blasen bis Krankenhaus: So herausfordernd war Tag 5 am Jakobsweg


Erfahrungsbericht Jakobsweg Portugal: Tag 6 auf dem Camino Portugues Central – Ponte de Lima bis Rubias 20,4 km (Höhenmeter 470 / 330)
Ponte de Lima ist eine sehr schöne Stadt und ich konnte gut verstehen, warum Roy hier seinen Pausentag eingelegt hat. Für mich ging es jedoch weiter. Auf meinem Plan stand das ca. 20 km entfernte Rubias und der schlimmste Anstieg auf dem Jakobsweg Portugal. Da es wieder sehr heiß werden sollte – über 30 ° – bin ich für meine Verhältnisse früh gestartet.
Ich musste die römische Brücke von Ponte de Lima überqueren und somit von meiner Unterkunft erst mal durch die Stadt. Ponte de Lima ist wirklich sehenswert und hat mich richtig begeistert auch mit seiner römischen Brücke. Da es noch früh am Morgen war, war auch nicht viel los und ich konnte es richtig genießen. Nach der Brücke kam eine kleine schöne Kapelle, die jedoch leider verschlossen war.

Manuel zählt die Pilger auf dem Camino Portugues Central – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Schon bald kam ich an einem ganz Besonderen Ort vorbei und zwar bei Manuel. Er verkauft in seinem Laden kleine Souvenirs, verteilt Stempel und zählt die Pilger, die bei ihm vorbei kommen. Manuel ist selbst Pilger und ein super herzlicher Mensch, der in seinem Laden glaube ich seine Berufung gefunden hat. Ich war Pilger 28.235! Wow, was für eine hohe Zahl. Da wird einem erst einmal bewusst, wie viele Pilger nach Santiago de Compostela pilgern. Ich habe ihn gefragt, ob ich ein kurzes Video machen darf und er war direkt mit vollen Enthusiasmus dabei. Er zeigte mir für mein Video die Pilger, die eine tausender Grenze durchbrochen haben.
Pilger Nummer 23.000 kam aus Taiwan
Pilger Nummer 24.000 kam aus Deutschland
Pilger Nummer 25.000 kam aus den USA
Pilger Nummer 26.000 kam aus Portugal
Pilger Nummer 27.000 kam aus Australien
Pilger Nummer 28.000 kam ebenfalls aus den USA
Alle diese Pilger wurden mit einem Bild festgehalten. Was für eine schöne Geste. Die Begegnung mit Manuel hat mich total begeistert und solltest du auch den Jakobsweg in Portugal gehen, hoffe ich, dass du ihn auch kennenlernst.

Wie ging es mir körperlich am 6. Tag auf dem Camino Portugues
Ich hatte ja vor dem Jakobsweg schon ein bisschen mit dem Rucksack trainiert und das hat sich positiv bemerkbar gemacht. Da ich nun auch schon einige Tage in Folge gepilgert bin, hatte sich mein Körper inzwischen gut an das Rucksackgewicht und das Laufen gewöhnt. Ich hatte ja auch, wie du an meiner Packliste siehst, leicht gepackt was sich zusätzlich positiv bemerkbar gemacht hat. Der einzige Luxusartikel, war meine Mate Ausstattung, aber da ich diese Pausen auf dem Weg so sehr genieße ist es mir das extra Gewicht wert.
Obwohl ich Blasen hatte, kam ich auch mit diesen ganz gut klar. Erst auf den letzten Kilometern haben sie dann ein bisschen geschmerzt und ansonsten hatte ich sie ja auch mit der Nadel und Faden Technik behandelt, sodass die Flüssigkeit abfließen kann.
Matepause am Bachlauf – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Schon bald nachdem ich die Zivilisation hinter mir gelassen hatte, fand ich auch schon den perfekten Platz für meinen Mate. Direkt am Bachlauf, mit Steinen auf denen man recht bequem sitzen konnte und einem alten Baum daneben. Ich konnte sowohl dem Plätschern des Baches lauschen, als auch dem Zwitschern der Vögel. Diese Pause habe ich so genossen.

