Gran Canaria: Artenara – Höhlenhäuser, Höhlenkapelle und tolle Aussichten

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Aktuell befinde ich mich auf Gran Canaria und diese Woche habe ich den Ort Artenara besucht. Artenara befindet sich auf einer Höhe von 1269 Metern. Es ist die höchstgelegene Gemeinde von Gran Canaria und besonders für seine Höhlenwohnungen bekannt. Bis heute lebt eine großer Teil der ansässigen Bevölkerung in diesen Höhlenwohnungen. Diese Höhlenwohnungen sind perfekt in die Felswände integriert und oftmals sehr liebevoll gestaltet. Bei meinem Besuch der Gemeinde, kam ich aus dem Staunen kaum heraus. Aber nicht nur die Höhlenwohnungen sind hier eine Besonderheit, sondern auch die bombastische Aussicht.

Aussicht von Artenara - Gran Canaria / Spanien
Aussicht von Artenara – Gran Canaria / Spanien

Reisen auf Gran Canaria zu Zeiten von Corona

Bevor ich weiter auf diese sehenswerte Gemeinde eingehe, möchte ich dich noch zur aktuellen Cororna-Situation informieren. Als ich Anfang August auf Gran Canaria ankam, gab es hier kaum Fälle von Corona. Bereits kurz nach meiner Ankunft gab es jedoch eine Explosion der Zahlen und seitdem gilt sogar auf der Straße Maskenpflicht. Gerade bei den hohen Temperaturen ist das nicht unbedingt angenehm, aber man kann diese Situation nicht wirklich ändern. Inzwischen wurden die Kanaren sogar als Risiko-Gebiet eingestuft und Urlaubsrückkehrer müssen sich testen lassen und bis zu einem negativen Testergebnis in Quarantäne bleiben. Natürlich hätte ich meine Reise nun abbrechen können, aber ich muss ehrlich sagen, dass ich es inzwischen leid bin, mich dauerhaft wegen Corona einzuschränken. Irgendwann muss das Leben weitergehen, auch mit Corona.

Der Vorteil Gran Canaria gerade jetzt zu bereisen ist, dass viele Orte quasi „leer“ von Touristen sind. Es stellt kein Problem dar, die Sicherheitsabstände einzuhalten. Als ich diese Woche in Artenara war, war die Stadt fast wie ausgestorben. Gerade zum Fotografieren somit perfekt geeignet. Der Nachteil ist, dass viele Attraktionen geschlossen ist. Da mein Fokus mehr auf der Natur liegt, kann ich das verschmerzen. Manchmal ist es dennoch ziemlich ärgerlich.

Artenara - Gran Canaria / Spanien
Während Zeiten von Corona ist die Gemeinde Artenara wie ausgestorben – perfekt zum Fotografieren.

Wo liegt Artenara eigentlich?

Der niedrigste Punkt der Gemeinde Artenara befindet sich auf Meereshöhe und der höchste auf 1770 Metern. Der Ortskern dieser malerischen Gemeinde liegt auf 1269 Metern südwestlich von Las Palmas de Gran Canaria und nördlich von Puerto Rico. Die Nachbargemeinden sind im Norden Agaete, im Nordosten Gáldar, im Süden und Osten Tejeda und im Westen San Nicolás de Tolentino.

Anreise nach Artenara: Öffentliche Verkehrsmittel oder doch Mietwagen?

Transport mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf Gran Canaria

Generell verfügt Gran Canaria über eine sehr gute Busverbindung. Du findest alle Verbindungen auf Google und kannst dich somit von deinem Startpunkt zum Ausflugsziel navigieren lassen. Als ich mich vorab über die Insel informiert habe, war ich erstaunt, dass man viele Orte recht gut mit dem Bus erreichen kann. Gerade, wenn du alleine reist, kann der Bus eine gute Alternative sein.