Gemeinsam weiter am malerischen Bachlauf – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Als ich dann weiter laufen wollte, kreuzte der Niederländer Rick meinen Weg und wir starteten eine Unterhaltung. Wir verstanden uns tatsächlich so gut, dass wir den Rest des Tages gemeinsam gelaufen sind. Der Weg führte weiter an einem richtig malerischen Bachlauf. Links von mir war eine Steinmauer, ich lief auf Steinblöcken die neben dem Bach angelegt waren. Dieser Abschnitt war so traumhaft schön, das kann man sich kaum vorstellen. Nach starkem Regen habe ich jedoch gehört, sollen die Steine teilweise unter Wasser liegen und dieser Abschnitt schwierig zu bewältigen sein, wenn keine Nassen Füße bekommen möchte.

Meine größte Herausforderung – Überquerung vom Bach auf dem portugiesischen Jakobsweg
Das letzte Stück am Bachlauf war dann eine Herausforderung für mich. Der Bach musste auf kleinen Steinen überquert werden und schien an dieser Stelle recht tief. Ich weiß nicht woran es liegt, aber wenn ich über Wasser balancieren muss kommen bei mir immer Ängste hoch ins Wasser zu fallen. Irgendwas setzt dann in meinem Hirn aus, ich bekomme weiche Knie und zittrige Beine. Was war ich froh, Rick an meiner Seite zu haben. Er stand auf einem der Steine im Wasser, reichte mir die Hand und mit seiner Hilfe konnte ich den Bach überqueren. Ich weiß nicht, was ich ohne ihn in dem Moment gemacht hätte. Auf dem Jakobsweg kreuzen irgendwie immer die richtigen Menschen, zum richtigen Zeitpunkt deinen Weg.

Abwechslungsreiche Landschaft auf dem Jakobsweg durch Portugal
Der Weg führte weiter durch super abwechslungsreiche Landschaft und alles war so herrlich grün. Mal kamen wir an Feldern und Wiesen vorbei, mit schönem Baumbestand und dann wieder an Weinfeldern. Auch wenn der Küstenweg beliebter ist als der Camino Portugues Central, kann ich dir diese Route absolut empfehlen. Immer wieder kamen wir auch durch kleine Dörfer.
Tolle Dekoration am Wegesrand auf dem Camino Portuguese
Dann kamen wir an einem ganz besonderen Ort vorbei der so schön und kreativ Dekoriert war. Von Palmen und Bäumen die mit Kuscheltieren und Tüchern dekoriert waren über eine Steinmauer, die alle Möglichen Gegenstände enthielt. Wer für die Deko verantwortlich ist kann ich nicht sagen, aber es sah wirklich toll aus.

Abenteuerliche Flussdurchquerung? Ist das der Jakobsweg?
Als wir dann schließlich unter einer Autobahnbrücke waren, folgten wir den Pfeilen und standen plötzlich vor einem Fluss. Er war zwar nicht sonderlich tief, aber wir waren sehr irritiert. Sollen wir da wirklich durch? Muss man auf dem Camino nun auch schwimmen? (ein Späßchen, so tief war es gar nicht) Wir überlegten, ob wir nun die Schuhe ausziehen müssen und da durchlaufen, aber die nassen Füße könnten dann Blasen verursachen. Glücklicherweise entdeckte Rick dann eine Brücke, die über den Fluss ging und wir kamen trockenen Fußes auf der anderen Seite an. Irgendwo hatten wir wohl einen Pfeil übersehen…

Wechsel der Landschaft auf dem Jakobsweg Portugal
Auf der anderen Seite des Flusses fanden wir dann eine ganz andere Landschaft vor. Hier wurde leicht terrassenförmig irgendwas neu angepflanzt. Ich vermute Wein, aber weiß es nicht sicher. Danach führte der Jakobsweg durch traumhafte portugiesische Wälder. Es ging viel bergauf und unten war ein Fluss zu sehen. Einfach herrlich diese Natur in Portugal.

Der gefürchtete Anstieg auf den Alto da Portela Grande de Labruja steht uns bevor (ca. 300 Höhenmeter)
Dieser Anstieg wird von vielen Pilgern gefürchtet, da er sich endlos zieht. Des Weiteren hatten wir einen Tag mit ca. 35° erwischt. Die Hitze macht den Anstieg jetzt nicht wirklich leichter. Aber was muss, das muss… Rick und ich motivierten uns gegenseitig, dass wir das schon schaffen werden und kamen gut voran. Auf dem Weg nach oben kamen wir an einer Wasserfontäne vorbei, an der wir uns abkühlten. Später gab es nochmal die Möglichkeit sind mich kalten Wasser zu erfrischen und wir waren so Dankbar für die Abkühlung. Wenigstens führte der Weg durch den Wald und somit waren wir wenigstens im Schatten und grillten nicht in der Prallen Sonne.


Wie Herausfordernd ist der Anstieg auf den Alto da Portela Grande de Labruja ?
Dieser Abschnitt des Jakobweg Portugal geht erst über geteerte und gepflasterten Wege und dann über Stock und Stein und stetig bergauf. Das ist in meinen Augen der einzige Abschnitt bei dem vernünftige Wanderstiefel von Vorteil wären, dass man nicht so leicht umknickt. Ich bin mit meinen Laufschuhen, jedoch gut zurecht gekommen, da ich solche Abschnitte schon aus den Bergen Patagoniens bestens kannte. Eine gewisse Trittsicherheit ist gefordert und man kommt schon gut aus der Puste. Dennoch ist es nach ein paar Tagen Training auf dem Jakobsweg recht gut machbar. Ich kam zwar ins Schwitzen (auch wegen der Temperaturen) und brauchte ein paar Verschnaufpausen, aber ansonsten ging es.
Dennoch war ich dann froh als ich oben angekommen war. Lustigerweise gab es hier im Wald immer wieder Schilder mit Telefonnummern von Taxi Unternehmen. Wie viele wohl darauf zurückgreifen?

Schwieriges Gelände für Radpilger – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Auch wenn es für Radpilger hier einen alternativen Weg gibt, haben wir eine Gruppe Radpilger getroffen, die sich dieser Herausforderung gestellt haben, da es dort ein Kreuz gibt, an dem sie unbedingt vorbei kommen wollten um ein Erinnerungsfoto zu schießen. Wir trafen sie an einer Stelle die absolut nicht für Fahrräder ausgelegt war. Sie mussten die Räder nicht nur über Steine hieven, sonder auch eine Engstelle durchqueren, bei der sie die Fahrräder auf das Hinterrad gestellt haben und sich so durch die Engstelle manövriert haben. Man merkte, dass sie echt Erfahrung haben, so geschickt haben sie das gemacht und ich war von ihrem Können begeistert.


Ich dachte schon ich hätte den Aufstieg geschafft, aber dann ging es weiter
Nach dem Steinkreuz kam ein Bereich mit größeren Steinen die perfekt für eine kleine Pause waren. Ich sah in der Entfernung die Radpilger nach rechts davon fahren und dachte somit, wir hätten den Aufstieg nun geschafft, doch der Camino für Fußpilger führte nochmal ein weiteres Stück über Stock und Stein bergauf. Ich war ganz schön enttäuscht, dass es noch weiter ging, da ich mich schon so gefreut hatte…
Pilgerbett im Wald auf dem portugiesischen Jakobsweg
Oben angekommen gönnten wir uns eine längere Pause. Ich legte mich hin und lehnte mich dabei an einen Baum. Das tat so gut. Mein erster Gedanke war, das Pilgerbett ist nun gemacht und ich bleibe hier und schlafe ein bisschen… Durch die Hitze und den Anstieg war ich echt fix und alle.