Nachdem ich die Busse jedoch genutzt habe um von Las Palmas in den Süden zu gelangen (Maspalomas, Puerto Mogan und Playa Anfi del Mar) war ich nicht mehr so begeistert. Die Busse hier sind ziemlich teuer und man benötigt die 2-3 fache Zeit um ans Ziel zu kommen. Gerade mit Maskenpflicht im Bus ist die lange Fahrtzeit nicht besonders angenehm. Des Weiteren sind die Busse ziemlich teuer. Für diese Tagestour habe ich beinahe 20 Euro Fahrtkosten gehabt und war 14 Stunden unterwegs und davon 4-5 Stunden im Bus…

Artenara - Gran Canaria / Spanien
Beeindruckende Landschaft auf dem Weg von Tejeda nach Artenara.

Mietwagen

Danach habe ich mir für ein paar Tage einen Mietwagen genommen. Aktuell sind diese super günstig. Ich hatte für fast 2 Wochen ein Auto und habe ca. 9 Euro pro Tag gezahlt. Natürlich kommt noch der Sprit hinzu. Du hast hier aber auch die Möglichkeit, dich mit anderen Reisenden zusammen zu schließen und die Kosten zu teilen. Auf diese Weise bist du vollkommen flexibel und sparst letztendlich noch Geld. Gerade die Gebirgsstraßen sind zwar jedes Mal aufs Neue eine Herausforderung, aber letztendlich ist für mich diese Variante die Bessere.

Von Las Palmas aus benötigst du etwas über eine Stunde mit dem Auto. Je nachdem welche Route du wählst, kannst du den Besuch gut mit einem Zwischenstopp in Firgas, Arucas, Teror oder auch San Mateo verbinden. Über einen kleinen Umweg gelangst du ebenfalls gut nach Agaete und Galdar. Ich hatte auf dem Rückweg diese Route gewählt und gerade kurz vor Galdar war die Landschaft einfach einzigartig.

Bitte beachte jedoch, dass die Gebirgsstraßen teilweise sehr schmal und kurvig sein können. Mir persönlich macht das Fahren auf diesen Straßen keinen Spaß, aber was tut man nicht alles um die schönen Orte zu erreichen. Ein weiteres Problem ist hier, dass man nicht gerade selten Drängler hinter sich hat denen es nicht schnell genug geht. Teilweise gibt es Haltebuchten an denen man diese gut vorbeiziehen lassen kann.

Artenara - Gran Canaria / Spanien
Die Christusstatue wacht über Artenara – Gran Canaria / Spanien

Geschichtlicher Hintergrund zur höchstgelegen Gemeinde von Gran Canaria

Zum geschichtlichen Hintergrund von Artenara habe ich leider nicht viel gefunden. Es heißt, dass nach der Eroberung von Gran Canaria im Jahre 1483 das Gebiet erst langsam besiedelt wurde. Die Region lebte von der Land- und Forstwirtschaft. Es wurde Viehwirtschaft mit Schafen und Ziegen betrieben und die Grundnahrungsmittel für die Selbstversorgung angebaut. In der Forstwirtschaft wurde alles genutzt was der Kiefernwald hergab. Das Holz wurde für den Häuserbau, als Brennholz oder sogar als Holzkohle verwendet während die herabgefallenen Kiefernnadeln teilweise noch heute als Einstreu für das Vieh genutzt werden.

Ich vermute, dass ein Großteil der Bevölkerung auch hier inzwischen weitgehend vom Tourismus lebt.

Artenara - Gran Canaria / Spanien
Hier findest du einige liebevoll gestaltete Höhlenwohnungen

Was macht die Gemeinde Artenara auf Gran Canaria so besonders?

Artenara ist nicht nur die höchstgelegene Gemeinde von Gran Canaria, sondern auch die Gemeinde mit der niedrigsten Bevölkerungszahl. Nach meinen Recherchen hatte sie zum 01. Januar 2019 1069 Einwohner auf einer Fläche von 66,7 km.

Neben der Pfarrkirche San Matias bietet der Ort einige Aussichtspunkte auf eine wirklich atemberaubende Landschaft. Die Aussichten hier gehören für mich definitiv zu den besten die ich bisher auf Gran Canaria gesehen habe. In Kombination mit den Höhlenwohnungen hat man hier wirklich einiges zu erkunden. Es lohnt sich hier einen Spaziergang etwas außerhalb vom Ortskern zu machen. Hier kommst du an einigen der Höhlenwohnungen vorbei und kannst zu den „offiziellen“ Aussichtspunkten auch die Aussicht aus anderen Blickwinkeln genießen.