Der Abstieg und die Suche nach einer Bar – Erfahrungsbericht Jakobsweg in Portugal
Zum Glück mussten wir danach nur noch auf der anderen Seite des Berges absteigen und wir freuten uns schon, dass hoffentlich wenn wir zurück in der Zivilisation sind, eine Bar kommt. Die Wasservorräte gingen aufgrund der Hitze ziemlich zu neige und wir freuten uns auf etwas kaltes zu trinken. Auch hier gab es immer wieder Schilder von Taxiunternehmen.
Freudiges Wiedersehen mit den anderen Pilgern in der Bar
In der Bar trafen wir dann auf viele bekannte Gesichter. Jeder hatte ein kaltes Getränk bei diesen Temperaturen bitter nötig und wir genossen wirklich das Zusammensein und haben darauf angestoßen auch diese Etappe fast gemeistert zu haben. Wir wollten gar nicht mehr weiter gehen, bestellten uns etwas zu Essen und ein kühles Getränk nach dem anderen und genossen unsere Pause. Rick hat sich dann irgendwann verabschiedet und ich blieb noch mit den anderen sitzen.

Die letzten 2 Kilometer bis nach Rubias – Erfahrungsbericht Jakobsweg Portugal
Die letzten Kilometer tragen wir dann gemeinsam an. Benny, Holy, Mathis, Julia mit ihrer Hündin Athenea und ich. Julia und Athenea verabschiedeten sich dann irgendwann und ich lief mit den anderen drei Pilgern weiter. Wir waren von der Hitze alle ziemlich platt, aber dennoch bester Laune. In Rubias angekommen, beschlossen wir in der nächsten Bar ebenfalls eine Pause zu machen und genossen das Zusammensein mit besten Gesprächen.
Pilgerunterkunft mit Pool und Pilgermenü im Restaurant

An diesem Tag hatte ich wirklich die perfekte Unterkunft für diese Temperaturen erwischt. Denn meine Herberge hatte einen Pool und nach einer Dusche entspannte ich schön am Pool und genoss die Abkühlung. Was für ein perfekter Ausklang eines harten Tages auf dem Jakobsweg Portugal.
Während ich so entspannte, stellte ich entsetzt fest, dass das einzige Restaurant im Ort bereits um 20:30 schließt. Nun musste ich mich aber beeilen um noch etwas zu Essen zu bekommen. Normalerweise in Portugal und Spanien ist es ja so, dass die Restaurants oft erst recht spät öffnen, aber hier in dieser ländlichen Gegend war es wohl anders. Es war 19 Uhr und ich noch im Bikini am Pool, als ich das feststellte. Also machte ich mich schnell fertig um mein wohlverdientes Abendessen zu genießen.
Unterkunft: Casa de São Sebastião
Kosten: 15,- Euro
Link zu meinem YouTube Video: Von Traumlandschaft bis Hitzeschlacht – Camino Portugues Vlog Tag 6
Erfahrungsbericht Jakobsweg Portugal: Tag 7 auf dem Camino Portugues Central – Von Rubias nach Tui 19km (Höhenmeter 250 / 410)
An diesem Tag bin ich bereits kurz nach 6 Uhr gestartet, da ich irgendwie nicht mehr schlafen konnte und es wieder sehr heiß werden sollte. Leider sind meine Badesachen vom Vortag nicht mehr getrocknet und ich musste sie zum Trocknen am Rucksack befestigen. Das ist immer so eine Sache, weil wenn man den Rucksack abstellt, werden die Sachen schnell dreckig, aber als Pilger hat man manchmal keine anderen Möglichkeit.
Das erste Stück ging wieder auf diesem gemeinen portugiesischen Pflaster, das meine Füße gar nicht mögen. Inzwischen hatte ich meine dritte Blase und ich freute mich schon darauf an diesem Tag in Spanien anzukommen, da ich es so in Erinnerung hatte, dass dort nicht so böses Pflaster ist.

Mate Pause am Fluss mit schönen Kaskaden
Ich war noch gar nicht lange gegangen, als ich an einem Fluss mit schönen Kaskaden ankam. Die Kaskaden konnte man zwar kaum sehen, da es ziemlich zugewachsen war, dennoch war es ein schöner Anblick und das Rauschen des Wassers hat so etwas beruhigendes. Da es keinen Stein zum Sitzen gab, habe ich kurzerhand mein Handtuch in eine Picknickdecke verwandelt und dort meine Mate Pause gemacht.

Gemeinsam Pilgern mit Julia und der Hündin Athenea – Erfahrungsbericht Jakobsweg Portugal

Als ich meine Mate-Pause abgeschlossen hab, kreuzten zufällig Julia mit ihrer Hündin Athenea meinen Weg und wir beschlossen gemeinsam weiter zu Pilgern. Wir genossen gute Unterhaltungen und kamen sehr schnell vorwärts. Der Weg führte weitgehend durch die herrlich grüne Natur Portugals und wir kamen auch durch ein paar authentische portugiesische Dörfer. Portugal zeigte sich hier mal wieder von seiner schönsten Seite. Nach einer kurzen Frühstückspause, bei der ich mir vielleicht meinen letzten Pasteis de Nata gönnte (heute gehts ja weiter nach Spanien) spielte ich mit Athenea ausgelassen. Sie biss in ihre Leine und ich hielt die andere Seite fest und wir machten ein Kräftemessen, dass uns beiden sehr viel Freude bereitete. Danach setzten wir unseren Weg gemeinsam fort.
Auch weiterhin zeigte sich die Natur von ihrer schönsten Seite. Wälder mit riesigen Farnen, diese tollen Steinmauern die bemoost und bewachsen sind. Portugal ist einfach so schön und wir kamen gut voran.

Die ersten 8 Kilometer sind geschafft und so langsam wird es warm – Erfahrungsbericht Jakobsweg Portugal
Wir kamen gut voran und um 9 Uhr waren bereits die ersten 8 Kilometer geschafft, was sehr gut war. Denn es wurde langsam ziemlich warm. Inzwischen hatte sich ein weiterer Pilger, Alexandre aus Portugal, dazu gesellt.
Julia machte mich auf eine portugiesische Riesenschnecke aufmerksam. Da war doch auf dem Jakobsweg tatsächlich eine Nacktschnecke die so lang war wie meine Hand. Ich hielt meine Hand zum Vergleich daneben und fand es wirklich krass wie groß sie ist. Bei uns gibt es keine so großen Nacktschnecken.

Unwetterwarnung für heute Abend
Wir hatten auch wahnsinnig Glück, weil ein Unwetter angekündigt war, aber erst für den Abend, wenn wir wahrscheinlich schon angekommen sind. Das war sehr beruhigend, denn ich hatte keine Lust auf Pilgern bei einem Unwetter. Aber auch für die kommenden Tage war der Wetterbericht nicht so rosig. Es war Regen angekündigt. Aber was will man machen, da muss man auf dem Jakobsweg einfach durch. Man kann sich das Wetter ja leider nicht aussuchen.
Pilgerpause direkt auf dem Weg – Erfahrungsbericht Jakobsweg Portugal
Da es keine Sitzgelegenheiten gab und wir alle den harten Aufstieg vom Vortag noch in den Knochen hatten, setzten wir uns direkt auf den Weg bzw. lehnten uns dabei an eine Mauer. Der Jakobsweg lehrt einen, das beste aus der Situation zu machen. Auch Athenea war inzwischen ziemlich müde und nicht mehr in Spiellaune. Zu uns waren zwischenzeitlich noch andere Pilger gestoßen und wir genossen die Pause einfach.
Ich beschließe mein eigenes Tempo zu gehen
Durch den fehlenden Schlaf in der letzten Nacht – ich war bereits um 5 Uhr wach und konnte nicht mehr schlafen – und den harten Aufstieg in der Hitze fühlte ich mich dann irgendwann gar nicht mehr fit. Allgemein hatte ich ein bisschen ein Schlafdefizit, da ich generell nicht gut schlafen konnte. Das lag aber weniger an den Mitpilgern in den Alberguen, denn mit Ohropax(Anzeige) und Buff als Augenmaske(Anzeige) war ich gut ausgestattet, sondern daran, dass mir zu viele Gedanken im Kopf herum geisterten. Ich konnte irgendwie nicht so richtig Abschalten…
Dennoch beschloss ich dann irgendwann mein eigenes Tempo zu gehen und schon voraus zu laufen. Jeder hat so seine Wohlfühl-Geschwindigkeit und meine ist oftmals ein bisschen schneller als bei den anderen. Wenn ich langsam mache, brauche ich noch mehr Kraft, also hatte ich beschlossen vorauszugehen. Meine Blasen schmerzten, meine Beine taten weh und ich wollte einfach vorankommen…