Artenara - Gran Canaria / Spanien
Artenara – Gran Canaria / Spanien

Die Sehenswürdigkeiten von Artenara

Nachfolgend führe ich die Sehenswürdigkeiten und verschiedenen Aussichtspunkte mit auf, damit du deine Reise nach Artenara besser planen kannst. Ich finde, für so ein kleines beschauliches Örtchen hat Artenara wirklich viel zu bieten:

Die Pfarrkirche San Matias

Die heutige Kirche wurde zwar bereits 1864 bis 1872 errichtet, jedoch erst im 20. Jahrhundert fertiggestellt. Es ist eine süße kleine Kapelle, die super in das Stadtbild passt. Bei meinem Besuch war die Pfarrkirche San Matias leider verschlossen. Ob das nun an den Corona-Beschränkungen lag oder ob ich ich einfach ein bisschen zu spät dran war, kann ich leider nicht sagen.

Die Öffnungszeiten sind Montag bis Sonntag von 09:00 – 14:00 Uhr.

Die Pfarrkirche San Matias in Artenara - Gran Canaria
Die Pfarrkirche San Matias in Artenara – Gran Canaria

Die Höhlenkapelle „Ermita de la Cuevita“ von Artenara

Eine der wohl wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Ortes ist die Höhlenkapelle. Sowohl der Altar als auch die Kanzel sind aus den umgebenden Gestein geformt. Erstmals wurde sie im Jahre 1794 erwähnt und in den Jahren 1850 bis 1869 fand eine Erweiterung auf die heutige Größe statt.

Das Marienbild im inneren der Höhlenkapelle ist die Schutzpatronin der Folklore und Radfahrer. Im vorletzten Sonntag im August feiern die Radfahrer hier ihre Schutzpatronin und es gibt ein großes Fest.

Die Öffnungszeiten sind Montag bis Sonntag von 09:00 – 19:00 Uhr bzw. bis 18:00 Uhr im Winter.

Das Höhlenmuseum „Casa Museo Santiago Aranda“

Gerne hätte ich auch das Höhlenmuseum „Casa Museo Santiago Aranda“ besucht. Jedoch war hier abgesperrt und wohl wegen Corona nicht geöffnet. Der Eingangsbereich war total liebevoll mit kreativen Tierfiguren und verschiedenen Pflanzen gestaltet. In diesem Museum kann man einen Einblick erhalten, wie die Menschen in Artenara in ihren Höhlen wohnen. Das hätte ich wirklich super interessant gefunden. Leider musste ich mich jedoch mit der Außenansicht zufrieden geben.

Das Höhlenmuseum „Casa Museo Santiago Aranda“ ist täglich von 11:30 bis 16:30 geöffnet. An Feiertagen kann es zu Abweichungen kommen.

Artenara - Gran Canaria / Spanien
Liebevoll gestalteter Eingangsbereich vom Höhlenmuseum „Casa Museo Santiago Aranda“

Die Höhlenwohnungen

Wenn du vom Höhlenmuseum zur Höhlenkapelle läufst kommst du an einigen Höhlenwohnungen vorbei. Oftmals sind diese perfekt in die Felsen integriert und liebevoll gestaltet. Dazwischen findet man aber auch immer wieder etwas kargere Varianten. Mir hat es total Spaß gemacht, die Gassen zu erkunden.

Die Eingänge von den Höhlenwohnungen von Artenara sind oftmals liebevoll gestaltet.
Die Eingänge von den Höhlenwohnungen von Artenara sind oftmals liebevoll gestaltet.

Aussichtspunkt: „Mirador de la Atalaya“

Direkt vor diesem Aussichtspunkt gibt es ein paar Parkplätze. Wenn du von dort in Richtung Ortskern fährst, findest du eine ganze Straße mit Parkmöglichkeiten. Als ich vor Ort war, waren die meisten Parkplätze leer. Vom Aussichtspunkt „Mirador de la Atalaya“ hast du eine schöne Sicht zur Christusfigur die sich in der Nähe auf einer Erhebung befindet.