Lange Pause und pure Erschöpfung – Erfahrungsbericht Jakobsweg Portugal
Am Stadtrand von Valenca habe ich dann eine Bar gefunden, in der ich eingekehrt bin. Ich sehnte mich nach einem kalten alkoholfreien Bier. Diese Pause tat sooo gut. Ich zog meine Schuhe aus, genoss das kühle Bier und die Pause. Meine Beine und Füße schmerzten und es war das erste Mal, dass ich so wirklich das Gefühl hatte an meine Grenzen zu kommen. Glücklicherweise kam dann Benny mit einer weiteren Pilgerin vorbei und sie gaben mir die Motivation weiter zu gehen.
Gemeinsam weiter Pilgern und Valenca erkunden
Obwohl ich so erschöpft war, war ich auch voller Vorfreude auf Valenca. Ich hatte im Vorfeld schon Videos von der wunderschönen Burganlage gesehen und freute mich diese zu erkunden. Gemeinsam mit den anderen machte ich mich auf dem Weg und wurde nicht enttäuscht. Diese Burganlage ist so unfassbar schön. Dort genossen wir auch ein leckeres Mittagessen. Da starker Wind einsetzte mussten wir unser Essen leider in das Restaurant verlegen aber das war ok. Wir aßen das Tagesgericht den Bacalao (portugiesische Spezialität aus Kabeljau) und danach zogen wir durch die Burganlage weiter in Richtung spanischer Grenze. Immer wieder hatten wir tolle Aussichten und die Burganlage mit ihren Wehrtürmen und Tunneln war einfach mega. Hier lohnt würde es sich auch lohnen einen Pausentag einzulegen…



Die Spanische Grenze auf der Brücke von Valenca nach Tui
Die portugiesische Stadt Valenca und das spanische Tui werden durch den Rio Mino getrennt. Über eine Brücke kommst du dann von Portugal nach Spanien. Auf der Brücke gibt es dann eine Markierung bei der du mit einem Fuß in Portugal und dem anderen Fuß in Spanien stehen kannst. Das ist natürlich ein echtes Highlight. Benny und ich waren bester Laune, nun das Zwischenziel Spanien erreicht zu haben.


Auf der Spanischen Seite gibt es dann ein auch Schild „Willkommen in Spanien“. Benny hatte vor 2 Jahren dort ein Selfie gemacht, als der den Jakobsweg schonmal gegangen ist. Damals war das Schild ganz neu. Heute ist es mit vielen Aufklebern und Beschmierungen versehen. Ich verstehe Leute nicht, die das machen…
Nachdem ich im spanischen Tui angekommen bin, hatte ich ein bisschen Probleme mit meinem Netz am Smartphone. Ich brauchte ja die Navigation um zur Unterkunft zu kommen. Jedoch wählte es sich nicht im spanischen Netz ein und ich musste mein Smartphone neu starten. Danach konnte ich mich zum Glück zur Unterkunft navigieren und ich war so froh angekommen zu sein. Diese Etappe war bisher für mich die härteste und hat echt Durchhaltevermögen gefordert.
Schöner Ausklang des Tages in der Pilgergemeinschaft – Erfahrungsbericht Jakobsweg Portugal
Ich checkte in meiner Unterkunft ein, wusch meine Wäsche und Duschte. Der typische Pilgeralltag eben und Abends traf ich mich mit einer riesigen Gruppe in einem Restaurant direkt gegenüber der Kathedrale von Tui. Das kam mir sehr gelegen, da ich so die Kathedrale zumindest von außen sehen konnte – sie hatte bereits geschlossen. Denn als ich ankam hatte ich ehrlich gesagt keine Energie mehr, die Stadt zu erkunden. Und das obwohl auch Tui eine wirklich schöne und sehenswerte Stadt ist.
Anfangs saßen wir draußen auf der Terrasse, genossen die Pilgergemeinschaft und den Blick auf die Kathedrale. Doch dann kam das angekündigte Unwetter auf und wir mussten ins Restaurant wechseln. Es war ein wirklich schöner Abend in bester Gemeinschaft und ich habe es sehr genossen.
Unterkunft in Tui: Albergue Villa San Clemente (Anzeige)
Kosten: 13 Euro
Jakobsweg Vlog: Abschied von Portugal – Willkommen Spanien! Camino Portugues Vlog

Fazit zu meinem Jakobsweg durch Portugal:
Die ersten 2 Etappen aus Porto raus, waren nicht so schön. Wenn ich diesen Jakobsweg durch Portugal nochmal gehen würde, würde ich wahrscheinlich zuerst den Küstenweg nehmen und dann ins Landesinnere gehen. Die Weiteren Etappen haben mir jedoch sehr gut gefallen. Die Landschaft ist so herrlich grün und abwechslungsreich. Der Jakobsweg durch Portugal war wirklich traumhaft schön und rentiert sich zu gehen. Das Essen in Portugal ist auch super lecker und die Menschen sehr gastfreundlich. Die Wegmarkierungen waren auch super, außer aus Porto raus die ersten Kilometer. Ich kann dir diesen Camino definitiv empfehlen.
Im nächsten Teil meines Erfahrungsberichts nehme ich dich dann mit auf die spanische Seite des Camino Portugues Central und der Variante Espiritual. Später folgt dann auch noch der Erfahrungsbericht für den Jakobsweg nach Finisterre und Muxia.
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Weiterlesen auf meinem Reiseblog:
Jakobsweg für Anfänger – Die häufigsten Fragen erklärt
Den Jakobsweg alleine gehen? 9 Gründe den Pilgerweg solo zu gehen
Erfahrungsbericht zum Jakobsweg: Camino Portugues de la Costa – Der Küstenweg in 13 Etappen
Übersicht Etappen auf dem Camino Portugues de la Costa inkl. Übernachtungskosten und Etappenplanung
7 Sehenswürdigkeiten in Muxia an der Costa da Morte / Spanien
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Hallo Jenny
Vielen Dank für deinen ausführlichen und sehr hilfreichen Erfahrungsbericht zum Jakobsweg Camino Português Central von Porto bis Tui.
Dein Bericht ist spannend, lebendig und fesselnd geschrieben – man fühlt sich beim Lesen fast selbst unterwegs.
Mit deinen vielen wertvollen Informationen und praktischen Tipps ersparst du uns unglaublich viel Zeit bei der aufwendigen Recherche und Planung.
Ich werde meine Unterkünfte auf jeden Fall über deine Links buchen, damit du dafür eine Provision erhältst und deinen Blog weiter finanzieren kannst – als kleines Dankeschön für deine großartige Arbeit und den enormen Aufwand, den du hier hineinsteckst.
Ich freue mich schon sehr auf den spanischen Teil des Camino Português Central!
Hallo Rosi,
vielen Dank für deinen Kommentar. Ich freue mich zu hören, dass ich das Gefühl vermitteln konnte, selbst mit unterwegs zu sein. So ein Jakobsweg ist schon ein tolles Abenteuer. Des Weiteren freue ich mich, dass meine Tipps hilfreich sind für die Planung des eigenen Caminos. Vielen Dank, dass du auch meine Affiliate-Links für die Buchung nutzen möchtest, das hilft mir sehr die Kosten für meinen Reiseblog zu tragen. Der nächste Teil meines Camino Portugues Central ist bereits in Arbeit.
Liebe Grüße Jenny