Artenara - Gran Canaria / Spanien
Aussichtspunkt: „Mirador de la Atalaya“

Aussichtspunkt an der Christusstatue in Artenara, Gran Canaria / Spanien

Über dem Ort Artenara wacht sozusagen eine Christusfigur. Sie befindet sich auf einer Erhebung und ist dem Ortskern zugewandt. Von dort hast du ebenfalls eine tolle Aussicht über diese außergewöhnliche Landschaft und natürlich ist auch die Christusfigur ein tolles Fotomotiv.

Direkt darunter befindet sich übrigens ein Höhlenrestaurant, dessen Terrasse ebenfalls eine tolle Aussicht über das angrenzende Tal und die massiven Berge dahinter bietet.

Aussichtspunkt an der Christusstatue in Artenara, Gran Canaria / Spanien
Aussichtspunkt an der Christusstatue in Artenara, Gran Canaria / Spanien

Aussichtspunk: „Mirador de Unamuno“

Auch vom Aussichtspunkt „Mirador de Unamuno“ hat man eine bombastische Aussicht. An dieser Aussichtsplattform befindet sich auch eine Skulptur, die an den Schriftsteller und Philosoph Miguel de Unamuno erinnert.

Aussichtspunk: „ Mirador de Unamuno“
Aussichtspunk: „ Mirador de Unamuno“ – Artenara – Gran Canaria / Spanien

Aussichtspunkt: „Mirador de los poetas“

Wenn du von der Höhlenkirche die Gassen immer weiter nach oben gehst, kommst du auf einen Weg der letztendlich zum „Mirador de los poetas“ führt und dann wieder hinab zum Ortszentrum. Von hier oben hast du auch eine tolle Aussicht auf die andere Seite des Berges. Hier oben sind die Sträucher oftmals schwarz von früheren Bränden. Doch auch dies fügt sich wunderbar in das Gesamtbild ein und gibt einen wirklich interessanten Kontrast.

Aussicht auf dem Weg zum Aussichtspunkt: „Mirador de los poetas“
Aussicht auf dem Weg zum Aussichtspunkt: „Mirador de los poetas“ – Artenara – Gran Canaria / Spanien
Die Sträucher sind schwarz von den früheren Bränden
Die Sträucher sind schwarz von den früheren Bränden – Artenara – Gran Canaria / Spanien

Fazit zu meinem Besuch von Artenara, der höchstgelegen Gemeinde von Gran Canaria

Auch wenn ich aufgrund von Corona etwas eingeschränkt war, hat sich der Besuch von diesem außergewöhnlichen Ort definitiv gelohnt. Alleine wegen der unvergleichlichen Aussicht würde ich wieder kommen. Aufgrund der Corona-Situation war der Ort fast wie ausgestorben und ich hatte viele Möglichkeiten zu fotografieren. ´Des Weiteren war ich von den Höhlenwohnungen total fasziniert. So etwas hatte ich vorher noch nicht gesehen und ich hätte gerne einmal in das Innere geschaut.

Die Anfahrt ist natürlich so eine Sache. Um die Gebirgsstraßen kommst du leider nicht herum. Die Straßen sind oftmals sehr schmal (gefühlt einspurig), kurvig und sie führen direkt am Abgrund entlang. Oftmals siehst du nicht, ob hinter der nächsten Kurve ein Auto kommt bzw. wie die Kurve weiter geht. So manche „Kurve“ entpuppt sich dann beim passieren als fast 180° Kurve. Wenn du den weiteren Straßenverlauf nicht einsehen kannst, ist es gut, wenn du durch Hupen auf dich aufmerksam machst um den entgegenkommenden Verkehr zu warnen. Wahrscheinlich ist es einfach eine „Gewohnheitssache“, aber ich mache jedes Mal 3 Kreuzzeichen wenn ich wieder eine normale Straße habe. Im Gegenzug hat man auf den Fahrten durch das Gebirge natürlich immer phänomenale Aussichten und kommt oftmals aus dem Staunen nicht mehr raus…

Warst du schon einmal auf Gran Canaria? Welche Orte haben dir hier am besten gefallen?

Mein Reisevideo über Artenara:

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